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FAQ

In den nachfolgenden FAQs finden Sie Fragen, die zur Nutzung der tiefen Geothermie immer wieder gestellt werden. Die aufgeführten Antworten legen die Fakten dar und versachlichen somit die Diskussionen rund um die Energiewende.

Wie viele Anlagen zur hydrothermalen Energiegewinnung sind derzeit in Bayern im Bau oder Betrieb?
Mit Stand Dezember 2015 sind achtzehn Anlagen zur hydrothermalen Wärmeerzeugung in Betrieb. Zwei dieser Anlagen erzeugen zudem Strom, bei drei weiteren Anlagen ist ein Kraftwerk zur zusätzlichen Stromerzeugung in der Inbetriebnahmephase bzw. noch im Bau oder in Planung. Darüber hinaus sind zwei Anlagen mit (bislang) reiner Stromerzeugung in Betrieb. Ein Projekt zur Wärmeversorgung befindet sich in der Bohrphase, weitere Projekte sind „bohrreif“ oder noch in der Planungsphase.
Sind durch die Nutzung der tiefen Geothermie Bodensenkungen oder -hebungen zu befürchten?
Das genutzte heiße Wasser muss zur Aufrechterhaltung der Massenbilanz wieder in den genutzten Grundwasserleiter zurückgeführt werden, Bodensenkungen sind daher nicht zu befürchten.

Bodenhebungen wie z. B. in Staufen/Baden-Württemberg sind ebenfalls auszuschließen, da in den für die tiefe Geothermie genutzten Bereichen keine Schichten mit entsprechendem Hebungspotenzial (wie z. B. Anhydrit führende Schichten) vorhanden sind.
Können durch die Nutzung der tiefen Geothermie Erdbeben ausgelöst werden?
In Bayern wird die tiefe Geothermie seit 1998 genutzt, 10 Jahre später wurden im Umfeld einer Anlage erstmals mikroseismische Ereignisse registriert, wobei ein Ereignis die Schwelle zur Fühlbarkeit überschritten hat.
Die Ereignisse stehen aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Betrieb der Anlage in Zusammenhang, warum aber nur bei dieser Anlage und bei keiner weiteren Anlage Mikroseismizität aufgetreten ist und auftritt, ist Gegenstand von laufenden Forschungsarbeiten.

Grundsätzlich wird in Fachkreisen aber davon ausgegangen, dass mögliche seismische Ereignisse in Ausnahmefällen allenfalls die Fühlbarkeitsschwelle und keinesfalls die Schwelle zu einem Schadbeben überschreiten werden.
Ergeben sich durch die Nutzung der tiefen Geothermie Probleme hinsichtlich radioaktiver Abfälle?
Filterrückstände und Rohrablagerungen (Scales) aus Anlagen zur Nutzung der tiefen Geothermie in Südbayern wurden in mehreren Forschungsprojekten und Untersuchungsreihen auf eine mögliche radioaktive Belastung hin untersucht.
Es konnte in keinem Fall eine radioaktive Belastung festgestellt werden.
Wo finde ich weitere Informationen zur Nutzung der tiefen Geothermie?
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi):
Bayerischer Geothermieatlas
GtV-Bundesverband Geothermie:
Internetseite