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Ein Diagramm, daneben stehen die Wörter Zahlen, Daten, Fakten. Hintergrundbild: Freiflächenphotovoltaik-Anlage. (Quelle: diyanadimitrova - Fotolia.com)

Daten und Fakten

Die Photovoltaik ist in Bayern bei der Stromerzeugung zur wichtigsten regenerativen Energiequelle noch vor der Wasserkraft aufgestiegen.

Im Jahr 2020 konnte mit Solarstrom rechnerisch bereits der Strombedarf von 3,6 Millionen bayerischen Haushalten gedeckt werden. Da Photovoltaikanlagen auch auf kleinen Flächen und mit geringen Investitionssummen betrieben werden können, ist in vielen Fällen die Solaranlage das "Kraftwerk der kleinen Leute".

Photovoltaik im Vergleich

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Anteile der Energieträger an der Bruttostromerzeugung in Bayern 2020
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Anteile der Energieträger an der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern 2020.

Im Jahr 2020 betrug der Beitrag von Solarstrom 17,1% an der Bruttostromerzeugung in Bayern, es wurden 13,0 Mrd. kWh Strom aus Sonnenenergie ins Stromnetz eingespeist. Damit beträgt der Anteil der Photovoltaik an den erneuerbaren Energieträgern knapp ein Drittel.

Zahlen 2020

Beitrag der Photovoltaik an der Energieversorgung in Bayern Strom aus Photovoltaik (absolut) Anteil an allen erneuerbaren Energieträgern Anteil an allen Energieträgern
Primärenergieverbrauch (Prognose) 47.260 TJ 12,3 % 2,7 %
Bruttostromerzeugung 13,0 Mrd. kWh 32,8 % 17,1 %

Daten: StMWi (2021): Energiedaten.Bayern - Schätzbilanz. Daten bis zum Jahr 2020, LfStat (2021): Stromerzeugung und -verbrauch

Als Primärenergie wird jene Energie bezeichnet, die in den natürlich vorkommenden Energieträgern wie z. B. Biomasse, Erdöl, Erdgas, Kohle etc. enthalten ist, ohne dass der Energieträger einem Umwandlungsprozess unterzogen wurde. Da die eingesetzte Energie (auftreffendes Sonnenlicht) nicht gemessen werden kann, wird in der Statistik der Primärenergieverbrauch von Photovoltaik mit der erzeugten Energie gleichgesetzt. In der Bruttostromerzeugung ist der Eigenverbrauch der Kraftwerke im Gegensatz zur Nettostromerzeugung enthalten. Dieser Eigenverbrauch liegt bei Photovoltaikanlagen im Allgemeinen bei unter einem Prozent.

Übersichtstabelle – Photovoltaikanlagen in Bayern 2020

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Größenverteilung der Photovoltaikanlagen und ihren jeweiligen Anteil an der Solarstromversorgung.

Photovoltaik in Bayern 2020 bis 10 kWp > 10 kWp bis 100 kWp > 100 kWp bis 1 MWp > 1 MWp Gesamt
Anzahl der Anlagen 354.000 255.000 10.000 1.000 620.000
Installierte Leistung [MWP] 2.314 6.240 2.579 3.611 14.744
Erzeugte Strommenge [Mio. kWh] 1.711 5.677 2.101 3.452 12.941
Versorgung von ... Haushalten* 530.000 1.770.000 660.000 1.080.000 4,0 Mio.
Erzeugte Strommenge je Einwohner [kWh] 130 432 160 263 985

* gemittelter Jahresstromverbrauch eines Durchschnitts-Haushalts von 3.200 kWh
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

  • Photovoltaikanlagen der mittleren Größe (10 – 100 kWP) liefern knapp die Hälfte des Solarstromes in Bayern. Das sind fast ausschließlich Aufdachanlagen, z. B. auf Mehrfamilienhäusern und auf gewerblich oder landwirtschaftlichen genutzten Gebäuden (auch typische "Solarstadl").
  • Anlagen mit mehr als 100 kWP maximaler Leistung sind heute zumeist Dachanlagen (z. B. auf großen Hallen), aber auch kleinere Freiflächenanlagen wurden und werden in dieser Größe realisiert. Im Jahr 2020 wurden sehr viele Anlagen dieser Größe (v.a. mit knapp 750 kWP) errichtet. Durch die erst im Laufe des Jahres fertig gestellten Anlagen ist der durchschnittliche Ertrag in dieser Leistungsklasse relativ gering.
  • Kleine Anlagen mit weniger als 10 kWP finden Sie bayernweit auf vielen Einfamilien- oder Reihenhäusern. Bei durchschnittlich drei bis vier Haushaltsmitgliedern reicht die auf diesen Dächern erzeugte Strommenge rechnerisch bereits für deren Selbstversorgung mit Strom aus. Der gerade bei dieser Anlagengröße anteilsmäßig hohe Eigenverbrauch senkt in dieser Auswertung den durchschnittlichen Ertrag.

Durchschnittliche Anlage

Für den Vergleich mit anderen Energieträgern finden Sie im Folgenden Werte für eine "typische Anlage". Ausgegangen wird von einem Neubau bei optimaler Ausrichtung (30° Neigung, Südausrichtung ohne Schattenwurf). Die genannten Daten sind Richtwerte und können nicht die fachliche Planung für ein konkretes Bauvorhaben ersetzen.

Kleine Dachanlage  
Installierte Leistung 8 kWP
Strommenge (pro Jahr) 8.000 kWh
Flächenbedarf 60 m2
Investitionskosten 10.400 € (1.300 € / kWP)
Betriebskosten (jährlich) 110 €
Stromgestehungskosten 8 ct / kWh
Energetische Amortisation 2,7 Jahre

Große Dachanlage  
Installierte Leistung 400 kWP
Strommenge (pro Jahr) 400.000 kWh
Flächenbedarf 3.000 m2
Investitionskosten 360.000 € (900 € / kWP)
Betriebskosten (jährlich) 3.600 €
Stromgestehungskosten 6,5 ct / kWh
Energetische Amortisation 2,7 Jahre

Freiflächenanlage  
Installierte Leistung 3.000 kWP
Strommenge (pro Jahr) 3,3 Mio. kWh
Flächenbedarf 4,5 ha
Investitionskosten 2,1 Mio. € (700 € / kWP)
Betriebskosten 21.000 €
Stromgestehungskosten 4,5 ct / kWh
Energetische Amortisation 2,7 Jahre

(Quellen: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE 2018 und 2019, Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Entwicklung

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Die Grafik stellt die Entwicklung der installierten Leistung sowie den Zubau der Photovoltaik in Bayern von 2002 bis 2021 dar. (Grafik: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Der Ausbau der Photovoltaik verlief ab dem Jahrhundertwechsel äußerst dynamisch. Die installierte Leistung hat sich von rund 100 MWP im Jahr 2002 bis auf rund 11 GWP Ende 2015 mehr als verhundertfacht. Ausgelöst wurde diese Entwicklung bundesweit durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 mit einer gesetzlich für 20 Jahre garantierten Vergütung des ins Netz eingespeisten Stromes sowie dem Vorrang vor konventionell erzeugtem Strom. 2004 wurde die Mindestvergütung auf 54 – 57,4 ct/kWh angehoben, wodurch der Photovoltaik auf dem deutschen Markt endgültig zum Durchbruch verholfen wurde. Mit dem Ausbau der Photovoltaikleistung und stark sinkenden Anlagenpreisen wurde die Einspeisevergütung deutlich abgesenkt.

Aufgrund der in Bayern für Deutschland überdurchschnittlichen Sonneneinstrahlung galten Photovoltaikanlagen als relativ sichere Investitionen. Vor allem in den Jahren 2009 und 2010 stellte der Bau von Solarkraftwerken, trotz gesunkener Einspeisevergütungen, auch hohe Renditen in Aussicht, da die Preise insbesondere für Solarmodule einbrachen. 2012 sind die Einspeisetarife unter den für Privathaushalte typischen Haushaltsstrompreis gefallen, wodurch inzwischen der Eigenverbrauch einen zunehmenden Stellenwert einnimmt. Kurzfristige Änderungen im EEG haben in den letzten Jahren jeweils zu sehr sprunghaften Installationszahlen im Jahresverlauf vor dem jeweiligen Stichtag geführt. Seit Oktober 2012 sind die Installationszahlen deutlich zurückgegangen, inzwischen ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen.

Zukunft

Gemäß dem Bayerischen Energieprogramm vom Oktober 2015 soll im Jahr 2025 der Anteil der Photovoltaik 22 bis 25 % an der Bruttostromerzeugung in Bayern betragen.

Der Kartenteil des Energie-Atlas Bayern zeigt Ihnen die installierten Leistungen der Photovoltaikanlagen je Gemeinde in Bayern bzw. je Landkreis in Bayern.