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Ehrenamtlicher Energiebeauftragter legt Grundstein für kommunales Energiemanagement

Verbrauchsdatenerfassung und Vorschläge zu Energieeinsparungen bieten einen guten Einstieg in das Energiemanagement.

Projektträger: Markt Rieden

Projektstandort

Rieden

Rieden_georeferenzierung

Kontakt

Erwin Flierl
Ehrenamtlicher kommunaler Energiebeauftragter (KEB)
92286 Rieden
Tel: (09474) 1627
e.flierl[at]gmx.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Das KEM und die daraus folgenden Maßnahmen (z. B. Dämmung der Wände und Decken der Schule) führten zu einer beträchtlichen Energieeinsparung.
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Das kommunale Energiemanagement (KEM) konnte zügig umgesetzt werden und lieferte zeitnah Impulse für weitere Projekte, wie z. B. die Errichtung von PV-Anlagen auf Schule, Rathaus und Kläranlage.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Durch das ehrenamtliche Engagement des kommunalen Energiebeauftragten (KEBs) war kein Kapitaleinsatz nötig. Einige der aus dem KEM folgenden Projekte, wie der Einsatz neuer Heizungspumpen in Schule und Rathaus, konnten ebenfalls kostengünstig umgesetzt werden.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 8 % gegenüber Vorjahreswerten
  Energieeinsparung: ca. 5 %

Nutzen: Zwar wurden Energieeinsparungen verzeichnet, in den Energiekosten tauchten diese aber nicht auf, da sie sich mit den gestiegenen Energiepreisen wieder aufhoben.

Kosten: Weitere Angaben: Da das KEM ehrenamtlich durchgeführt wurde, vielen keine bemerkenswerten Kosten an. Die Ausgaben für die aus dem KEM resultierenden Maßnahmen (Dämmung, Heizungsregelung, Hackschnitzelanlage) betrugen 170.000 €.

Beschreibung

Auslöser
Der Bürgermeister und Gemeinderat wurden 2004 durch den Verein zur Nutzung nachhaltiger regenerativer Energien in der Oberpfalz (regEn; inzwischen in das Zentrum für erneuerbare Energien integriert) zum KEM angeregt. Sie starteten einen Zeitungsaufruf, um einen kommunalen Energiebeauftragten (KEB) zu finden und wählten Erwin Flierl aus.

Um die Arbeiten unbürokratisch abwickeln zu können, wurde, in Abstimmung mit dem Bürgermeister, ein Arbeitskreis Energie mit drei Gemeindeangestellten (Verwaltungsfachmann, Hausmeister, Elektriker im Bauhof) und dem KEB gebildet.
Durchführung
Ein wichtiger Arbeitsschritt des KEBs (in Abstimmung mit den weiteren Mitgliedern des Energiearbeitskreises) ist die Verbrauchserfassung für Strom, Heizenergie und Wasser der kommunalen Liegenschaften. Hierzu gehören u. a. das Rathaus, Schule, Turnhalle, Freibad, die Gebäude der freiwilligen Feuerwehren, die Straßenbeleuchtung und die Abwasserentsorgung/Kläranlage.

Nachdem die Verbrauchsdaten ausgewertet und ggf. witterungsbereinigt wurden, wird die Entwicklung dieser Daten sowie die dazugehörigen Kosten grafisch dargestellt (in Excel).

Im Zuge der Verbrauchsdatenerfassung werden auch Mängel in bzw. an Gebäuden und Anlagen erfasst sowie Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen – insbesondere für energetische Optimierungen – gemacht. In einer jährlichen Dokumentation werden die Daten als Energiebericht an den Bürgermeister und Gemeinderat weitergegeben.

Der KEB pflegt außerdem den interkommunalen Erkenntnisaustausch (Netzwerk) und ist Ansprechpartner auf kommunaler Ebene.
Tipps
  • Der KEB kann sich allmählich in das Fachgebiet einarbeiten, ein gewisses technisches Verständnis sollte jedoch vorhanden sein.
  • Als ehrenamtlicher KEB sollte man einen "guten Draht" zur Gemeinde bzw. zu den entsprechenden Mitarbeitern haben, um die notwendigen Daten unbürokratisch und schnell zu erhalten. Der KEB sollte deshalb offiziell im Gemeinderat vorgestellt werden. Außerdem sollten Ansprechpartner (Gemeindemitarbeiter) verpflichtet werden, welche dem KEB alle notwendigen Daten und Informationen liefern können.
  • Kommunen, welche ein KEM einführen wollen, sollten sich Informationen von anderen Kommunen, auch aus anderen Landkreisen, besorgen. Eventuell ist es auch sinnvoll, ein interkommunales Netzwerk zum Austausch zu initiieren (wie z. B. es durch das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit in Ensdorf gemacht wird).
Stolpersteine
  • Zum Start des Projekts (KEM) wäre eine einheitliche Vorgabe des Energieberichts für alle Gemeinden vorteilhaft gewesen. Ein Quervergleich der Gemeinden wäre damit viel leichter.
  • Oft sind Gemeinderäte, deren Interesse nicht unbedingt Energie und Energieeinsparung sind, ein Hindernis für größere Maßnahmen, weil meistens finanzielle Vorleistungen erbracht werden müssen.

Beispiel gemeldet:05/2014 

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