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Potenzial

Bayern ist reich an Wäldern und besitzt eine starke Landwirtschaft. Dadurch zählt die Biomasse hier zu einem wichtigen erneuerbaren Energieträger.

Biomasse kann vielseitig eingesetzt werden. Zudem kann sie als eine der wenigen erneuerbaren Energie sehr gut gespeichert werden. Aus diesem Grund ergänzt Biomasse die volumenstarken, aber nur schwankend verfügbaren erneuerbaren Energieträger Sonne und Wind. Ein weiterer Ausbau von Biomasse in Bayern ist jedoch aufgrund des begrenzten Potenzials nur bedingt möglich.

Anbausysteme

Konventionelle Kulturen könnten zu Anbausystemen entwickelt werden, die z. B. durch Verwendung gebietseigener Pflanzen im Mischfruchtanbau einen Beitrag zur Artenvielfalt und auch zum Erhalt der Biodiversität leisten können.

Die Anpflanzungen von schnellwachsenden Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen mit einer sehr kurzen Zeit zwischen Pflanzung und Ernte, wie zum Beispiel Weiden und Pappeln, werden Kurzumtriebsplantagen (KuP) genannt. Baumbestände auf Agrarflächen schützen den Boden und schaffen Lebensräume. Durch die stoffliche oder energetische Verwertung schnellwüchsiger Gehölze können KuP, je nach Rahmenbedingungen, eine ökologisch sinnvolle und wirtschaftliche Option für die Landwirtschaft darstellen.

Biomasse effizient nutzen

Wichtig ist es, Biomasse effizient zu nutzen. Zusätzlich zu Anbaubiomasse können auch biogene Rest- und Abfallstoffe energetisch verwertet werden.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Nutzung der Abwärme von Biogasanlagen. Die Abwärmeinformationsbörse hilft dabei, einen Abnehmer für die ungenutzte Abwärme zu finden, sofern sie nicht innerbetrieblich verwendet werden kann. Bei der Standortwahl ist möglichst darauf zu achten, dass die Abwärme von anderen Abnehmern weitgehend verwendet werden kann.

Grenzen der Nutzung

Da land- und forstwirtschaftliche Flächen vorrangig zur Nahrungsmittel-, Tierfutter oder Rohstoffproduktion genutzt werden, hat die energetische Biomassenutzung Grenzen. Darüber hinaus müssen die Belange des Natur- und Umweltschutzes berücksichtigt werden. Eine weitere Steigerung der Anbauflächen für Biomasse ist daher grundsätzlich begrenzt. Bayern verfügt jedoch noch über bisher ungenutzte Potenziale beispielsweise bei der energetischen Verwertung von Abfall- und Reststoffen wie z. B. Gülle, Stroh und Waldrestholz. Deren energetische Verwertung birgt ein Klimaschutzpotenzial und hilft, bspw. durch den kontrollierten Gärprozess in Biogasanlagen, nennenswerte Mengen an Methan-Emissionen zu vermeiden (Methan wirkt als Treibhausgas 25 Mal intensiver als Kohlendioxid (CO2)).

Mischpult: Biomasse-Potenzial für jeden Ort in Bayern

Im Mischpult Energiemix Bayern vor Ort können Sie Ihr eigenes Energiemix-Szenario erstellen. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)Mit unserem interaktiven Werkzeug "Mischpult" erhalten Sie auf einen Blick den aktuellen Stand der Nutzung erneuerbarer Energien für jeden Ort in Bayern. Eigene Energiemix-Szenarien können Sie mit Hilfe der Schieberegler ganz einfach einstellen. Die lokalen Potenziale erneuerbarer Energien zeigen Ihnen die örtlichen Ausbaumöglichkeiten an.
Hinweis: Die Potenzialerhebung liegt einige Jahre zurück. Die Daten werden derzeit überprüft.

Zum Mischpult "Energiemix Bayern vor Ort"

Links und Downloads

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF):
Bayerischer Agrarbericht 2020
Agentur für Erneuerbare Energien e. V.:
Publikation "Renews Special – Ausgabe 66: Holzenergie – Bedeutung, Potenziale, Herausforderungen"
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR):
Buch "Potenzialatlas Bioenergie in den Bundesländern"
Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ):
Forschungsdaten und Biomassepotenziale
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW):
DVGW-Forschungsbericht Gesamtpotential erneuerbarer Gase
Kurzumtriebsplantagen (KuP):
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LfW):
Kurzumtriebsplantagen
Technologie- und Förderzentrum (TFZ):
Holzhackschnitzel aus dem Kurzumtrieb – Brennstoffqualität und Verbrennungsverhalten
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU):
Forschungsprojekt zu Kurzumtriebsplantagen (2011 - 2015)