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Wärme

Bioenergie kann flexibel eingesetzt werden. Der Biomasse kommt vor allem bei der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle zu.

Im Jahr 2020 hatte die Biomasse – in Form von fester und flüssiger Biomasse, Bio- und Klärgas sowie biogenem Abfall – einen Anteil von 19,7 % an der benötigten Wärme in Bayern (Wärmebereitstellung - Vorläufige Werte).


Wärmebereitstellung 2020

Den größten Anteil an der Wärmeerzeugung bzw. -bereitstellung aus Biomasse haben mit rund 71 % biogene Festbrennstoffe wie Holzhackschnitzel, Holzpellets und Scheitholz.

Beitrag der Biomasse zur Wärmebereitstellung in Bayern Wärme aus Biomasse (absolut) Anteil an allen erneuerbaren Energieträgern Anteil an allen Energieträgern
Biogene Festbrennstoffe 33.352 Mio. kWh 70,7 % 16,7 %
Biogene Flüssigbrennstoffe 649 Mio. kWh 1,4 % 0,3 %
Biogas 3.675 Mio. kWh 7,8 % 1,8 %
Klärgas 361 Mio. kWh 0,8 % 0,2 %
Deponiegas 1,5 Mio. kWh 0,0 % 0,0 %
Biogener Anteil des Abfalls 1.278 Mio. kWh 2,7 % 0,6 %
Summe 39.317 Mio. kWh 83,4 % 19,7 %

Quelle: StMWi (2021): Energiedaten.Bayern - Schätzbilanz – Daten bis zum Jahr 2020

Wärmebereitstellung – Anlagen und Versorgung in Bayern

Besonders effizient sind "Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen", die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen können.

Wärme aus Biomasse
Anzahl Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK)1,2) 2.993
Anzahl Anlagen nur mit Wärmeproduktion1) 630
Wärmebereitstellung 2020 (Prognose)3) 39.317 Mio. kWh
Versorgung von rund … Haushalten 2020 mit Wärme3,4) 1.966.000
Erzeugte Wärmemenge je Einwohner3,5) 3.000 kWh

1) Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (2021): Energie-Atlas Bayern – Stand Dez. 2021
2) Anlagen mit gleichzeitiger Strom- und Wärmeerzeugung
3) Quelle: StMWi (2021): Energiedaten.Bayern - Schätzbilanz – Daten bis zum Jahr 2020
4) Annahme eines durchschnittlichen Wärmebedarfs von 20.000 kWh pro Jahr und Haushalt
5) Quelle Einwohnerzahl: LfStat (2021): Einwohnerzahl Bayern zum 31.12.2020

  • Die Biomasse spielt mit einem Anteil von über 80 % an der gesamten erneuerbaren Wärmeerzeugung eine Schlüsselrolle.
  • Erzeugen Biomasseanlagen gleichzeitig Strom und Wärme, sind die Anlagen am effizientesten. Häufig besteht dabei die Schwierigkeit, einen geeigneten Wärmeabnehmer mit entsprechender Anschlussleistung zu finden, der einen möglichst konstanten - das heißt ganzjährig gleichmäßig verteilten - Wärmebedarf hat. Schwimmbäder, Thermen oder auch einzelne Großbetriebe können sich dafür eignen.
  • Oft speisen größere Biomasseanlagen ihre Wärme auch in Fern- oder Nahwärmenetze ein und können dann verschiedenste Wärmeabnehmer bedienen, beispielsweise Haushalte oder Schulen und Rathäuser.

Biomethan für das Erdgasnetz

Biogas kann in sogenannten Biomethananlagen aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden. Die Bioenergie ist damit wie Erdgas nutzbar und kann über längere Zeiträume gespeichert werden.

Biomethananlagen 2019 Bayern Deutschland
Anzahl Anlagen in Betrieb 21 216
Einspeiseleistung in Normkubikmetern pro Stunde 12.535 Nm³/h 134.004 Nm³/h

Quelle: Biogaspartner, dena (2019): Einspeiseatlas Deutschland – Stand März 2019

Beispiel: Biomasse-Heizwerk

Biomasseanlagen gibt es in verschiedenen technischen Varianten je nach verwendetem Brennstoffsortiment, nach Leistungsklasse und Nutzungsarten. Eine "typische Biomasseanlage" existiert daher nicht. Für den Vergleich mit anderen Energieträgern finden Sie hier beispielhaft die Daten des Biomasse-Heizwerks Engelsberg (Lauterhofen). Die genannten Daten sind Richtwerte und können nicht die fachliche Planung für ein konkretes Bauvorhaben ersetzen.

Hackschnitzel-Heizwerk Engelsberg (Lauterhofen) 1)
Nennleistung Heizwerk 320 kW
Wärmemenge (pro Jahr) 250.000 kWh
Hackschnitzel (pro Jahr) 700 Schüttraummeter (Srm) – regionale Belieferung aus eigenen Wäldern
Spitzenlastkessel Öl für den Notbetrieb 150 kW
Investitionskosten 400.000 €
Länge des Nahwärmenetzes ca. 1,5 km
Versorgte Objekte ca. 25
Wärmegestehungskosten (2013)2) ca. 8-10 ct./kWh

1) Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (2015): Energie-Atlas Bayern – Praxisbeispiel Biomasse "Energie Mitwitz e.G." (www.energieatlas.bayern.de/thema_biomasse/praxisbeispiele/details,723.html)
2) Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V. (2013): Wirtschaftlichkeit von Biomasseheizwerken (www.carmen-ev.de/biogene-festbrennstoffe/biomasseheizwerke/wirtschaftlichkeit); Je höher die Auslastung einer Anlage ist, desto geringer sind die Wärmegestehungskosten


Unter unseren Biomasse-Praxisbeispielen können Sie nach weiteren vorbildlichen Anlagen suchen. Alle Standorte der Biomasseanlagen in Bayern finden Sie außerdem bei unseren Karten.