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Verbandschule Grundschule Kürnach - Mit der ganzen Gemeinde zur energetischen Sanierung

In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit ist dieses Projekt sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf die Beteiligung der Gemeinde eine beispielhafte Klimaschutzmaßnahme.

Projektträger: Gemeinde Kürnach

Projektstandort

Kürnach

Kürnach_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Kürnach
Thomas Eberth
1. Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender
Kirchberg 15
97273 Kürnach
Tel: (09367) 9069-0
info[at]kuernach.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Senkung des Energieverbrauchs, die Steigerung der Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien wurden wirkungsvoll miteinander kombiniert.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 72 % im Vergleich zu vorher

Nutzen: Der Endenergiebedarf konnte um 24 % gesenkt werden. Der Einsatz von Primärenergie wurde um 70 % reduziert. Allein durch die Photovoltaikanlage können ca. 28,7 t CO2 pro Jahr eingespart werden. Weiterhin bewirkt die Verwendung von Hackschnitzeln eine Senkung der CO2-Emissionen von 69 t / Jahr.

Kosten: Gesamtkosten: 1,7 Mio. Euro

Förderung: Zuschuss: 1,2 Mio. Euro
  Fördergeber: Bund (Konjunkturpaket II)
Fotos
  • Grundschule mit Pausenhof nach der energetischen Sanierung (Quelle: Gemeinde Kürnach)
  • Grundschule, seitlich, nach der energetischen Sanierung (Quelle: Gemeinde Kürnach)
  • Grundschule nach der energetischen Sanierung (Quelle: Gemeinde Kürnach)
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(insgesamt 3 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Der Stahlbetonskelettbau aus dem Jahr 1969 mit Einfachverglasung, unverkleideten Betonstützen, nicht gedämmten Flachdächern und alter Heizungstechnik verursachte hohe Energiekosten. Eine Modernisierung war für die beiden Gemeinden Kürnach und Prosselsheim alleine nicht finanzierbar. Mit dem Konjunkturpaket II bot sich die Möglichkeit, die dringend anstehende energetische Modernisierung in Angriff zu nehmen. Die von der Gemeinde beauftragten Architekten und Fachplaner schlugen dem Schulverband in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, als Vorsitzendem des Schulverbands, und der damaligen Rektorin die wesentlichen Maßnahmen vor.
Durchführung
Planungsphase
Zum Planungsbeginn wurde auf Initiative des Bürgermeisters eine Informationsfahrt zu einer nahe gelegenen Grundschule organisiert, zu der alle am Projekt beteiligten Gruppen eingeladen waren. Dort besichtigten Gemeindevertreter, Planer, Lehrer, Eltern und interessierte Bürger verschiedene Lüftungssysteme und eine Hackschnitzelheizung.
Während einer rekordverdächtigen Planungszeit von drei Monaten trugen alle Beteiligten durch konzentrierte und zeitaufwändige Zusammenarbeit zu zielführenden Entscheidungen bei.
Aus dieser intensiven Zusammenarbeit entstand gegenseitiges Vertrauen, wodurch Abstimmungen vereinfacht und Diskussionen verkürzt wurden.

Bauphase
Gemäß den Wünschen der Eltern und Lehrer konnte der Schulbetrieb mit nur wenigen Unterbrechungen während der Bauausführungen fortgeführt werden. Die Schüler zeigten großes Interesse an den Bauarbeiten. Dies spiegelte sich in spontanen Unterrichtsgesprächen zum Thema Energiesparen wider. Ein Großteil der lärmintensiven Bauarbeiten wurde in den Ferien durchgeführt.

Die Maßnahmen umfassten im Wesentlichen:

Gebäudehülle
- Wärmedämmverbundsystem
- Erneuerung des Daches
- z. T. neue Fenster, z. T. Erhalt der 2002-2006 ausgetauschten Fenster
- außenliegender Sonnenschutz als gestaltprägendes Element der modernisierten Fassade

Wärmeversorgung
- neue Hackschnitzelheizung (die Hackschnitzel werden aus regionalen Wäldern geliefert)
- neue Gas-Brennwert-Heizung zur Spitzenlastabdeckung
- zum Teil Dämmung und Erneuerung der Heizleitungen

Lüftung
- zwei Lüftungsanlagen (CO2-gesteuert) mit Wärmerückgewinnung auf dem Dach (für je vier Klassenräume)

Elektroinstallation
- neue Verkabelung
- EDV Installation

Sonstige Maßnahmen
- Photovoltaikanlage (finanziert durch Schulverband)
Die Anlage hat eine Leistung von 42,43 KWp und bringt etwa 41.050 KWh Strom im Jahr. Dies ist ungefähr der Bedarf der Schule und entspricht der Fahrleistung eines PKW´s von 252.000 km im Jahr.
- Brandschutzmaßnahmen

Öffentlichkeitsarbeit
Alle interessierten Bürger der Gemeinden Kürnach und Prosselsheim wurden über Bürgerversammlungen, öffentliche Medien und die Kommunikationsmittel der Gemeinden auf dem Laufenden gehalten und zu allen Festen und Veranstaltungen im Rahmen der Modernisierung eingeladen.
Um den Kindern die Modernisierung altersgerecht nahe zu bringen, wurde ein Energietag organisiert, bei dem in der Schule Stände mit Experimentierstationen aufgestellt wurden. Im Rahmen eines “Hackschnitzeltages“ wurde der Hackschnitzelbunker unter dem Pausenhof am Vormittag befüllt, wobei die Schüler zusehen durften. Das 40-jährige Jubiläum der Schule und die Fertigstellung der Sanierung wurden im Rahmen zweier Festtage begangen. Alle Pläne und Modelle wurden ausgestellt und die energetischen Maßnahmen erläutert. Die Abschlussvorstellung der Zirkusprojektwoche rundete das Programm ab.

Zitate
"Wir wollten Energie sparen, eine andere Energieform wählen und wir wollten selbst Energie produzieren. Damit war klar, wir brauchen eine Dämmung, eine alternative Heizform, eine Photovoltaikanlage und Energiesparmaßnahmen im Bereich Elektrik. Die Lüftung entstand erst langsam im Diskussionsprozess. Als das Ziel formuliert war – eine schöne, energetisch funktionierende Schule – zogen alle an einem Strang in eine Richtung. Das war aus meiner Sicht die Meisterleistung aller Beteiligten." (Thomas Eberth, 1. Bürgermeister)
Tipps
  • Intensives Einbinden von Hausmeister und Lehrkräften (Bereich Heizung, Lüftung, Gestaltung,...)
  • Mitnahme von Elternbeiräten und interessierten Eltern
  • Ständige Information über Stand der Bauarbeiten und weitere Entwicklungen
Stolpersteine
  • Parallel stattfindender Schulbetrieb

Beispiel gemeldet:09/2014 

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