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Bayerns kleinstes Heilbad nutzt Nahwärme aus Biomasse

Umsetzung eines Nahwärmenetzes in Zusammenarbeit mit der TU München und ansässigen Landwirten.

Projektträger: Gemeinde Bad Alexandersbad

Projektstandort

Bad Alexandersbad

Bad Alexandersbad_georeferenzierung

Kontakt

Bad Alexandersbad
Peter Berek
1. Bürgermeister
Markgrafenstraße 28
95680 Bad Alexandersbad
Tel: (09232) 9925-10
peter.berek[at]badalexandersbad.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Mit der Nutzung erneuerbarer Energien sowie der Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten konnte Bad Alexandersbad bereits über 4.200 t CO2 einsparen.

Kosten: Gesamtkosten: 3,6 Mio. Euro
  Weitere Angaben: Auf eine Kesselförderung des TFZ Straubing wurde verzichtet, da diese keinen wirtschaftlichen Vorteil erbracht hätte.

Förderung: Kredit: 3,6 Mio. Euro
  Zuschuss: 1.800 Euro pro Hausanschluss, 60 Euro pro Meter gebauter Leitung und Anlagenzuschuss insgesamt 100.000 Euro
  Fördergeber: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Beschreibung

Auslöser
2008 standen die Vorzeichen für das Heilbad Bad Alexandersbad nicht gerade gut. Die Lage in der strukturschwachen ehemaligen Grenzregion sorgte zusammen mit den Auswirkungen von Gesundheitsreformen seit 1990 für dessen steten Niedergang. Für die Kommune gab es im Grunde nur eine Möglichkeit: Konzentration auf das, was sie ausmacht - das Heilbad. Die Verantwortlichen und die Bürger wollten dabei bewusst keine Maßnahmen von außen, sondern den Weg der Selbstheilung. Da der Betrieb eines Heilbades sehr energieintensiv ist, hatte das Thema Energie oberste Priorität.
Durchführung
Zu Beginn erforderte es eine knallharte Analyse, aus der ein Masterplan entwickelt wurde. In den Jahren 2010 und 2011 wurde das bisher größte Energieprojekt umgesetzt: der Aufbau einer Nahwärmeversorgung mit Holzhackschnitzel und Biogas für den gesamten Kernort. Mit der Technischen Universität München wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Im Oktober 2010 begann die Umsetzung.
Das Besondere an dem Konzept ist die Zusammenarbeit mit fünf ansässigen Landwirten, die eine Biogasanlage betreiben und das Gas im gemeindlichen Heizkraftwerk verstromen sowie die komplette Wärme ins System einspeisen. Inzwischen hat Bad Alexandersbad 12.900 MWh Wärme erzeugt und verteilt sowie 4.200 t CO2 eingespart. Mit einer Investitionssumme in Höhe von 3,6 Mio. € wurden 3,9 km Leitungen verlegt. Die Finanzierung wurde ohne Eigenkapital konzipiert. Aus KfW-Programmen erhielt die Gemeinde einen Tilgungszuschuss von 1.800 € je Übergabestation (Hausanschluss) sowie 60 € für jeden Meter gebauter Leitung. Darüber hinaus wurde der KfW-Anlagenzuschuss in Höhe von 50 € je installiertem Kilowatt in Anspruch genommen, insgesamt 100.000 €. Allerdings geht nicht aus jeder Förderung ein wirtschaftlicher Vorteil hervor. So wurde auf eine Kesselförderung in Höhe von 160.000 € verzichtet, die vom TFZ Straubing vergeben worden wäre. Für die Leitungen wurden Kunststoffrohre verwendet, weil deren Verlegung die Bauzeit verkürzte, was sich wiederum positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkte.
Derzeit errichtet die Gemeinde das neue Gesundheitszentrum mit höchsten Energiestandards – Vollwärmeschutz, Wärmerückgewinnung und Anschluss an die gemeindliche Nahwärme. 2016 steht darüber hinaus der Abriss einer Energieschleuder, das 1971 erbaute ehemalige Kur- und Sporthotel, an.
Tipps
  • Alles Planen nützt nichts, wenn darauf kein Handeln folgt.
  • Im Hinblick auf Fördermöglichkeiten, Finanzierungsprogramme und Zinsen ist es wichtig, immer auf dem neusten Stand zu sein.
  • Neben dem Projektplaner ist neutrales Expertenwissen Gold wert.
  • Rechnen Sie mit Fehlern und Problemen und bewältigen Sie diese.

Beispiel gemeldet:08/2016 

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