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Fragen zum Programmteil EnergieSystemHaus

Antragsobjekt und Förderfähigkeit

1. Mein Haus ist zehn Jahre alt. Ist eine Förderung im Rahmen von EnergieSystemHaus möglich?
Nein. Eine Förderung ist nur auf der Basis einer gleichzeitigen KfW-Effizienzhaus-Förderung möglich. Diese gibt es für Neubauten und für Sanierungsobjekte mit Baujahr 2002 und früher.
2. Was ist der Unterschied zwischen einem Zweifamilienhaus und zwei Doppelhaushälften?
Doppelhaushälften gelten wie Reihenhäuser als einzelne Häuser (jeweils eigener Antrag ist erforderlich). Zweifamilienhäuser sind Häuser mit zwei Wohneinheiten, die nicht über getrennte Eingänge verfügen (einzelner Förderantrag ist ausreichend). Eine Ausnahme bilden Häuser mit einer Einliegerwohnung, die einen getrennten Eingang hat. Auch bei diesen Häusern ist ein Förderantrag zu stellen, da sie gemäß KfW als Zweifamilienhäuser zu betrachten sind.
3. Das Gebäude hat derzeit drei Wohneinheiten, wird aber nach Abschluss der Baumaßnahmen nur noch zwei Wohneinheiten haben. Ist eine Förderung möglich?
Ja. Entscheidend ist die Zahl der Wohneinheiten nach Fertigstellung der Baumaßnahme.
4. Mein Wohngebäude wird nach Abschluss der energetischen Sanierung/Baumaßnahmen zwei Wohneinheiten und zwei kleine Ferienwohnungen umfassen. Ist das Vorhaben förderfähig? Zählt eine Ferienwohnung als Wohneinheit?
Angelehnt an die KfW zählt im 10.000-Häuser-Programm eine Ferienwohnung nicht als Wohneinheit. Im angefragten Fall kann für die zwei Wohneinheiten somit die bayerische Förderung beantragt werden,
solange die weiteren Fördervoraussetzungen (u.a. muss die Wohnfläche der beiden Wohneinheiten mehr als 50 % der beheizten Gebäudefläche einnehmen) erfüllt sind. Das Vorhaben ist bei diesen Voraussetzungen förderfähig. Für die zwei Ferienwohnungen kann jedoch keine Förderung aus dem 10.000-Häuser-Programm beantragt werden.
5. Gilt ein Haus mit Einliegerwohnung, die einen separaten Eingang hat, als Zweifamilienhaus oder muss für die Einliegerwohnung ein eigener Antrag gestellt werden?
Ein Haus mit Einliegerwohnung gilt entsprechend der KfW-Definitionen als Zweifamilienhaus, auch wenn die Einliegerwohnung einen eigenen Eingang hat. Es ist ein gemeinsamer Antrag zu stellen.
6. Ich habe derzeit meinen Erstwohnsitz außerhalb Bayerns, mein Investitionsobjekt (Neubau, Sanierung) ist aber in Bayern. Kann ich dennoch einen Antrag stellen?
Antragsteller sind grundsätzlich förderberechtigt, wenn das Bauobjekt in Bayern liegt und der Antragsteller es künftig mit Erstwohnsitz in diesem Gebäude bewohnen wird.
7. Sind auch Bauprojekte förderfähig, die als KfW-Effizienzhaus Denkmal gefördert werden?
Auch Sanierungen mit Förderung der KfW als Effizienzhaus Denkmal werden aktuell anerkannt, wenn sie gleichzeitig die Mindestanforderungen der Sanierung zum Effizienzhaus 115 erfüllen. Da die Förderhöhen identisch sind, sollten sie dann am besten gleich als Effizienzhaus 115 oder besser beantragt werden. Eine Änderung dieser Vorgaben im Rahmen einer künftigen Überarbeitung der Förderrichtlinien ist nicht ausgeschlossen.
8. Wird der netzdienliche Betrieb von Photovoltaik-Anlagen gefördert (Hausbau vor 2002), wenn das KfW-Effizienzhaus Kriterium von bisher 115 auf beispielsweise 105 gesenkt wird?
Nimmt die KfW Änderungen ihrer Förderbestimmungen vor, die Auswirkungen auf die Eingangsvoraussetzungen haben, werden ggf. auch die Bestimmungen des EnergieBonusBayern angepasst. Maßgeblich sind die diesbezüglichen Bestimmungen zum Zeitpunkt der Antragstellung.
9. Mein Bauprojekt erfüllt alle Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses, ich verzichte aber auf eine KfW-Förderung. Kann das Projekt über den Programmteil EnergieSystemHaus gefördert werden?
Nein, sowohl die Erfüllung der entsprechenden KfW-Anforderungen, als auch die tatsächliche gleichzeitige KfW- Förderung sind verpflichtende Voraussetzungen zur Förderung.
10. Gibt es im Programmteil EnergieSystemHaus eine Möglichkeit, ohne Inanspruchnahme einer aktuellen KfW-Förderung als Effizienzhaus zumindest einen Teil der Förderung zu erhalten?
Nein, eine Förderung durch die KfW als Effizienzhaus 55 (Neubau) oder Effizienzhaus 115 (Sanierung) als Mindestanforderung ist verpflichtende Fördervoraussetzung für einen Zuschuss.
11. Ich habe bereits vor einigen Jahren eine KfW-Förderung für Einzelmaßnahmen am Haus (z. B. Fenstertausch) oder für die Sanierung zum Effizienzhaus erhalten. Kann ich im Programmteil EnergieSystemHaus gefördert werden?
Förderfähig ist grundsätzlich, wer aktuell über ein KfW-Programm zur Effizienzhaus-Sanierung gefördert wird. Auch wer bereits vor einigen Jahren von der KfW gefördert wurde, kann durch zusätzliche Baumaßnahmen einen Effizienzhausstandard erreichen oder weiter verbessern und dies durch die KfW fördern lassen, allerdings nicht zweimal für dieselben Maßnahmen. Zudem orientieren sich sowohl die KfW- Förderung als auch der EnergieeffizienzBonus an den dann voraussichtlich geringeren förderfähigen Kosten.

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW):
Internetseite der KfW "Was fördern wir?"

Antragstellung und Durchführung der Massnahme

12. Wann darf ich mit der Baumaßnahme frühestens beginnen? Wie ist der Ablauf der Antragstellung?
Die Antragstellung läuft folgendermaßen ab:
1. Sie füllen den Online-Antrag aus.
2. Sie erhalten eine erste E-Mail, in der Sie aufgefordert werden, per Mausklick auf einem mitgeschickten Link Ihren Antrag zu bestätigen.
3. Daraufhin erhalten Sie eine zweite E-Mail, die Ihre Antragsunterlagen im Anhang enthält und die Ihre elektronische Antragstellung bestätigt. Erst damit geht der Antrag ein und gilt als gestellt
Mit diesem bestätigten Eingang Ihres elektronischen Antrags erhalten Sie die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn auf eigenes Risiko

Nun können Sie auf eigenes Risiko bereits mit der Baumaßnahme beginnen, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie alle Fördervoraussetzungen erfüllen.

4. Sie reichen Ihren Antrag dann noch postalisch ein (die Antragsunterlagen erhalten Sie im 3. Schritt vorausgefüllt zugeschickt).
5. Die Bewilligungsbehörde schickt Ihnen postalisch den Förderbescheid zu, sofern alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Dies stellt die feste Zusage des Zuschusses dar.
13. Welche Unterlagen muss ich bei der Antragstellung einreichen? Was ist die KfW-Förderzusage?
Im Programmteil „EnergieSystemHaus“ muss der Antragsteller die vollständigen Antragsunterlagen innerhalb einer Frist von 4 Monaten nach elektronischer Antragstellung schriftlich bei der Bewilligungsstelle einreichen. Die Antragsunterlagen umfassen neben dem von ihm und dem Sachverständigen unterschriebenen Förderantrag eine Kopie der KfW-Antragsunterlagen und einen Nachweis der KfW- Förderzusage.

Die KfW-Antragsunterlagen sind:

beim KfW-Programm 430: Eine Kopie des Online-Antrags „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430)“.
bei den KfW-Programmen 151 und 153: Eine Kopie der Online-Bestätigung zum Antrag
„Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (151) bzw. „Energieeffizienter Neubau“ (153).


Die KfW-Förderzusage kann folgendermaßen belegt werden:

beim KfW-Programm 430: Nach Bewilligung der KfW-Förderung erhalten Sie eine schriftliche Zuschusszusage der KfW. Eine Kopie dieses Schreibens dient als Nachweis der KfW-Förderzusage. Bei den KfW-Programmen 151 oder 153: Mit folgendem Formular kann die kreditgebende Hausbank die KfW- Förderzusage bestätigen, nachdem die KfW den Kredit bewilligt hat. Eine Kopie des von der Hausbank unterzeichneten Formulars dient als Nachweis der KfW-Förderzusage.


Formular zur Bestätigung der KfW-Förderzusage für KfW-Programm 151 oder 153
Bestätigung der Förderzusage für KfW-Programm 151 oder 153 (auszufüllen von der Hausbank)
14. Wie ist der Maßnahmenbeginn definiert?
Als Maßnahmenbeginn im Sinne dieses Programms gilt nicht erst der erste Spatenstich (wie bei der KfW), sondern bereits die Beauftragung von Bau- und Technikleistungen. Analog zu den KfW-Bestimmungen gelten allerdings die Vorbereitung des Grundstücks sowie Planungs- und Beratungsleistungen nicht als Baumaßnahmen und sind daher möglich.
15. Gilt die Beauftragung eines Mehrspartenanschlusses bzw. des Strom-, Telefon-, Wasser- und Gasanschlusses bereits als Maßnahmenbeginn, insbesondere wenn damit bereits die Verlegung in das spätere Haus hinein beauftragt wird?
Nein. Die Beauftragung der üblichen Versorgungsleitungen und -medien erfolgt typischerweise völlig unabhängig von den späteren Fördertatbeständen. Im Sinne dieses Förderprogramms gelten diese Leistungen als Vorbereitung des Grundstücks. Anders verhält es sich, wenn sich die Maßnahme auf einen Fördertatbestand bezieht, z. B. das Verlegen von Warmwasserrohren für eine BHKW-Gemeinschaftslösung.
16. Was gilt als Maßnahmenbeginn, wenn der Antragsteller das Haus bereits fertig von einem Bauträger kauft oder als Fertighaus bestellt?
Maßgeblich ist das Datum des Kaufvertrages des Antragstellers mit dem Bauträger oder dem Fertighauslieferanten. Maßnahmen, die der Bauträger oder Fertighaushersteller eigenständig bereits vorher durchführt, sind nicht förderschädlich..
17. Kann auch ein Energieberater, der nicht in der Expertenliste der dena aufgeführt ist, das Vorliegen der Fördervoraussetzungen bestätigen?
Nein, ausschließlich die zertifizierten Energieberater der Expertenliste sind befugt, das Vorliegen der
Fördervoraussetzungen zu bestätigen. Der entsprechende Energieberater ist ohnehin für die Erstellung des KfW-Antrags erforderlich.
18. Können durch den Aufwand des Energieberaters für die Bestätigung der Fördervoraussetzungen Mehrkosten entstehen?
Grundsätzlich ja. Das Förderprogramm ist so gestaltet, dass weitgehend vorhandene Daten und Unterlagen genutzt werden und der Aufwand für den Energieberater dadurch minimiert wird. Den dennoch entstehenden Mehraufwand kann der Energieberater in Rechnung stellen, Es ist aber auch möglich, sich den Mehraufwand über das Förderprogramm der KfW zur Baubegleitung (Programm-Nr. 431) fördern zu lassen.
19. Welche Unterlagen sind für die Auszahlung nötig? Was ist die KfW-Prüfmitteilung?
Im Programmteil "EnergieSystemHaus" belegt der Antragsteller die antragsgemäße Durchführung des Vorhabens durch die Vorlage des einfachen Verwendungsnachweises, der gleichzeitig der Auszahlungsantrag ist. Ein Vordruck des Verwendungsnachweises steht auf der Seite des Programmteils EnergieSystemHaus zum Herunterladen bereit.

Zusammen mit dem einfachen Verwendungsnachweis sind Rechnungen zum Heiz-/Speicher-System sowie Nachweise für das Erreichen des geforderten KfW-Effizienzhaus-Niveaus und bei Sanierung zusätzlich für die endgültige Summe der förderfähigen Kosten (jeweils in Kopie) einzureichen:

KfW-Programm 430: "Verwendungsnachweis" und Bestätigung über die Auszahlung des Zuschusses der KfW,
KfW-Programm 151 oder 153: "Bestätigung nach Durchführung" der KfW und Bestätigung (auch formlos) über die Auszahlung des Tilgungszuschusses durch KfW oder Hausbank.
20. Gelten nach der Änderung der Richtlinien am 08.04.2016 für Anträge vor diesem Datum die alten oder die neuen Förderbeträge, wenn noch kein Bescheid erlassen wurde?
Entscheidend sind die Bestimmungen zum Zeitpunkt der elektronischen Antragstellung, wenn kein Technikwechsel stattfindet. Für alle Anträge bis zum 07.04.2016 gelten die bisherigen Konditionen und Fördersätze.
21. Was ist unter einer Gemeinschaftslösung zu verstehen?
Bei einer Gemeinschaftslösung handelt es sich um die gemeinschaftliche Nutzung eines Heiz-/Speicher-Systems durch mehrere Ein- und/oder Zweifamilienhäuser.
22. Wie ist das Antragsverfahren bei Gemeinschaftslösungen?
Achtung: Das Vorhaben darf erst begonnen werden, wenn den Projektbeteiligten die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn vorliegt.

1) Bestimmen Sie einen Projektkoordinator, der für die zuständige Bewilligungsstelle der Hauptansprechpartner für die Gemeinschaftslösung ist.
2) Der Projektkoordinator schreibt eine E-Mail an die zuständige Bewilligungsstelle mit einer groben Skizze des geplanten Vorhabens. Für die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben bitte an energiebonus@reg-nb.bayern.de, für die Oberpfalz sowie die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken an energiebonus@reg-ufr.bayern.de
3) Die zuständige Bewilligungsstelle leitet dem Koordinator einen Fragebogen zur vorläufigen Prüfung der Förderfähigkeit des Gesamtvorhabens zu. Dieser Fragebogen frägt alle relevanten Fördervoraussetzungen ab, die für die Erteilung der Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmen relevant sind.
4) Das Vorhaben wird auf Förderfähigkeit geprüft. Dabei wird die maximale Förderhöhe ermittelt. Bei positiver Prüfung der Förderfähigkeit erlässt die zuständige Bewilligungsstelle die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn und leitet allen Projektbeteiligten einen Einzelantrag zu.
5) Die Projektbeteiligten müssen innerhalb einer Frist von 4 Monaten nach Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn die erforderlichen schriftlichen Unterlagen einreichen.
6) Nach positiver Prüfung erlässt die Bewilligungsstelle die Förderbescheide. Voraussichtlich können diese jedoch erst 2018 erlassen werden. Entsprechend verzögert sich Auszahlung der Mittel.

Technikbonus

23. Ich habe bereits mit der Baumaßnahme begonnen, jedoch noch nicht mit der Beauftragung der Komponenten für den TechnikBonus. Ist eine Förderung noch möglich?
Nein. Als Maßnahmenbeginn gilt die Beauftragung der ersten Baumaßnahme. Da grundsätzlich eine enge Beziehung zwischen Gebäude und Anlagentechnik besteht, darf mit der Gesamtmaßnahme noch nicht begonnen worden sein.
24. Ich habe ein Gebäude, das von der KfW als Effizienzhaus gefördert wurde. Ist der nachträgliche Einbau einer Technikkomponente noch förderfähig?
Nein. Voraussetzung für den TechnikBonus ist eine Antragstellung vor Beginn der Baumaßnahmen.
25. Können im Rahmen des TechnikBonus auch zwei Tatbestände gleichzeitig gefördert werden, z. B. ein Holzpelletkessel und eine Solarthermieanlage?
Nein, es kann nur ein Tatbestand gefördert werden.
26. Wie sind thermische und elektrische Speicher in den Varianten des TechnikBonus genau definiert?
Die Definitionen der thermischen Speicher stehen in den jeweiligen Merkblättern. Ein genauer Überblick über die Definitionen thermischer Speicher allgemein und die auf den jeweiligen TechnikBonus bezogenen Detailanforderungen findet sich in folgender Übersicht:
Speicherdefinitionen zum TechnikBonus
27. Wie ist bei den Nebenanforderungen zum TechnikBonus der U-Wert des Wärmespeichers zu bestimmen und nachzuweisen?
Für den Speicher ist ein U-Wert in Höhe von höchstens 0,20 W/m²K nachzuweisen. Die genaue Definition und das jeweilige Nachweisverfahren finden Sie hier:
Merkblatt A
28. Gibt es eine Marktübersicht förderfähiger Wärmespeicher?
Ja, C.A.R.M.E.N. e.V. hat im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums (StMWi) alle bekannten Hersteller abgefragt und auf der Basis der Rückmeldungen eine zu Wärmespeichern erstellt, die den Anforderungen des "10.000‑Häuser‑Programms" entsprechen. Grundsätzlich können selbstverständlich weitere förderfähige Wärmespeicher verfügbar sein oder andere Wärmespeicher durch eine Aufrüstung von Wärmedämmung bzw. Ersatz durch bessere Dämmung förderfähig werden. Die Übersicht wird laufend aktualisiert.
Marktübersicht Wärmespeicher
29. Wie ist das bei einigen Heiz-/Speicher-Systemen geforderte Energiemanagementsystem genau definiert? Was ist der Unterschied zur Bezeichnung "Smart Grid Ready"?
Die genauen Definitionen der Anforderungen finden sich im Merkblatt A.

Merkblatt A
30. Gibt es eine Liste der Hersteller, die die notwendigen Voraussetzungen für die netzdienliche Photovoltaik erfüllen?
Nein, der Aufwand, eine derartige Liste aktuell zu halten, ist derzeit nicht leistbar. Diese Information wird aber erfahrungsgemäß von den Herstellern geliefert.
31. Bedeutet die Passage im Merkblatt "Eine Doppelförderung zum EEG ist jedoch ausgeschlossen", dass ich für meine PV-Anlage keinerlei EEG-Förderung mehr erhalten kann?
Nein, gefördert wird durch den TechnikBonus (T3) die "nichteingespeiste Leistung", das heißt die Kappung bei 30 bzw. 50 % der installierten Leistung bzw. die Nichteinspeisung des Überschusses durch Speicherung oder Eigenverbrauch. Die PV-Anlagen selbst werden über die EEG-Umlage unterstützt, die Speicher ggf. über die Speicherförderung. Für den eingespeisten Strom kann weiterhin eine "Förderung" nach dem EEG (Umlage) erfolgen. Der genannte Satz ist als erklärender Hinweis gedacht, dass durch die Programmkonstellation und die unterschiedlichen Förderzwecke eine Doppelförderung automatisch ausgeschlossen ist.
32. Wie hoch ist der Förderbetrag (TechnikBonus) einer Photovoltaik- Anlage (T3.2) mit einem Anschaffungswert von z. B. 10.000 € in Verbindung mit einer Förderung nach EEG von z. B. 3.000 €?
Der Förderbetrag ist unabhängig von den Kosten der PV-Anlage, da mit dem TechnikBonus in diesem Fall das netzdienliche Verhalten gefördert wird. Dies bedeutet die Bereitschaft, die maximale Stromeinspeisung zu begrenzen und ein Energiemanagementsystem für künftige netzorientierte Einspeisung und ggf. sogar Strombezug zu installieren. Die zusätzliche Förderung einer EEG-Anlage wäre ohnehin nicht zulässig. Der Antragsteller verpflichtet sich zudem, sich an das intelligente Stromnetz anzuschließen, sobald der Netzbetreiber die erforderlichen Mess- und Regelgeräte anbietet.
33. Gelten für PV-Anlagen beim TechnikBonus T3 mit deutlich mehr als 5 kW installierter Peakleistung die gleichen prozentualen Vorgaben der Einspeisekappung?
Ja, grundsätzlich gelten die Vorgaben des T3 unabhängig von der gesamten installierten Leistung (Mindestgröße 5 kWp), auch wenn das bei einer sehr großen Anlage die Speicherung einer deutlich größeren Energiemenge bedeutet. Will der Antragsteller in diesem Fall nur einen Teil der großen PV-Fläche an seinem Haus in das Förderprogramm einbeziehen, muss er zwei separate Anlagen installieren, die sowohl technisch (Wechselrichter) als auch rechtlich völlig voneinander getrennt sind, und dann nur die eine Anlage (> 5 kWp) in das Programm einbringen.
34. Wenn ein PV-System, das über den Programmteil T3 (netzdienliche Photovoltaik) gefördert wird, später erweitert wird, gelten dann für diese Erweiterung auch die Kappungsvorschriften?
Wenn die erweiterten PV-Flächen mit dem bestehenden System rechtlich und technisch (z. B. selber Wechselrichter) eine Einheit bilden, gelten die Kappungsvorschriften auch für diese Erweiterung. Wird die Erweiterungsanlage technisch und rechtlich unabhängig installiert und betrieben, sind die Vorgaben des Merkblattes T3 für diese nicht anwendbar. Die Kappungsvorschriften gelten im Fall einer separat ergänzten Anlage nicht.
35. Kann eine PV-Anlage, deren Leistung größer als 5 kWp ist, geteilt werden, um mit nur einem Teil der Anlage den TechnikBonus T3 zu beantragen?
Grundsätzlich ist dies möglich, die Anlage ist jedoch technisch und rechtlich zu teilen und daraus zwei komplett getrennte Anlagen (z. B. getrennte Wechselrichter) zu machen. Von diesen wird dann nur eine Anlage zusammen mit dem zugehörigen Batteriespeicher im Rahmen des EnergieBonusBayern gefördert. Wird zur bestehenden PV-Anlage später eine weitere Anlage ergänzt, dann hat dies keinen Einfluss auf die Verpflichtungen aus dem TechnikBonus, solange es sich um zwei technisch und rechtlich getrennte Anlagen handelt.
36. Kann man für eine neue PV-Anlage, die auf einem anderen Grundstück mit anderer Flurnummer steht, den TechnikBonus T3 erhalten?
Die PV-Anlage muss entweder auf demselben oder einem direkt angrenzenden Flurstück errichtet sein, wie das zugehörige Gebäude. Die Flurnummer muss nicht identisch sein. Beide Grundstücke müssen jedoch Eigentum des Antragstellers sein. Achtung: Die Stromverbindung darf nicht über das öffentliche Stromnetz des Verteilnetzbetreibers erfolgen.
37. Kann beim Peak Shaving der Strom, der tagsüber in den Akku eingespeichert wurde, nachts ins Netz eingespeist werden?
Im Rahmen des 10.000-Häuser-Programms gibt es keine Beschränkungen, die das nächtliche Einspeisen des tagsüber produzierten Stroms verhindern würden. Jedoch kann es hier Einschränkungen des Netzbetreibers geben. In der Regel ist es entweder erlaubt, Strom aus dem Netz zu beziehen, um den Batteriespeicher zu laden (z. B. für Wartungsprogramme), oder Strom aus dem Batteriespeicher ins Netz einzuspeisen. Eine Kombination beider Szenarien ist in der Regel nicht möglich. Bitte halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Netzbetreiber und Ihrem Planer, ob Ihr Batteriespeicher für eventuelle Wartungsprogramme Strom aus dem Netz beziehen muss.
38. Wie lange muss im Programmteil T3 (netzdienliche Photovoltaik) die Einspeisekappung betrieben werden?
Die Verpflichtung zur verminderten Netzeinspeisung durch Leistungsbegrenzung besteht für die gesamte technische Lebensdauer des Photovoltaik-Batterie-Systems. Hierfür sind 20 Jahre anzusetzen. Der Zeitraum beginnt entweder mit Inbetriebnahme der PV-Anlage oder mit Zugang des Bewilligungsbescheides, je nachdem, was später eintritt. Dem Netzbetreiber ist in dieser Zeit die Möglichkeit der Überprüfung der Leistungsbegrenzung auf eigene Kosten gegeben.
39. Wie ist beim TechnikBonus T3 die nutzbare Batteriekapazität definiert?
Die nutzbare Batteriekapazität des Speichers ist die Kapazität, die im Betrieb tatsächlich genutzt werden kann. Dem entgegen steht die nominale Batteriekapazität, die den gesamten elektrischen Energieinhalt des Speichers angibt. Die meisten Speicher können jedoch nicht zu 100% entladen werden, sodass nicht die gesamte technische Kapazität im Betrieb genutzt werden kann. Somit ergibt sich die nutzbare Batteriekapazität aus der Multiplikation der nominalen Batteriekapazität und der möglichen Entladetiefe.
40. Warum wurde die nutzbare Mindestkapazität des Batteriespeichers auf 12 kWh festgelegt?
Die Notwendigkeit der Änderung des Merkblattes T3 ergab sich aus der Neuauflage des KfW- Speicherprogramms und der Bestimmung der KfW, dass Dritte nicht mehr fördern dürfen, als die KfW selbst. Da das bayerische Förderrecht es verbietet, dass Bundesmittel durch Landesmittel ersetzt werden, musste im 10.000-Häuser-Programm sichergestellt werden, dass es keine Kürzungen durch die KfW gibt.

In einer umfangreichen Simulation von verschiedenen Varianten wurden die Speichergröße und der Förderbetrag errechnet, die notwendig sind, um die Kürzungen durch die KfW zu vermeiden. Dabei wurde versucht, den Speicher klein und den Förderbetrag groß zu halten. Trotzdem ergibt sich daraus eine nutzbare Mindestkapazität von 12 kWh.

Die Mindestgröße von 12 kWh ist allerdings auch im Hinblick auf die Anforderungen des künftigen Energiesystems gerechtfertigt. Zum einen sollte der Speicher helfen, sonnenarme Tage zu überbrücken, zum anderen sollen die Überschüsse an sonnigen Tagen möglichst weitgehend gespeichert werden können. Darüber hinaus könnte mit Einführung intelligenter Stromnetze der Speicher künftig auch in sonnenarmen Zeiten des Winters genutzt werden, z.B. Windstrom von außen aufzunehmen und zu speichern.
41. Können Wärmepumpen bei den Technikvarianten T3.1 und T3.3 als elektrische Wassererwärmung eingesetzt werden?
Grundsätzlich gibt es keine Vorgabe, dass Kompressionswärmepumpen nicht als elektrische Wassererwärmung verwendet werden dürfen. Jedoch ist diese Systemkonfiguration in vielen Fällen nicht zielführend. Eine Kompressionswärmepumpe bietet in der Regel nur wenig Potenzial, überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln. Dies gilt vor allem im Sommer, wenn die Photovoltaikanlage besonders viel Strom produziert, das Gebäude aber keinen Heizwärmebedarf sondern nur Bedarf für Warmwasser aufweist.

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltenergie und elektrische Energie, um nutzbare Wärmeenergie bereitzustellen. Die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) gibt das Verhältnis von erzeugter Wärmeenergie zur eingesetzten elektrischen Energie an. Bei einem COP von 4 werden dabei mit nur einem Teil Strom vier Teile nutzbare Wärmeenergie erzeugt. Somit muss die Wärmepumpe entweder über eine kleine elektrische Leistungsaufnahme verfügen, um den geringen Wärmebedarf im Sommer zu decken, oder die Wärmepumpe erzeugt viel mehr Wärme als tatsächlich benötigt wird und hat dafür eine hohe elektrische Leistungsaufnahme.

Die Erfahrung zeigt, dass eine Wärmepumpe jedoch oft zu klein dimensioniert ist. Bei einer 5 kW PV-Anlage müsste die Wärmepumpe im Kappungsfall bis zu 2,5 kW Leistung aufnehmen können. Hier ist eine direkte Umwandlung von Strom in Wärme z. B. mit einem Heizschwert zielführender. Nicht nur, weil jede Effizienzsteigerung der Wärmepumpe (= geringerer Strombedarf) ein deutlich verstärktes Abregeln der PV- Anlage erfordert.

Darüber hinaus stellen Wärmepumpen Warmwasser auf einem relativ niedrigen Temperaturniveau (in der Regel 50 - 60°C) zur Verfügung. Für dieselbe Speicherkapazität muss der Wärmespeicher damit deutlich größer dimensioniert sein, als wenn er mit einem Heizschwert auf 90°C erwärmt werden kann. Die Einspeisekappung auf 50 % oder 30 % der Nennleistung muss zu jedem Zeitpunkt sichergestellt sein. Ist die Speicherkapazität zu gering bemessen, hat dies ebenfalls eine Abregelung der PV-Anlage und Nichtnutzung von Strom zur Folge.
42. Wie kann die geforderte nutzbare thermische Speicherkapazität der Technikvarianten T3.1 und T3.3 in ein reales Speichervolumen umgerechnet werden?
Die Bereitstellung von 12 kWh bzw. 8,5 kWh nutzbarer Speicherkapazität mit einem thermischen Speicher kann zum Beispiel durch einen Heizwasser-Pufferspeicher, einem Brauchwarmwasserspeicher oder einem Kombispeicher erfolgen. Das notwendige Speichervolumen hängt von der Temperatur des Speichers im Regelbetrieb und der eingesetzten Technik zur Warmwassererwärmung (diese bestimmt die maximal erreichbare Speichertemperatur) ab.

Nähere Informationen zur Berechnung
43. Ist bei Anträgen für T3.1 oder T3.2, die vor dem 08.04.2016 gestellt wurden, noch eine nachträgliche Hochstufung auf T3.3 zu den alten Fördersätzen möglich?
Nein, eine Hochstufung vor der Bescheid-Erstellung ist grundsätzlich zwar möglich, allerdings nur zu den ab 08.04.2016 geltenden Fördersätzen.
44. Warum werden in den Technikvarianten T1, T2, T4 und T5 der Einbau von Wärmemengenzählern zwischen Speichern und Wärmeverbrauchern gefordert? Wo genau müssen die Wärmemengenzähler eingebaut werden?
Nähere Informationen finden Sie hier

Energieeffizienzbonus

45. Wie wird der spezifische Heizwärmebedarf (qh) berechnet?
Grundsätzlich wird empfohlen, für die Berechnung des Heizwärmebedarfs qh ein Rechenprogramm zu verwenden, das die Wärmerückgewinnung beim Heizwärmebedarf (Nutzenergie) berücksichtigt (z. B. PHPP oder Programme nach DIN V 18599). Beim Rechenverfahren nach DIN V 4108-6/4701-10 wird die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage standardmäßig erst im Rahmen der Endenergiebilanzierung berücksichtigt. Einzelne Rechenprogramme geben zusätzlich den Heizwärmebedarf nach DIN V 4108-6 aus, hier ist die Wärmerückgewinnung bereits berücksichtigt. Ein Schema der möglichen Berechnungsvarianten und ein Beispiel finden Sie hier (zum Vergrößern bitte anklicken):





Bei der Berechnung nach DIN V 4108-6/4701-10 sind dabei außerdem zwei Fälle zu unterschieden:
Die beheizte Wohnfläche wird zu 100 % von der Lüftungsanlage versorgt:
Es ist der spezifische Heizwärmebedarf nach DIN V 4108-6 anzusetzen. Hier ist die Energieeinsparung durch die Wärmerückgewinnung berücksichtigt. Gibt das verwendete Rechenprogramm den Wert nach DIN V 4108-6 nicht aus, kann für die Wärmerückgewinnung vom spezifische Heizwärmebedarf nach DIN V 4701-10 eine Pauschale von 12 kWh/m²a abgezogen werden.
Die beheizte Wohnfläche wird nur teilweise von der Lüftungsanlage versorgt:
Es ist der spezifische Heizwärmebedarf nach DIN V 4701-10 zu verwenden. Für die Wärmerückgewinnung kann die Pauschale von 12 kWh/m²a anteilig zur belüfteten Wohnfläche abgezogen werden. (Beispiel: Wird die beheizte Wohnfläche nur zu 50 % von der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorgt, können 50 % * 12 kWh/m²a = 6 kWh/m²a abgezogen werden.)

Links und Downloads

Energie-Atlas Bayern:
Fragen zum 10.000-Häuser-Programm allgemein