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Produkte

Viele Produkte benötigen über den gesamten Lebenszyklus gesehen sehr viel Energie. Konsumenten achten heute zunehmend darauf, wie viel Energie ein Produkt im Betrieb benötigt. Wer denkt nicht an die Energieeffizienzklasse, wenn er einen neuen Kühl- oder Gefrierschrank kauft? Wichtig für die gesamte Energiebilanz eines Produktes sind aber auch Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit sowie Energieaufwand bei der Herstellung und bei der Entsorgung. Ebenso wie es bei vielen Produkten bereits der Fall ist, können auch Dienstleistungen CO2-arm oder sogar CO2-neutral gestaltet werden (z. B. Fahrradkuriere, Ökostrom).

Energie-3-Sprung – was tun?
Unternehmen sollten den Energiebedarf eines Produktes über die gesamte Lebensdauer schon frühzeitig in der Entwicklungsphase berücksichtigen. Dabei bietet sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten, ein Produkt "energiefreundlich" zu gestalten und dies werbewirksam zu kommunizieren.

Als Unternehmen können Sie z. B.:
Produkte entwickeln, die beim Betrieb wenig Energie benötigen (z. B. energieeffiziente Kühl- und Gefriergeräte) oder die dazu beitragen, dass bei ihrem Einsatz wenig Energie benötigt wird (z. B. Waschmittel, die auch mit niedrigen Waschtemperaturen sauber waschen),
Produkte entwickeln, die erneuerbare Energie nutzen können (z. B. solare Beleuchtung),
Produkte anbieten, die bei der Herstellung und bei der Entsorgung wenig Energie benötigen,
die Kriterien von seriösen Energie- und Öko-Labeln (z. B. EU-Energie-Label, Blauer Engel) erfüllen,
qualitativ hochwertige, langlebige und reparaturfreundliche Produkte herstellen,
den Verbraucher gezielt informieren:
über das richtige, energiesparende Nutzerverhalten,
über Lebenszykluskosten,
über den Verbrauch,
Produkte anbieten, die energiesparendes Nutzerverhalten unterstützen (z. B. durch aktivierbare Energiespareinstellungen),
Zulieferer auswählen, deren Produkte ebenfalls einen geringen Energieeinsatz aufweisen,
bei der Entwicklung von Produkten den höchsten energetischen Standard anstreben und sich hierbei an den Branchenführern orientieren,
Anreize für den Kauf von Produkten setzen, die wenig Energie benötigen (z. B. Rabatt-Aktionen),
den ganzheitlichen Ansatz einer integrierten Produktpolitik (IPP) verfolgen. Zielsetzung der integrierten Produktpolitik ist es, die ökologischen Auswirkungen von Produkten und zugehörigen Dienstleistungen über den gesamten Lebensweg kontinuierlich zu verringern. Gleichzeitig werden immer auch Wirtschaftlichkeit und soziale Gesichtspunkte berücksichtigt.
Vorteile / Nutzen – was bringt es?
Produkte, für die im Laufe ihres Lebenszyklus wenig Energie aufgewendet wird, helfen dem Klima und schonen den Geldbeutel der Konsumenten. Darüber hinaus bringen sie auch Vorteile für die Unternehmen, die solche Produkte herstellen und vertreiben. Der Freistaat Bayern als Innovationsstandort kann hier vorangehen und zusammen mit seinen Unternehmen von einer höheren Wertschöpfung profitieren.

Vorteilhaft für Unternehmen sind dabei z. B.:
höhere Akzeptanz beim Kunden (Energiesparen ist "in"),
Erhöhung des Bekanntheitsgrades (z. B. über Label),
insgesamt bessere Wettbewerbsfähigkeit,
Anpassung des Unternehmens an zukünftige Anforderungen des Marktes ("energiefreundliche" Produkte als unternehmerische Notwendigkeit im Hinblick auf einen veränderten gesellschaftlichen Umgang mit Energie),
Beitrag zum Klimaschutz,
besseres Firmen-Image,
Exportchancen.
Wenn Sie energieeffiziente Produkte oder Produkte für die Nutzung erneuerbarer Energien auf Auslandsmärkten anbieten möchten, erhalten Sie Unterstützung durch das Bundeswirtschaftsministerium (siehe Links und Downloads).
Daten / Fakten – wo stehen wir?
Viele Unternehmen haben sich inzwischen dafür entschieden, vermehrt Produkte mit einem geringen Energiebedarf oder einer sehr guten Gesamtenergiebilanz herzustellen. Die Anzahl an Energie- und Öko-Labeln steigt, immer mehr Produkttests gehen auf den Energiebedarf ein und in der Werbung wird häufig mit energiesparenden Produkten geworben.

Nachfolgend einige Daten und Fakten zum Themenbereich:
Die Umfrage "Anpassung an den Klimawandel" unter mehr als 1.000 oberbayerischen Unternehmen hat ergeben, dass jeder Fünfte durch neue Strategien im Bereich "Produktportfolio" aktiven Klimaschutz betreibt. Zudem sehen die Befragten beim Produktportfolio im Hinblick auf den Klimawandel deutlich mehr Chancen als Risiken.
In der neuen Richtlinie zum EU-Energie-Label für Haushaltsgeräte und andere energiebedarfsrelevante Produkte vom 19.05.2010 ist festgelegt, dass Hersteller die Energieeffizienz-Klasse ihres Produktes auch in der Werbung angeben müssen, wenn sie über die technischen Eigenschaften oder den Preis informieren.
In Bayern wurden bislang mit über 100 Partnern aus der Wirtschaft 16 erfolgreiche IPP-Projekte realisiert. Dafür wurden rund 5 Millionen Euro staatliche Fördermittel eingesetzt.
Der Bestand von Elektroautos in Deutschland lag nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts am 1. Januar 2014 bei über 12.000 Fahrzeugen. Insgesamt gab es zu diesem Datum deutschlandweit fast 43,9 Millionen Pkw. Die Bayerische Staatsregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 rund 200.000 Elektroautos auf den bayerischen Straßen fahren.