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Fischökologisches Monitoring

Die TU München führt seit März 2014 im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ein Fischmonitoring an innovativen Wasserkraftanlagen durch.

Studie zu Wasserkraftnutzung und Gewässerökologie

In der Bayerischen Strategie zur Wasserkraft (10-Punkte-Fahrplan für eine ökologische und naturverträgliche Wasserkraftnutzung, Ministerratsbeschluss vom April 2012) wurde festgehalten, dass die Forschung über energetische und ökologische Verbesserungen an Wasserkraftanlagen ausgebaut wird.

Wasserkraftnutzung und Gewässerökologie – Wie kann man sie einvernehmlicher gestalten?

Mit diesem Themenkomplex befasst sich ein Forschungsvorhaben der TU München im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Am Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie werden unterschiedliche Ansätze gewässerökologisch verträglicherer Wasserkraftnutzungen wissenschaftlich fundiert untersucht. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf den Themen Fischschutz und Fischabstieg. Begleitet wird das Projekt vom Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Seit Sommer 2014 und in den kommenden Jahren werden bayernweit an bestehenden und innovativen neuen Pilot-Wasserkraftstandorten die Auswirkungen verschiedener Anlagentypen bzw. innovativer Technik auf die Gewässerökologie untersucht. Dabei werden sowohl die Veränderungen des Lebensraums als auch die direkten Schädigungen von Fischen bei Passage der Wasserkraftanlage (Rechen und Turbine) ermittelt. Mit den Untersuchungen sollen jahreszeitliche Veränderungen berücksichtigt werden, ebenso wie Vorher-Nachher Betrachtungen bei neuen Anlagen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, technische und ökologische Möglichkeiten bei der Wasserkraftnutzung aufzuzeigen, mittels derer die Gefährdung der Fischpopulationen verhindert und geringstmögliche Auswirkungen auf die Gewässerökologie erreicht werden können. Diese Erkenntnisse sollen sowohl Betreibern als auch Genehmigungsbehörden und Fachstellen als Hilfestellung dienen.

Beschreibung des Forschungsvorhabens
Das Untersuchungsprogramm ist in zwei Forschungsmodule gegliedert:
Im Forschungsmodul A "Anlagenbedingte Wirkungen" sollen die direkten Schäden an Fischen untersucht und bewertet werden. Dazu werden Fische der natürlich vorkommenden Fischartengemeinschaft der jeweiligen Gewässer nach der Turbinenpassage mittels spezieller Fangnetze, sogenannter „Hamennetze“ gefangen und auf Rechen- und Turbinenschäden hin untersucht. Da Hamennetze selbst ebenfalls Fischschäden verursachen können, sind Versuche mit standardisierten Fischzugaben oberhalb und unterhalb der Turbine geplant. Die Befischungen werden zu unterschiedlichen Jahreszeiten vorgenommen und die gegebenenfalls auftretenden Fischschäden in verschiedenen Klassen erfasst.

Im Forschungsmodul B "Ökologische Auswirkungen" werden das Fischartenspektrum, am Gewässergrund lebende Kleintiere, Wasserpflanzen und Aufwuchsalgen sowie wichtige Umweltfaktoren im Ober- und Unterwasser der Wasserkraftanlagen vergleichend untersucht. Dadurch können Veränderungen bezüglich des Artenspektrums und der vorliegenden Lebensräume über den Untersuchungszeitraum erfasst werden.


Details zu den Forschungsmodulen finden Sie hier:
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Fischökologisches Monitoring an Wasserkraftanlagen
Meilensteine
Kick-off zum Projekt: 06.06.2014, Planung und Konzeption mit dem Auftragnehmer

Auftaktveranstaltung mit Beteiligten: 08.10.2014, Vorstellung der Inhalte und Standorte

Pressetermin am 27.10.2014 am Standort Baiersdorf-Wellerstadt, siehe Pressemitteilung
Ergebnisse
Die praktischen Arbeiten des Projekts laufen bis Ende 2016. Nach Abschluss des Projektes werden die Ergebnisse veröffentlicht.
Beispielhafte Arbeiten des Lehrstuhls
  • Beispielhafte Beprobung an der Mühle des Lehrstuhls (Quelle: Andreas Heddergott/ TU München)
  • Beispielhafte Beprobung der Moosach (Quelle: Andreas Heddergott/ TU München)
  • Beispielhafte Befischung (Quelle: Andreas Heddergott/ TU München)
  • Leeren der Fangreuse am Ende des Hamennetzes (Quelle: Andreas Heddergott/ TU München)
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(insgesamt 5 Bilder)

Beispielhafte Beprobung

Standorte

Hier finden Sie die Untersuchungsstandorte.
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