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KEM in Cham

Für einen Zeitraum von drei Jahren wurden der Energieverbrauch städtischer Gebäude erfasst und überwacht, Einsparpotenziale aufgedeckt sowie Mitarbeiter geschult.

Projektträger: Stadt Cham

Projektstandort

Cham

Cham_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Bei den Begehungen wurden häufig Einsparmöglichkeiten entdeckt, die kurzfristig und ohne größere Umbaumaßnahmen durchzuführen sind, z. B. Optimierungen an den Heizsystemen oder Änderung des Nutzerverhaltens.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 200 t / a
  Energieeinsparung: ca. 300 MWh / a
  Kosteneinsparung: ca. 42.600 € / a

Nutzen: Auf der Basis der festgestellten Schwachstellen werden investive Maßnahmen erfolgen, so z. B. der hydraulische Abgleich der Heizanlage im Rathaus.

Kosten: Gesamtkosten: 188.690 Euro

Förderung: Zuschuss: 63.147,81 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR"

Beschreibung

Auslöser
Im März 2013 besuchte Herr Dipl.Ing FH Müller eine Fachveranstaltung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zum Thema Energiewende. Bei dieser Veranstaltung wurde das Thema "Kommunales Energiemanagement" vorgestellt. Auch auf regional-politischer Ebene wurde die Forderung nach einem Energiemanagement vorgetragen.
Im Dezember 2013 erstellte die Energieagentur Nordbayern ein unverbindliches Angebot für ein Energiemanagement. Nach einer Vorstellung im Stadtrat wurde die Durchführung des Projektes beschlossen. Die maßgebliche Koordination seitens der Stadt hatte Herr Ruhland. Ansprechpartner seitens der Energieagentur Nordbayern war Herr Christian Stenglein.
Durchführung
Betreut werden 14 städtische Liegenschaften, wie Schulen und Kindergärten, das Hallenbad mit Zweifachturnhalle, Verwaltungs- und öffentliche Gebäude sowie das Freizeitbad Cham. Elf dieser Liegenschaften werden dabei umfassend und drei mit reduziertem Aufwand betreut. Die Liegenschaften wurden in 4 verschiedene Pools gegliedert.

Zu Beginn wurde der Gebäudebestand mittels Begehungen erfasst. Neben der Gebäudehülle wurden dabei auch Beleuchtung und sonstige Stromverbraucher, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Warmwasserbereitung, vorhandene Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, sowie alle Zähler dokumentiert. Dieser Schritt sollte zusammen mit den Hausmeistern der jeweiligen Liegenschaft erfolgen, um ggf. gleich vor Ort in die haustechnischen Anlagen- und MSR-Systeme eingreifen zu können. Im Zuge der Begehungen erfolgte eine Mitarbeiterschulung an den Anlagen.
Auf Grundlage der erkannten Schwachstellen und/oder Anfragen der Verwaltung entwickelte die Energieagentur Nordbayern Verbesserungsvorschläge und stand der Stadt Cham beratend zur Seite. Beratungsinhalt war u. a. der Betrieb der Anlagentechnik sowie Neuinvestitionen und mögliche Energieversorgungskonzepte.

Die für den Energieverbrauch maßgeblichen Bestandteile eines Gebäudes (Stammdaten) wurden in eine spezielle Software (IngSoft Interwatt) eingepflegt. Alle Software-Lizenzgebühren und die Gebühren der für die Projektbearbeitung benötigten Software-Zähler (Hostinggebühren) für den Betreuungszeitraum waren in den Rechnungen des Auftragsnehmers bereits enthalten.
In das Programm wurden anschließend die monatlichen Energie-, Strom- und Wasserverbräuche der vorangegangenen Jahre als Referenzwerte (Anfangsverbräuche) eingetragen sowie den Gebäuden zugeordnet. Es wurden Referenzwerte wie Schüleranzahl, Betriebsstunden sowie der Energiekennwert unter Anwendung der VDI-Richtlinie 3807 gebildet und die Gebäude mit ages-Werten verglichen. Erfasst wurden außerdem die Kosten und CO2-Werte für Wärme, Strom und Wasser. Mit Hilfe des Software-Tools ist es möglich die Energie- und Wasserverbräuche aller Liegenschaften monatlich zu kontrollieren und bei steigenden Verbrauchswerten zeitnah zu reagieren. Die Erfassung der Verbräuche erfolgte durch die Mitarbeiter der Stadt in Eigenregie.
Die Software bietet weiterhin die Möglichkeit für jede Liegenschaft Jahresberichte inklusive Energieverbrauchs-, CO2-Emissions- und Kostenentwicklung zu erstellen. Diese Berichte werden einmal jährlich im Stadtrat vorgestellt.
Tipps
  • Fester Ansprechpartner im Haus, der ausschließlich zur Betreuung des Projektes eingesetzt werden kann und die Maßnahme allumfassend koordiniert.
  • Nur einige wenige Gebäude – am besten die mit den höchsten Verbrauchswerten – ins Projekt aufnehmen. Zu viele Objekte sind zu unübersichtlich und nicht gleichzeitig mit Erfolg zu betrachten.
  • Falls in den betreuten Objekten Ölheizungen vorhanden sind, sollten zu Projektbeginn Ölmengenzähler installiert werden, um den Verbrauch exakt erfassen zu können.

Beispiel gemeldet:09/2018 

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