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Aufbau eines Kommunalen Energiemanagements (KEM)

Die städtischen Liegenschaften Bobingens wurden durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) drei Jahre lang betreut. Regelmäßig wurden die Betriebseinstellungen der Heizungsanlagen überprüft und optimiert, nicht- und geringinvestive Maßnahmen umgesetzt sowie Gebäudeverantwortliche geschult.

Projektträger: Stadt Bobingen

Projektstandort

Bobingen

Bobingen_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Ermittlung und Umsetzung von nicht- und geringinvestiven Maßnahmen sowie der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen, die zu einer nachhaltigen Senkung der CO2-Emissionen der städtischen Gebäude führen. Bei Vor-Ort-Terminen in den Liegenschaften Prüfung und Optimierung der Regelungseinstellungen der Anlagentechnik sowie Schulung der Verantwortlichen (Hausmeister-Projektleiter).

Einsparungen: CO2-Einsparung: 67 Tonnen
  Energieeinsparung: 240 MWh Wärme, 12 MWh Strom
  Kosteneinsparung: 17.000 Euro

Kosten: Gesamtkosten: 53.447 Euro

Förderung: Zuschuss: 26.723 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: KlimR

Beschreibung

Auslöser
Aktivität im Rahmen der Teilnahmen am European Energy Award der Stadt Bobingen.
Durchführung
Das Energiemanagement sichert den energiesparenden Betrieb in den kommunalen Liegenschaften. Dabei gilt es gesetzliche, wirtschaftliche und nutzerspezifische Anforderungen sowie umweltpolitische Zielsetzungen zu berücksichtigen.

In gemeinsamer Anstrengung mit den Gebäudeverantwortlichen und Nutzern sollen der Energieverbrauch, die CO2-Emissionen sowie die Energiekosten in den Liegenschaften der Stadt Bobingen gesenkt werden.

Basis des Energiemanagements ist die Verbrauchskontrolle. Sie beinhaltet die regelmäßige Erfassung, Aufzeichnung und Auswertung von Gas-, Öl-, Nahwärme-, Strom- und Wasserverbrauch, einschließlich deren Kosten. In den kommunalen Gebäuden in Bobingen wird der Verbrauch von Wärme, Strom und Wasser fast vollständig erfasst (mehr als 95%). Dabei werden die Verbräuche monatlich erfasst und in das Programm „EasyWatt“ eingepflegt. Die Energieverbräuche werden witterungsbereinigt, um den Heizenergieverbrauch unterschiedlicher Jahre vergleichen zu können.

Eine Erfassung der Kosten in EasyWatt erfolgt nicht. Hier liegen lediglich die Abrechnungen der Versorger vor, die in Exceltabellen eingepflegt werden.

Seit dem Aufbau des kommunalen Energiemanagements im Jahr 2006 ist die Zahl der betreuten Liegenschaften kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2017 wurden 21 kommunale Liegenschaften sowie das evangelische Gemeindezentrum betreut, mit einer Brutto-Grundfläche von etwa 55.000 m².

Um einen Überblick über die wichtigsten energetischen Faktoren von Gebäuden zu erhalten, müssen für jedes Gebäude mindestens folgende Daten erfasst werden:

  • Nutzungsart
  • Baujahr
  • Energiebezugsfläche
  • Bauphysikalischer Zustand der Gebäudehülle
  • Heizungssysteme
  • Elektrische Verbraucher


Diese Daten sind zum großen Teil erfasst, Lücken werden nach und nach ergänzt. Aus den Ergebnissen der Gebäudeanalyse können gemeinsam mit dem erfassten Energieverbrauch, Kennwerte ermittelt werden, die Vergleiche mit anderen Gebäuden gleicher Nutzung erlauben. Im Gebäudebereich werden Kennzahlen aus Energieverbrauch und beheizter Grundfläche genutzt.

Aufbauend auf den erfassten Verbräuchen können durch Betriebsoptimierungen, organisatorische und geringinvestive Maßnahmen bis zu 15% des jährlichen Energieverbrauchs und der dazugehörigen Kosten eingespart werden. Häufig können bereits kleine Änderungen des Nutzerverhaltens oder Veränderungen von Einstellungen zu deutlichen Einsparungen ohne Komforteinbußen führen.

Ab 2015 wurden die Liegenschaften durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), Kempten betreut. Dabei werden die Betriebseinstellungen der Heizungsanlagen überprüft und ggf. optimiert. Das Kommunale Energiemanagement umfasst folgende 15 Liegenschaften:

  • Rathaus
  • Laurentius Grundschule
  • Alte Mädchenschule
  • Dr. Jaufmann Mittelschule
  • Jahnhalle
  • Kinderkrippe/Generationentreff
  • Kindergarten Arche Noah
  • Kindergarten St. Felizitas
  • Grundschule an der Singold
  • Sporthalle und Mensa
  • Singoldhalle
  • Grundschule Straßberg
  • Grundschule Siedlung
  • Städtischer Bauhof
  • Feuerwehrneubau


Die monatliche Verbrauchserfassung und Auswertung sowie die Erstellung des jährlichen Energieberichts erfolgt durch die Stadt Bobingen. Das eza! unterstützt das städtische Energiemanagement durch die Ermittlung und Umsetzung von nicht- und geringinvestiven Maßnahmen – sowie der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen die zu einer nachhaltigen Senkung der CO2-Emissionen in den Liegenschaften der Stadt Bobingen führen. Bei regelmäßigen Vor-Ort-Terminen in den Liegenschaften werden die Regelungseinstellungen der Anlagentechnik überprüft und optimiert. Die Stadt Bobingen hat dazu einen Projektverantwortlichen für das Projekt als Ansprechpartner für eza! bestimmt.

Umsetzung von CO2-Minderungsmaßnahmen durch eza!:

  • Beratung der Verantwortlichen (Hausmeister-Projektleiter) vor Ort zur Betriebsoptimierung bei der Einleitung von Sparmaßnahmen
  • Schulung der Gebäudeverantwortlichen (Hausmeister)
  • Optimierung der Nutzung der Gebäude, gemeinsam mit den Nutzern und den Gebäudeverantwortlichen (Hausmeister)
  • Einweisung der Gebäudeverantwortlichen (Hausmeister) in technische Systeme bzw. in die Anpassung von Steuerung und Regelung


Beiträge der Stadt Bobingen:

  • Die Stadt verpflichtet sich, den Mitarbeitern von eza! freien Zugang zu den vereinbarten Liegenschaften zu ermöglichen und sie bei der Datenaufnahme zu unterstützen.
  • Die Stadt beseitigt auf Anforderung von eza! kleinere Mängel und führt kleinere Maßnahmen bis zu einem Wert von 1.000,- € sofort durch.
  • Die Stadt stellt einen Mitarbeiter ab, der die Begehungen von eza! in den Liegenschaften regelmäßig begleitet und so in die Verfahrensweise des Kommunalen Energiemanagements eingewiesen wird.


Entwicklungen der Liegenschaften im Energiemanagement:

Mit Aufzeichnungen aus Easy Watt kann die Verbrauchsentwicklung von Wärme, Strom und Wasser in den meisten Fällen bis ins Jahr 2008 zurückverfolgt werden. Im Förderzeitraum von 2014 bis 2017 sind sowohl der Wärme- als auch der Stromverbrauch rückläufig. Gleichzeitig wurden etwa 67 t CO2 weniger emittiert.

Beispiel gemeldet:10/2018
zuletzt aktualisiert:01/2019

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