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Bürgerwindpark Offenhausen

Errichtung und Betrieb von vier Windenergieanlagen im Landkreis Nürnberger Land, Gemeinde Offenhausen.

Projektstandort

Offenhausen

Offenhausen_georeferenzierung

Kontakt

Bürgerenergiewerke Offenhausen eG
Manfred Dorn
Vorstand
Hauptstraße 5
91238 Offenhausen
Tel: (09158) 928202
manfred.dorn[at]offenhausen.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Von Beginn der Inbetriebnahme bis Anfang Januar 2014 wurden durch die angeschlossenen Windenergieanlagen bereits über 1.000.000 kWh ins Netz eingespeist (Stand: 8. Januar 2014). Dies entspricht etwa dem Gesamtjahresverbrauch für 285 vier-Personen-Haushalte (bei einem Strombedarf von 3.500 kWh im Jahr).

Nutzen: Durch zwei voneinander unabhängige Gutachten wurden mittlere Windgeschwindigkeiten von 6,2 m/s bzw. 6,3 m/s in 140 Meter Nabenhöhe prognostiziert, was unter Berücksichtigung eines Sicherheitsabschlags von 10 Prozent einen jährlichen Parkertrag von ca. 23.100.000 kWh erwarten lässt.

Kosten: Gesamtkosten: 19.800.000 Euro
  Weitere Angaben: 12,8 Millionen der Gesamtkosten wurden von der Sparkasse Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim finanziert.

Beschreibung

Auslöser
Zunächst wurde das Unternehmen "Bürgerenergiewerke Offenhausen eG“ gegründet. Eines der erklärten Ziele des Unternehmens ist die Förderung der Erzeugung regenerativer Energien auf dem Gemeindegebiet Offenhausen unter Einbeziehung der Mitglieder bei der Planung und Umsetzung. 187 Bürger aus Offenhausen und Umgebung haben in das Projekt sieben Millionen Euro als Einlage eingebracht.
Die Geschäftsführung geschieht im Rahmen des Projektes in Form einer Kooperation zwischen den Bürgerenergiewerken Offenhausen eG (Komplementärin) und der Firma "Wust- Wind und Sonne GmbH & Co KG“, welche mit der technischen und kaufmännischen Betriebsführung beauftragt wurde.

Ein wesentliches Argument für die Durchführung des Projektes am gewählten Standort stellen die prognostizierten guten Windverhältnisse und damit verbunden hohen Erträge dar.

Unter Beteiligung vieler Ehrengäste (Firmen, Banken, politische Vertreter) sowie Bürgern fand am 30.11.2012 der gemeinsame Spatenstich für das Projekt statt.
Durchführung
Gegenstand des Projektes waren der Bau und die Inbetriebnahme vier baugleicher Windenergieanlagen des Typs Enercon E101 mit einer Nennleistung von jeweils 3 Megawatt. Die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau der jeweils 135 Meter hohen Anlagen umfassten unter anderem die Schaffung von Zufahrtswegen sowie die Erstellung von Lager- und Kranplätzen. Dazu kam die Verlegung des Telefon- und des Stromkabels.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Windpark Offenhausen existieren bereits seit den Jahren 2003 und 2006 zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von jeweils 100 Metern und 42 Meter Flügellänge.

Beim Ausheben der Baugruben für die Fundamente erwies sich der felsige Untergrund an einem der vier Standorte als besondere Herausforderung. Für die Bewältigung dieser Hürde kam ein 30-Tonnen schwerer mit einem Felsmeißel bestückter Bagger zum Einsatz.
An den anderen drei Standorten dagegen musste nach dem Aushub des Erdreiches als erstes eine tragfähige Gründung geschaffen werden.
Die Fundamente haben einen Durchmesser von 20 Metern und eine Gründung von drei Metern Tiefe. Zur Betonierung der Fundamente wurden pro Anlage 600 m3 Beton benötigt.

Für die Anlieferung der Segmente zum Bau der Türme war die Einrichtung einer provisorischen Autobahnabfahrt an der nahe gelegenen Autobahn erforderlich. Die Segmente, bestehend aus Halbschalen mit einem Gewicht von bis zu 30 Tonnen und Ringelementen aus Stahlbeton, wurden mit dem Tieflader zur Baustelle transportiert. Pro Windrad besteht der Turm aus 46 Fertigteilen.
Neben witterungsbedingten Verzögerungen kam hinzu, dass ein Teil der Autobahn aufgrund einer Sanierung halbseitig gesperrt war, weshalb ein Transport der Segmente zur Baustelle für einen bestimmten Zeitraum nicht möglich war.

Die Montage der Segmente erfolgte mit einem Kran, dessen Ausleger auf bis zu 150 Meter verlängert werden kann. Der Bau der vier Anlagen geschah annähernd zeitgleich.

Beim Bau der Windenergieanlagen wurden Flügel mit einer Länge von 47 Metern und einen beachtenswerten Gewicht von jeweils 21 Tonnen verwendet.
Technisch setzen die aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) bestehenden Flügel Maßstäbe in der Windenergietechnologie, was Leistung, Schallemission und Lastenminimierung betrifft. Durch ihre Geometrie wird die Energieausbeute optimiert und die Blätter sind weniger anfällig für Turbulenzen. Dazu gehören auch die optimierten Blattspitzen, sogenannte „Tips“. Diese sind analog zu Flugzeugflügeln um 90 Grad gebogen und sorgen für eine Reduzierung der durch Über- und Unterdruck entstehenden Turbulenzen.

Auflistung der Inbetriebnahmen:
WEA 1: am 29.11.2013 in Betrieb gegangen.
WEA 3: am 31.12.2013 in Betrieb gegangen.
WEA 4: am 18.12.2013 in Betrieb gegangen.
WEA 2: am 11.02.2014 in Betrieb gegangen.

Nach der Inbetriebnahme standen z. B. der Rückbau der provisorischen Autobahnabfahrt oder kleinere Nacharbeiten auf der Kabeltrasse an. Zudem sind zu Beginn und dann wiederkehrend Wartungsarbeiten notwendig, infolge dessen die Anlagen kurzfristig abgeschaltet werden. Zur Wartung gehört z. B. der Austausch kleinerer Bauteile, die Kontrolle der Verschraubungen der Rotorblätter oder das Nachfüllen von Öl- und Schmierfett.
Zitate
"Wir sind den richtigen Weg gegangen" (Sabine Felßner, 2. Bürgermeisterin)
Tipps
  • Abschließung eines Vollwartungsvertrages mit dem Hersteller der Windenergieanlagen.
  • Für möglichst termingerechte Ausführungen der Bauarbeiten gute Abstimmung mit den beteiligten Firmen erforderlich.
Stolpersteine
  • Der Untergrund kann sich auf Bauzeit und Kosten auswirken.
  • Damit rechnen, dass nachträgliche Optimierungen an den Windenergieanlagen erforderlich sind.

Beispiel gemeldet:11/2014 

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