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Kommunales Energiemanagement (KEM)

Jede Kommune verbraucht selbst Energie und kann durch den Betrieb ihrer eigenen Liegenschaften Vorbildfunktion übernehmen.

Das Kommunale Energiemanagement (KEM) ist ein wichtiges Instrument für die energetische Optimierung der kommunalen Liegenschaften. Die Kommunen können in ihrer Rolle als Verbraucher bereits mit einfachen und geringinvestiven Maßnahmen Erfolge erzielen. Sie können außerdem die Bevölkerung und die Unternehmen motivieren und beraten. Das Energiecoaching_Plus unterstützt Kommunen mit individueller Beratung durch einen Energiecoach bei der Umsetzung der Energiewende.

Die große Mehrzahl der Kommunen verweist darauf, dass sich die Kosten für die Implementierung und den Betrieb des Kommunalen Energiemanagements bereits nach 2-3 Jahren amortisiert haben.

KEM informiert darüber

  • welcher Verbraucher welche Menge Energie und Wasser benötigt,
  • wo die Verbrauchsschwerpunkte liegen und
  • wo besonders hohe Verluste entstehen.
Was muss ich tun?
Die klassische Herangehensweise für ein KEM besteht aus folgenden Schritten:
Erfassung des aktuellen Energieverbrauchs der bestehenden Liegenschaften (möglichst monatliche Ablesung des Strom-, Wärme- und Wasserverbrauchs). Die Erfassung der Verbrauchsdaten sollte durch geschultes Personal durchgeführt werden (z. B. die Kindergartenleitung, der Schul-Hausmeister, ein zentral Verantwortlicher in der Bauverwaltung). Gemeinden können damit auch externe Energiedienstleister beauftragten (z. B. eine regionale Energieagentur, einen qualifizierten Energieberater).
Bewertung der Daten über Vergleichsmethoden: Datenauswertung, Benchmarking mit Kennzahlen anderer Liegenschaften oder Kommunen.
Ergreifung von Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs (Energieeinsparungen und Steigerung der Energieeffizienz) und zur Nutzung erneuerbarer Energieträger. Wichtig: Termine und Zuständigkeiten festlegen.
Erstellung eines Energieberichtes, am sinnvollsten jährlich.

Das KEM ist ein fortlaufender Prozess. Auf der Basis von aktualisierten Daten werden Maßnahmen und Ziele ggf. neu festgelegt. Dabei werden nicht nur stetige Verbrauchssenkungen erreicht, sondern auch die Arbeitsabläufe hinsichtlich der Energieoptimierung schrittweise verbessert.
Wie viel spare ich durch KEM?
Durch das KEM lassen sich enorme Mengen Energie einsparen:

Beispiel Nürnberg: Die Stadt Nürnberg hat durch ein vorbildlich durchgeführtes KEM folgende Einsparungen erzielt (siehe Energiebericht der Stadt Nürnberg 2017):
Der Verbrauch an Heizenergie konnte zwischen den Jahren 2000 und 2016 um ca. 29 % verringert werden.
Die Stromverbräuche wurden zwischen 2000 und 2016 um ca. 24 % reduziert.
Der Verbrauch an Wasser wurde seit dem Jahr 2000 um ca. 44 % verringert.

Beispiel Kempten: Die Stadt Kempten betreibt seit dem Jahr 2000 ein KEM. Dies führte zu erheblichen Einsparungen (siehe "17. Energiebericht 2017"):
Zwischen dem Jahr 2001 bis einschließlich 2016 hat sich durch das KEM eine Einsparung von insgesamt mehr als 10 Millionen € aufsummiert.
Allein im Jahr 2016 wurden über 1 Mio. € eingespart.
Die Heizenergieverbräuche der städtischen Liegenschaften wurden durch das KEM um über 34 % reduziert.
Wo gibt es finanzielle Hilfe?
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) fördert KEM bei Kommunen und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts im Rahmen der "Richtlinien zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen der Kommunen und anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts" (KlimR, ehemals: CO2-Minderungsprogramm). Die Förderhöhe beträgt in der Regel 40 % der zuwendungsfähigen Aufwendungen (Informationen siehe unter Links und Downloads unten).

Förderfähige Maßnahmen:
der Aufbau von Strukturen zur Optimierung des Betriebs von Liegenschaften mittels Energiemanagement oder vergleichbare andere nichtinvestive Vorhaben,
die Erfassung des energetischen Zustands einer Liegenschaft sowie die Ausarbeitung von Vorschlägen für bauliche und technische Maßnahmen zur Energieeinsparung mittels Energiemanagement,
die Beratung und Schulung von Gebäudeverantwortlichen,
eine Beratung und Begleitung bei der Realisierung CO2-mindernder Vorhaben (energetische Sanierungsplanung),
die Vorbereitung, Ausschreibung und beratende Begleitung bei der
Durchführung von Maßnahmen zum Energiespar-Contracting,
die Umsetzung der ermittelten und vorbereiteten CO2-Minderungsmaßnahmen in Form von Demonstrationsvorhaben und Pilotprojekten (sofern hierfür ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen).

Weitere Fördermöglichkeit:

Nach der Kommunalrichtlinie kann der Aufbau eines KEM als Klimaschutz-Teilkonzept gefördert werden. Zudem werden Maßnahmen in Schulen und Kindertagesstätten sowie Sanierung von Lüftungen und Hallen- und Innenbeleuchtung gefördert (siehe Links und Downloads "Die Kommunalrichtlinie").
Ein Dach wird von Handwerkern mit einer dicken Schicht Steinwolle gedämmt (Quelle: Dr. Josef Hochhuber)

Energetische Sanierung und Neubau

Angenehmes Raumklima - minimaler Energieeinsatz.
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Hallenbad

Kommunale Liegenschaften

Hier kann viel Energie gespart werden.
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Natriumdampflampe (Quelle: Energie-Atlas Bayern)

Straßen-
beleuchtung

Straßen ins richtige Licht setzen.
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Abwasser

Energie aus Abwasser nutzen.
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Energiespar-Contracting

Gemeinsame Vorteile nutzen und Energie sparen.
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Links und Downloads

Förderung des KEM
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV):
Förderschwerpunkt "Klimaschutz in Kommunen" (KommKlimaFöR)
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU):
Die Kommunalrichtlinie

Von den Erfahrungen der anderen Kommunen lernen
Energie-Atlas Bayern:
Praxisbeispiel: Kommunales Energiemanagement (KEM) der Stadt Nürnberg
Rat für Nachhaltige Entwicklung:
Broschüre "Mit starken Kommunen die Energiewende zur Erfolgsstory machen"
Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH):
Handlungsleitfaden "Stadtwerk mit KlimaZukunft – Handlungsempfehlungen für mehr Klimaschutz in Stadtwerken"

Spezielle Bereiche
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Einsparung von Kosten und Energie in der Trinkwasserversorgung"
Agentur für Erneuerbare Energien e. V.:
Broschüre "Die kommunale Wärmeplanung" (Renews Spezial Nr. 79/November 2016)

Weitere Energie- und Klimaschutzmanagementsysteme
European Energy Award (eea):
"European Energy Award"
Klima-Bündnis:
"Klima-Bündnis"

CO2-Rechner
KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH:
Online-Tool "CO2-Rechner"