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Thermographie-Spaziergänge im Fünfseenland

Teilnehmer werden anhand von exemplarischen Gebäudeanalysen über energetische Schwachstellen informiert.

Projektträger: Landkreis Starnberg

Projektstandort

Starnberg

Starnberg_georeferenzierung

Kontakt

Landkreis Starnberg
Josefine Anderer-Hirt
Klimaschutzmanagerin
Strandbadstraße 2
82319 Starnberg
Tel: (08151) 148-352
klimaschutz[at]LRA-starnberg.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Das Verfahren bietet Eigenheimbesitzern niederschwelligen Zugang zum Thema Gebäudesanierung, die Wirkungen sind mittelfristig zu evaluieren.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Es entstehen fast ausschließlich Kosten für die Honorare der Thermographen.

Nutzen: Viele Teilnehmer kündigten an, eine umfassende Bestandsaufnahme ihres Gebäudes zu planen, einige haben bereits auch schon Einzelmaßnahmen umgesetzt.

Kosten: Gesamtkosten: 2.000 Euro
  Weitere Angaben: Kosten fallen für das Honorar der Energieberater an - ca. 2.000 € pro Winter für die ca. 12 Gemeinden. Diese Kosten wurden vollständig aus dem Budget des Klimaschutzmanagements des Landkreises finanziert. Eine indirekte Förderung erfolgte durch die Nationale Klimaschutzinitiative, indem die über dieses Programm geförderte Klimaschutzmanagerin ihre Arbeitszeit für die Koordination zur Verfügung gestellt hat.
Fotos
  • Thermographieaufnahme eines Wohnhauses. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
  • Thermographie-Spaziergang in Inning. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
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(insgesamt 2 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Ein Auslöser für die Einführung der Thermographie-Spaziergänge war das integrierte Klimaschutzkonzept, welches 2010 für das Fünfseenland erstellt wurde. In diesem wurde das Ziel genannt, dass die Sanierungsquote in der Kommune von den aktuell 1,5 % auf mindestens 4 % gesteigert werden soll.

Um diesem Ziel näher zu kommen und sanierungswillige, aber zögerliche Hausbesitzer weiter aufzuklären und letztlich zu der energetischen Sanierung ihres Hauses zu motivieren, wurde im Winter 2012/13 das Projekt "Thermographie-Spaziergänge im Fünfseenland" gestartet. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war es unter anderem, auf die Wichtigkeit einer neutralen und umfassenden Energieberatung hinzuweisen.

Die Federführung übernahm die Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz des Landkreises Starnberg. Kooperationspartner waren der Energiewendeverein e.V. sowie Bürgermeister und Umweltbeauftragte der kreisangehörigen Kommunen.
Durchführung
Bei den Spaziergängen konnten die Bürger kostenlos einem Energieberater mit Wärmebildkamera über die Schulter schauen, teilweise sogar vor der eigenen Immobilie. Bei diesem Thermographieverfahren werden Schwachstellen in der Gebäudehülle und somit die am dringendsten notwendigen Sanierungsmaßnahmen aufgedeckt. Aufgrund der Voraussetzungen für Thermographieaufnahmen (Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen muss mind. 15° Kelvin betragen) können die Spaziergänge stets nur im Winter stattfinden.

Die maximale Teilnehmeranzahl war auf 12 Personen begrenzt, wobei es teilweise Wartelisten gab. Die Spaziergänge fanden stets in 11 bis 13 der kreisangehörigen Kommunen statt. Bei den ca. zweistündigen Rundgängen wurden jeweils drei bis fünf Gebäude besprochen und beispielhaft energetische Schwachstellen aufgezeigt. Die Teilnehmer konnten ihr Haus dafür im Vorfeld anmelden. Auch die Bürgermeister nahmen meist an den Spaziergängen teil und betonten die Wichtigkeit der Sanierung.

Da die Resonanz im Winter 2012/13 sehr positiv war, wurde die Aktion im darauffolgenden Winter wiederholt. Insgesamt haben nun bereits mehr als 200 interessierte Personen in 13 Gemeinden an den Thermographie-Spaziergängen teilgenommen. Eine Evaluation unter den Teilnehmern ergab, dass die Aktion auf große Begeisterung gestoßen ist. Nach einigen Monaten wird stets bei den Teilnehmern, sofern deren E-Mail-Adressen vorliegen, abgefragt, welche Sanierungsmaßnahmen nach dem Thermographie-Rundgang konkret umgesetzt worden sind. Die erste Abfrage im November 2013 hat ergeben, dass die Teilnehmer Einzelmaßnahmen umgesetzt haben, für 2014 ist diese Abfrage im Herbst vorgesehen. Aus Evaluierungen von Wirkungen verschiedener Energieberatungsansätze ist allerdings bekannt, dass die Umsetzung in einem Zeitfenster von fünf Jahren geschieht, deshalb sind 10 Monate Umsetzungsdauer viel zu kurz für eine aussagekräftige Bewertung. Am Rande der Thermographie-Spaziergänge war aber zu beobachten, dass einzelne Teilnehmer sehr wohl eine umfangreiche energetische Bestandsaufnahme ihres Gebäudes planen.
Zitate
"Das ständig gekippte Fenster im unbeheizten Schlafzimmer zeigt großen Wärmeverlust." (Regina Utech, Thermographin)
"Nur die Fenster tauschen ist gefährlich, weil dann in der Regel die Wand dazwischen zum schwächsten Bauteil wird, wo sich Feuchtigkeit niederschlägt und Schimmel ansetzt, was man u. U. lange nicht merkt." (Regina Utech, Thermographin)
"Die Veranstaltung war aufschluss- und erkenntnisreich. Wir werden uns jetzt mit unserem Haus eingehend beschäftigen und unsere persönliche Energiewende planen." (Teilnehmer aus Weßling, 2014)
"Es war gut zu sehen, dass die bereits getätigten Sanierungsmaßnahmen eine Wirkung haben." (Teilnehmer in Berg, 2014)
Tipps
  • Unterstützung durch den Bürgermeister und gutes Marketing der Aktion sind extrem wichtig.
  • In einem Kurzvortrag zu Beginn wird das Prinzip der Wärmebildkamera vorgestellt, damit die Komplexität der energetischen Gebäudesanierung deutlich wird. Im Freien verlieren sich solche Infos akustisch.
  • Kompetenter Ansprechpartner bei der Entgegennahme der Anmeldungen: Da tauchen schon viele Fragen auf; manches kann schon vorher geklärt bzw. auf Fördermöglichkeiten oder Energieberaterlisten verwiesen werden.
Stolpersteine
  • Warme Wintertage mit viel Sonneneinstrahlung wie 2014: Zwei Termine mussten abgesagt werden; andere waren grenzwertig.
  • Das hohe Alter einiger Teilnehmer: Erfordert Einfühlung und Behutsamkeit bei den Ausführungen.

Beispiel gemeldet:07/2014 

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