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Unternehmen setzt auf innovative Kühlung im Zusammenhang mit einer Altlastensanierung

Nutzung des Abwassers aus Grundwassersanierung zu Kühlzwecken in der Produktion.

Projektträger: Brose Coburg, Werk 1

Projektstandort

Coburg

Coburg_georeferenzierung

Kontakt

Frank Rehder
Ketschendorfer Straße 38 - 50
96450 Coburg
Tel: (09561) 211630
frank.rehder[at]brose.com

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Durch den Einsatz von Grundwasser zur Kühlung kann ca. 55 % der Energie eingespart werden

Einsparungen: Energieeinsparung: ca. 1.000 MWh / Jahr
  Kosteneinsparung: ca. 50.000

Beschreibung

Auslöser
Um den steigenden Kälteenergiebedarf zu decken, benötigte das Unternehmen eine zusätzliche Energiequelle. Aufgrund der innerstädtischen Lage des Firmengeländes schied ein Kühlturm als Kältequelle aufgrund immissionsschutzrechtlicher Vorschriften (Lärmschutz) aus.

Eine auf dem Betriebsgelände bereits seit längerer Zeit laufende Grundwasser- und Bodensanierung, bei der Grundwasser gefördert und über eine Strippanlage gereinigt wird, kam als Kältemittelquelle in Frage.
Durchführung
Auf dem ca. 2,5 Hektar großen Gelände liegt eine Lösemittel - Verunreinigung (LHKW) sowohl im Grundwasser als auch im Boden vor. Seit mittlerweile 30 Jahren wird das Grundwasser abgepumpt und gereinigt. Das gereinigte Grundwasser wird anschließend in den öffentlichen Kanal eingeleitet, da am Standort auf Grund einer Oberflächenversiegelung keine Möglichkeit zur Versickerung des Wassers gegeben ist.

Zusammen mit einem Ingenieurbüro wurde die Idee entwickelt, die Produktionsprozesse mit Grundwasser aus der Grundwassersanierung zu kühlen. Da der Wasserbedarf größer als die Förderrate der Grundwassersanierung war, musste eine Erhöhung der Grundwasserentnahmerate beantragt werden.

Das geförderte Grundwasser wird in Vorlagebehältern gesammelt und teilweise direkt zur Kühlung der Maschinen eingesetzt. Hierfür wird das Wasser über einen Wärmetauscher geführt, in dem es die Wärmeenergie eines Kühlmediums aufnimmt und sich dadurch auf ca. 20 °C erwärmt. Anschließend wird das zu Kühlzwecken verwendete Grundwasser zusammen mit dem nicht benutzten Anteil einer Strippanlage zugeführt.

Bei einer Strippanlage wird eine mit Füllkörpern besetzte Kolonne von oben mit dem belasteten Grundwasser beschickt. Im Gegenstrom zum Wasser wird Luft in die Anlage eingeblasen. Die leichtflüchtigen Schadstoffe gehen vom Wasser in die Luftphase über und werden ausgestrippt. Die belastete Strippluft wird nach Bedarf mittels Aktivkohle gereinigt. Bei höheren Belastungen werden zur Sicherheit zwei Strippanlagen hintereinander geschaltet.

Durch den Einsatz von Grundwasser zur Kühlung kann ca. 55 % der Energie eingespart werden, wodurch sich eine Kostenreduktion von ca. 20 % ergibt.
Tipps
  • Nach Möglichkeit einstufige Strippanlage verwenden um Pumpenleistung zu reduzieren
  • Mehrere Wärmetauscher installieren, um im laufenden Betrieb Wartungen durchführen zu können
  • Beachtung der Kalkausfällung durch Einsatz von Kalkstabilisatoren
Stolpersteine
  • Größerer Vorlagebehälter, welcher auch als Pufferbehälter nutzbar ist
  • Problematische Regelung der Förderleistung für den Brunnen

Beispiel gemeldet:06/2012 

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