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Einkauf

Tag für Tag werden in Unternehmen kleine und große Anschaffungen getätigt. Oft ist allein der Kaufpreis ausschlaggebend für ein Angebot. Dabei sind Produkte, die höhere Energie- und Betriebskosten verursachen, oft billiger als die energieeffiziente Alternative. Um langfristig Kosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist es daher wichtig, schon beim Einkauf anzusetzen.

Energie-3-Sprung – was tun?
Die technische Ausstattung in Unternehmen ist Voraussetzung für ihre Arbeit. Dabei entsteht ein enormer Energieverbrauch. Computer, Bürogeräte und Unterhaltungselektronik verursachen in Deutschland 10 % des gesamten Stromverbrauchs. Daher lohnt es sich, beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit zu achten.

Sie können den Energieverbrauch sowie häufig auch die Kosten in Ihrem Unternehmen senken und das Klima schützen, wenn Sie z. B.
vor dem Einkauf überlegen, welche Produkte Sie wirklich brauchen und welche Funktionen und Leistung die Produkte tatsächlich haben müssen
prüfen, ob es Alternativen zum Kauf neuer Produkte gibt (z. B. Reparatur vorhandener Geräte),
beim Kauf von Bürogeräten nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den Energieverbrauch (auch im Aus- und im Stand-by-Zustand) achten,
Energieeffizienzklassen bei der Beschaffung von z. B. Motoren (IE2, IE3) oder Haushaltsgeräten (bis A+++) berücksichtigen,
sich bei der Beschaffung an anerkannten Energie- und Umweltlabels orientieren wie z. B. dem Blauen Engel, dem Umweltzeichen ("Eco-Label") der EU, dem TCO oder dem ENERGY STAR für IT-Produkte,
Geräte kaufen, die energieeffizientes Nutzerverhalten unterstützen (z. B. durch aktivierbare Energiespareinstellungen),
statt nur Amortisationsrechnungen auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchführen, bei denen die Lebenszykluskosten (Anschaffung, Betrieb, Entsorgung) betrachtet werden,
soweit möglich bei Anbietern in der Region einkaufen, um lange Transportwege zu vermeiden,
bei der Auswahl der Lieferanten daraufhin wirken, dass diese ebenfalls auf Energieeffizienz achten (z. B. ein Energie- oder Umweltmanagementsystem eingeführt haben),
die Energiebilanz bei der Herstellung zugekaufter Produkte berücksichtigen und
Ökostrom beziehen (Bewertungen für Ökostrom-Angebote z. B. bei EcoTopTen).
Vorteile / Nutzen – was bringt es?
Umweltgerechte Beschaffung bringt nicht nur für den Klima- und Ressourcenschutz einen Nutzen. Wer beim Einkauf nicht ausschließlich auf den Anschaffungspreis schaut, kann dafür während der gesamten Lebensdauer der gekauften Produkte Kosten sparen. Und es ergeben sich noch weitere Vorteile für Sie und Ihr Unternehmen sowie für die Umwelt:
Sie verbessern Ihr Image bei Kunden und Geschäftspartnern, indem Sie zeigen, dass Sie sich aktiv für den Umweltschutz einsetzen.
Sie reduzieren Ihre Abfallmenge durch langlebigere Produkte.
Sie unterstützen Lieferanten, die selbst nachhaltig wirtschaften.
Sie motivieren durch Ihre Nachfrage Hersteller, qualitativ hochwertigere und effizientere Produkte anzubieten.
Sie tragen durch regionales Einkaufen zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen bei.
Sie helfen, durch kurze Transport- und Lieferwege zusätzliche Luft- und Lärmbelastungen zu vermeiden.
Daten / Fakten – wo stehen wir?
10 % des Stromverbrauchs in Deutschland gehen auf die Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungstechnik zurück (PC, Fernseher, Handy etc.).
Informations- und Kommunikationstechnik verursachen rund 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr.
Durch die große Anzahl der in Büros eingesetzten Geräte ergibt sich in der Summe ein beachtliches Einsparpotenzial. Besonders Geräte wie Kopierer, Drucker und Fax haben einen hohen Anteil an den Stromkosten. Der Anteil der Bürogeräte am Stromverbrauch der Informations- und Kommunikationsgeräte im Büro beträgt:
PC: 10 %
Notebook: 4 %
CRT-Monitor: 12 %
TFT-Monitor: 4 %
Tintenstrahldrucker: 3 %
Laserdrucker: 14 %
Scanner: 4 %
Kopierer: 30 %
Faxgeräte: 9 %
Sonstiges: 10 %
Der meiste Stromverbrauch von Bürogeräten fällt häufig nicht bei der eigentlichen Nutzung – z. B. dem Druckvorgang – an, sondern entsteht im Bereitschaftsbetrieb, wenn die Geräte nicht aktiv genutzt werden und lediglich auf eine Benutzereingabe warten. Das gilt insbesondere für bildgebende Geräte (Kopier, Drucker, etc.). Zusätzlich verbrauchen viele Geräte weiterhin Strom, obwohl sie ausgeschaltet sind. So kann beispielsweise ein ausgeschalteter PC trotzdem bis zu 15 Watt elektrische Leistung benötigen.
Mit der Amortisationszeit wird nicht die Rentabilität einer Investition gemessen, sondern die Zeit, die benötigt wird, um "das Geld wieder einzuspielen". Deswegen handelt es sich bei der Amortisationszeit auch nicht um ein Rentabilitätsmaß, sondern um ein Risikomaß. Wenn für alle Investitionen ein und dieselbe Amortisationszeit als Maßstab angesetzt wird (z. B. drei Jahre), werden an langfristige Investitionen – wie Investitionen in die Energieeffizienz – implizit höhere Rentabilitätsanforderungen gestellt.
Elektrisch betriebene Antriebssysteme sind mit rund zwei Drittel am Strombedarf der Industrie beteiligt. Dabei entfällt der Hauptanteil dieses Stromverbrauchs auf Antriebe wie z. B. Pumpen, Lüftung und Ventilation, Klimatechnik, Druckluft, Fördertechnik, Materialfluss und -transport.
Motoren unter 0,75 kW werden in der Regel nicht nach Energieeffizienzklassen gekennzeichnet, aber auch hier empfiehlt es sich, auf den Energieverbrauch zu achten, z. B. bei Ventilatoren oder bei elektrischen Werkzeugen. Die Leistungsaufnahme eines Motors allein sagt noch nicht alles über die abgegebene "Nutzleistung" aus.