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Generalsanierung des Schul- und Sportzentrums Lohr am Main

Anwendung von alternativen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Projektträger: Zweckverband Schul- und Sportzentrum Lohr am Main

Projektstandort

Lohr a.Main

Lohr a.Main_georeferenzierung

Kontakt

Zweckverband Schul- und Sportzentrum Lohr a. Main
Uli Heck
Geschäftsführer
Nägelseestraße 8
97816 Lohr a. Main
Tel: (09352) 50042-0
Uli.Heck[at]zv-lohr.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Ein Mix aus erneuerbaren Energien ermöglicht es, im Zuge der CO2-neutralen Generalsanierung eine Energieeinsparung von 80 % pro Jahr zu erzielen.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 100 %, 1.780 Tonnen
  Energieeinsparung: 80 %
  Kosteneinsparung: 500.000 €

Kosten: Gesamtkosten: 46 Mio. Euro

Förderung: Kredit: 31 Mio. Euro
  Zuschuss: 15,5 Mio. Euro
  Fördergeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms EnOB, Freistaat Bayern im Rahmen des Finanzausgleichs

Beschreibung

Auslöser
Im Zuge der notwendigen Sanierung des Schul- und Sportzentrums Lohr am Main hat der zuständige Zweckverband entschieden, die Sanierung zur Plus-Energie-Schule (CO2-neutral) mit adaptiver Steuerungstechnik durchzuführen.
Durchführung
Diese innovative Sanierung beinhaltet ein Energiekonzept aus Photovoltaikanlagen, Solarthermie, hocheffizienten Wärmepumpen, einem Abwasserwärmetauscher und einem Blockheizkraftwerk.
Neben dem Mix aus erneuerbaren Energien wurden auch Speichermöglichkeiten berücksichtigt. Ein Eisspeicher mit einem Volumen von 1.200 m3 sowie ein Schichtenspeicher mit 100 m3 runden das Energiekonzept ab. Erzeugte Energie, die aktuell nicht benötigt wird, kann den Speichern zugeführt und bei Bedarf wieder abgerufen werden. Zusätzlich dazu trägt der Eisspeicher in den Sommermonaten zur Kühlung des Gebäudes bei.

Diesem innovativen Ansatz ist es auch zu verdanken, dass das Projekt finanziell gefördert wurde. Fördergeber waren die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms EnOB (Energieoptimiertes Bauen) und der Freistaat Bayern im Rahmen des Finanzausgleichsgesetzes (FAG). Zu berücksichtigen ist natürlich, dass keine Doppelförderungen möglich sind. Dies bringt einen zusätzlichen Arbeitsaufwand mit sich.
Für die eigentliche Finanzierung wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Bayerngrund GmbH abgeschlossen. Somit belasten die Sanierungskosten während der Instandsetzung nicht den Haushalt der beiden Verbandsmitglieder, den Landkreis Main-Spessart und die Stadt Lohr a. Main. Nach Abschluss der Maßnahme werden Zins- und Tilgungszahlungen in den Haushalt aufgenommen. Als Vorteile dieser Finanzierungsmethode sind die Transparenz, die einfache Abwicklung und die Projektbezogenheit zu nennen. Bei Änderungen muss der Vertrag angepasst werden und sämtliche Gremien müssen erneut zustimmen, was teilweise sehr aufwendig ist. Speziell für Zweckverbände, Kommunalunternehmen und kleinere Gemeinden ist diese Finanzierungsmethode jedoch lohnend.

Der gesamte Ablauf einer Generalsanierung basiert aus Sicht des Bauherrn auf einer inhaltlich aufeinander abgestimmten Planung mit mehreren Schritten. Diese umfassen die Grundlagenermittlung, die Finanzierungsplanung, die Ablaufplanung für Entscheidungsträger, eine medienwirksame Bekanntmachung, die Bauphase und das Monitoring des gesamten Projekts.
Bei der Grundlagenermittlung sollte nicht ausschließlich die bauliche Substanz des Gebäudes beurteilt werden. Vielmehr müssen auch der aktuelle Energiebedarf, der Brandschutz und die Barrierefreiheit intensiv geprüft werden. Insbesondere in älteren Gebäuden tauchen diesbezüglich große Probleme auf. Es ist zu empfehlen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und die daraus resultierenden Ergebnisse offen und nachvollziehbar darzustellen. Bei der Ablaufplanung ist es enorm wichtig, die Bauzeitenabläufe klar zu definieren.
In der Bauphase ist eine enge Zusammenarbeit des Bauherrn mit Architekten und Planern unabdingbar. Hierzu gehören wöchentliche Baustellen-Jour-Fixes sowie monatliche Bauherren-Jour-Fixes. Nachträge oder Regiestunden sollten nicht über die Bauleiter vor Ort, sondern ausschließlich über den Bauherren oder dessen Vertreter laufen. Im Übrigen ist es enorm wichtig, schnelle Entscheidungen zu treffen, um den zeitlichen Ablauf des Projekts nicht zu gefährden. Eine entscheidende Rolle, auch bei innovativen Sanierungen, wird dem Monitoring zuteil. Das Monitoring sollte bereits mit dem Start der Bauzeit begonnen werden, um mögliche Änderungen in den weiteren Verlauf der Bauzeit mit einbeziehen zu können. Letztendlich sind es die Mitarbeiter vor Ort, die die Anlage betreuen und dafür verantwortlich sind, den errechneten Energieverbrauch zu erreichen. Vor diesem Hintergrund sollten sie intensiv mit eingebunden werden. Beim Zweckverband bot sich die Möglichkeit an, die nicht unerheblichen Monitoringkosten zum Großteil über die bewilligte Förderung finanzieren zu können.

Ab einer gewissen Größenordnung des Projekts sollte die Beauftragung eines Generalplaners oberste Priorität haben. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, überwiegen eindeutig. So kommt die Kostenverfolgung aus einem Büro, es gibt keine Schnittstellen beim Bauablauf und kein Konkurrenzdenken unter den Planern. Darüber hinaus werden die Projektziele bei einem Generalplaner nicht "verwässert". Für die Generalsanierung am Nägelsee-Schulzentrum in Lohr wurde kein Generalplaner beauftragt, was eine Menge Schwierigkeiten mit sich gebracht hat. Bezüglich der Einhaltung der Gesamtkosten, kann aus der Sicht des Zweckverbandes keine Variante bevorzugt werden.
Jeder Bauherr sollte sich darüber im Klaren sein, dass er im Vorfeld des Projekts einen finanziellen Spagat vollbringen muss. Auf der einen Seite soll ein notwendiges Projekt nicht gefährdet werden, andererseits sollten realistische Zahlen genannt werden (zu einem Zeitpunkt, wo dies eigentlich noch gar nicht möglich ist). In diesem Fall ist es besonders hilfreich, stets mit allen erforderlichen Ebenen zu kommunizieren. Nur dann ist man glaubwürdig und bekommt auch bei allen zu treffenden Entscheidungen, beispielsweise über Kostensteigerungen bei einer Baumaßnahme, die notwendige Mehrheit in den entscheidenden Gremien.
Tipps
  • Ab einer gewissen Größenordnung des Projekts ist es von Vorteil, einen Generalplaner zu beauftragen.
  • Es ist hilfreich, stets auf allen erforderlichen Ebenen miteinander zu kommunizieren.
  • Positive Berichterstattung fördert die Entscheidungsfindung in entsprechenden Gremien.
  • Ein Geschäftsbesorgungsvertrag verhindert die Belastung des Haushalts der Verbandsmitglieder.
Stolpersteine
  • Ohne Grundlagenermittlung (Machbarkeitsstudie) ist eine effektive Planung nicht möglich.
Auszeichnungen
  • 04/2014: Schule 2030, Lernen mit Energie, Gesamtkonzept im Bereich Sanierung + Lüftungskonzept von Schulen
    verliehen von: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
  • 06/2016: Woche der Umwelt 2016
    verliehen von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Bundespräsidialamt

Beispiel gemeldet:07/2016 

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