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Ein Diagramm, daneben stehen die Wörter Zahlen, Daten, Fakten. Hintergrundbild: Fliegende Samen einer Löwenzahnpflanze. (Quelle: Chepko Danil - Fotolia.com)

Daten und Fakten

Windenergie ist eine gute Ergänzung zur Solarenergie, da der Wind meist dann stärker weht, wenn kaum Sonne scheint, insbesondere in den Wintermonaten.

Windenergie im Vergleich

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Anteile der Energieträger an der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern 2020.
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Darstellung der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern als Tortendiagramm

Im Jahr 2020 betrug der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung in Bayern 6,4 %, wobei 4,9 Mrd. kWh Strom erzeugt wurden.

Zahlen 2020

Beitrag der Windenergie an der Energieversorgung in Bayern 2020 Strom aus Windenergie (absolut) Anteil an allen erneuerbaren Energieträgern Anteil an allen Energieträgern
Primärenergieverbrauch (Schätzung) 16.583 TJ 4,3 % 0,9 %
Bruttostromerzeugung 4,9 Mrd. kWh 12,3 % 6,4 %

Daten: StMWi (2021): Energiedaten.Bayern – Schätzbilanz. Daten bis zum Jahr 2020, LfStat (2021): Stromversorgung und -verbrauch

Als Primärenergie wird jene Energie bezeichnet, die in den natürlich vorkommenden Energieträgern wie z. B. Biomasse, Erdöl, Erdgas, Kohle etc. enthalten ist, ohne dass der Energieträger einem Umwandlungsprozess unterzogen wurde. Da die auftreffende Windenergie nicht gemessen werden kann, wird in der Statistik der Primärenergieverbrauch von Windenergieanlagen mit der erzeugten Energie gleichgesetzt. In der Statistik wird bei der Bruttostromerzeugung ab 2017 der Eigenverbrauch der Windenergieanlagen zugeschätzt.

Übersichtstabelle – Windenergienutzung in Bayern 2020

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Größenverteilung der Windenergieanlagen und ihren jeweiligen Anteil an der Stromversorgung.

Windenergie in Bayern 2020* 70 kW bis < 1 MW 1 MW bis < 2 MW 2 MW bis < 3 MW 3 MW und größer gesamt
Anzahl der Anlagen 122 103 647 257 1.129
Installierte Leistung [MW] 74 148 1.500 821 2.543
Erzeugte Strommenge [Mio. kWh] 79 197 2.945 1.535 4.756
Versorgung von ... Haushalten(**) 25.000 62.000 920.000 480.000 1,5 Mio.
Erzeugte Strommenge je Einwohner [kWh] 6 15 224 117 362

* ohne Kleinwindenergie < 70 kW
** gemittelter Jahresstromverbrauch eines Durchschnitts-Haushalts von 3.200 kWh
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

  • Die Größe der Windenergieanlagen spiegelt in den meisten Fällen deren Alter wider. Technische Neuerungen wie größere mögliche Turmhöhen und besseres Schwachwindverhalten haben zu immer leistungsstärkeren Windrädern geführt.
  • Die meisten Windenergieanlagen in Bayern haben eine Nennleistung von 2 MW oder mehr. 94 % des Windstroms wurde 2020 von diesen Anlagen produziert.
  • Windenergieanlagen mit Leistungen unter 2 MW sind zumeist älteren Datums, nach 2007 wurden kaum noch Windräder dieser Leistungsklasse errichtet.

Entwicklung der Anlagengrößen

In den beiden folgenden Diagrammen werden die jährlich in Betrieb genommenen Windenergieanlagen mit mehr als 70 kW dargestellt.

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Anzahl der jährlich neu installierten Windenergieanlagen seit 1994.
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Leistung der jährlich neu installierten Windenergieanlagen seit 1994.

Deutlich ist die Zunahme der Nennleistung der einzelnen Anlagen zu erkennen. Während im Jahr 2001 noch hauptsächlich Windenergieanlagen mit 500 oder 600 kW errichtet wurden, führten schon im nächsten Jahr 1,0- bis 1,8-MW-Anlagen den Zubau an. Vier Jahre später dominiert bereits die 2-MW-Klasse. Seit 2013 entfällt rund ein Drittel der neu installierten Leistung auf Windräder ab 3 MW. Neuanlagen mit weniger als 2 MW Nennleistung gibt es seit 2008 praktisch nicht mehr. 2020 wurden erstmals Anlagen mit mehr als 4 MW Leistung installiert.
Durch die wachsenden Anlagengrößen ließ sich im Jahr 2017 gegenüber 2003 mit der vierfachen Anzahl von neuen Windrädern die zehnfache Leistung verwirklichen.

Kleinwindenergie

Eine Abgrenzung zwischen Klein- und Großwindanlagen bietet die DIN EN 61400-2 bei 200 m2 überstrichener Rotorfläche. Bis zu dieser Grenze lassen sich Windenergieanlagen bis ca. 70 kW realisieren.
In Bayern gibt es viele Kleinwindanlagen, die hauptsächlich dem Eigenverbrauch der privaten oder gewerblichen Betreiber dienen. Für diese Anlagen gibt es kein öffentliches Anlagenregister. Im Energie-Atlas Bayern sind etwa 150 Windanlagen mit weniger als 70 kW Leistung. Im Jahr 2020 wurden in Bayern über das EEG rund 214.000 kWh Strom vergütet, die von Kleinwindanlagen ins Netz gespeist wurden.

Durchschnittliche Anlage

Für den Vergleich mit anderen Energieträgern finden Sie im Folgenden Werte für eine "typische Anlage".
Ausgegangen wird von einem Neubau einer modernen Windenergieanlage an einem gut geeigneten Standort. Die genannten Daten sind Richtwerte und können nicht die fachliche Planung für ein konkretes Bauvorhaben ersetzen.

Windenergieanlage 5 MW  
Installierte Leistung 5.000 kW
Strommenge (pro Jahr) ca. 10.000.000 kWh
Flächenbedarf 2.000 m2 bis 4.000 m2 (für Fundament und Kranstellfläche)
Abstände zwischen Anlagen in Windparks: in Hauptwindrichtung fünffacher Rotordurchmesser, in Nebenwindrichtung dreifacher Rotordurchmesser; die Fläche kann überwiegend land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden
Investitionskosten 8.500.000 € (1.400 bis 2.000 € / kW)
Betriebskosten (jährlich) 100.000 € (20 € / kW)
Stromgestehungskosten 6,4 – 8,3 ct / kWh
Energetische Amortisation unter einem Jahr

(Quellen: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Entwicklung

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Die Grafik stellt die Entwicklung der installierten leistung sowie den Zubau der Windenergie in Bayern von 2002 bis 2021 dar.

Bereits in den 1990er Jahren wurden Windräder zur Stromerzeugung in Bayern errichtet. Die jährlichen Installationszahlen sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig: Kapitalverfügbarkeit, Kosten und Verfügbarkeit der Anlagen, Vergütungshöhe, Dauer der Gutachten und Genehmigungen und Unterstützung in der ansässigen Bevölkerung.
Änderungen in den Planungsgrundlagen wirken sich wegen der mehrjährigen Planungs- und Umsetzungsphase erst mit deutlicher Verzögerung bei den Installationszahlen aus.

Deutlich zugenommen hat der Ausbau seit 2011. Gründe dafür könnten in der seit 2009 erhöhten Anfangsvergütung liegen sowie in der technischen Entwicklung. Seit dieser Zeit bieten mehrere Hersteller sogenannte Schwachwindanlagen an. Diese zeichnen sich durch längere Rotoren, größere Turmhöhen und hohe Erträge auch bei niedrigeren Windgeschwindigkeiten aus.

Zukunft

Gemäß dem Bayerischen Energieprogramm vom Oktober 2015 soll im Jahr 2025 der Anteil der Windenergie 5 bis 6 % an der Bruttostromerzeugung in Bayern betragen.