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Förderung

Zentrales Instrument bei der Förderung von Photovoltaik(PV)-Anlagen ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Wir zeigen Ihnen, was gefördert wird und wie Sie vorgehen müssen, um eine Förderung zu erhalten.

Ausbauziel und Vergütung für Photovoltaik-Anlagen

Das EEG 2017 legt fest, dass deutschlandweit jährlich PV-Anlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von 2.500 MWp neu errichtet werden sollen. Die Betreiber von PV-Anlagen sind verpflichtet, Standort und Leistung ihrer Anlagen der Bundesnetzagentur zu melden.

Die Förderung nach dem EEG bezieht sich jeweils auf den künftigen Betrieb der Anlage. "Förderung" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie für PV-Strom, den Sie ins öffentliche Netz einspeisen, eine Vergütung erhalten, die höher ausfällt als der Strompreis, den Sie durch den direkten Verkauf am Markt bekommen würden. Zu beachten ist, dass PV-Anlagen nicht automatisch förderfähig sind, sondern bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich Standort und Nennleistung erfüllt werden müssen.

Die Bundesnetzagentur passt die Vergütungshöhe für künftige neue Anlagen regelmäßig an und zwar in Abhängigkeit davon, ob im vorausgegangenen Zeitraum genügend neue Anlagen errichtet wurden, um das Ausbauziel zu erreichen, oder nicht (sogenannter "atmender Deckel").

Förderfälle und -arten gemäß EEG 2017 in Bayern

Die Förderung für eine PV-Anlage unterscheidet sich je nachdem:

  • ob Sie eine PV-Anlage auf einem Gebäude bzw. einer "sonstigen baulichen Anlage" oder auf einer Freifläche errichten möchten,
  • auf welchem Standort Sie Ihre Anlage bauen möchten und
  • welche Leistung Ihre Anlage haben wird.

Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die möglichen Förderfälle nach dem EEG (ein Klick auf die Grafik vergrößert die Ansicht).

Tabelle mit Überblick über die möglichen Förderfälle nach dem EEG. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)

Das EEG unterscheidet drei Arten der Förderung (vgl. auch obenstehende Tabelle):

Fall a: Förderung nach EEG ohne Teilnahme an Ausschreibungen, Strom wird direkt vom Netzbetreiber abgenommen
In diesem Fall erhalten Sie für 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung von ca. 8,9 - 12,7 Cent pro kWh (Stand Januar 2018). Eine detaillierte Aufstellung können Sie bei der Bundesnetzagentur einsehen. Der in Ihrem Gebiet zuständige Netzbetreiber nimmt Ihren Strom direkt ab. Dafür müssen Sie Ihre Anlage vor der Installation beim Netzbetreiber anmelden. Um die Einspeisevergütung zu erhalten, müssen Sie zudem die Anlage vor der Inbetriebnahme über das Meldeportal der Bundesnetzagentur registrieren.

Bundesnetzagentur:
Internetseite "Anzulegende Werte für Solaranlagen November 2017 bis Januar 2018"
PV-Meldeportal
Fall b: Förderung nach EEG ohne Teilnahme an Ausschreibungen, Strom muss selber vermarktet werden
In diesem Fall müssen Sie sich selbst darum kümmern, dass ein Netzbetreiber (z. B. Stadtwerke) Ihren Strom abkauft. Auch in diesem Fall müssen Sie Ihre Anlage bei der Bundesnetzagentur anmelden.
Vom Netzbetreiber erhalten Sie monatlich den von Ihnen ausgehandelten Preis pro kWh. Zusätzlich bekommen Sie 20 Jahre lang von Ihrem Netzbetreiber eine monatlich variable Marktprämie, die so hoch ausfällt, dass die Summe aus der Marktprämie und dem monatlich ermittelten Börsenpreis für Solarstrom den bei Inbetriebnahme Ihrer Anlage gültigen EEG-Vergütungssatz ergibt (Stand Januar 2018: 8,9 - 12,7 Cent pro kWh). Eine detaillierte Aufstellung können Sie bei der Bundesnetzagentur einsehen.
Anders als im "Fall a" haben Sie als Gesamterlös also nicht immer die gleiche feststehende Vergütung. Denn je nachdem welchen Preis Sie bei der Vermarktung Ihres Stroms erzielen, kann die Höhe Ihres Gesamterlöses variieren.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.
Berechnung des Gesamterlöses einer PV-Anlage. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)

Bundesnetzagentur:
PV-Meldeportal
Internetseite "Anzulegende Werte für Solaranlagen November 2017 bis Januar 2018"
Fall c: Teilnahme an EEG-Ausschreibungen möglich, bei Zuschlag Förderung
In diesem Fall müssen Sie an einer Ausschreibung teilnehmen, um eine Förderung erhalten zu können. Sofern Sie den Zuschlag erhalten, wird Ihnen für 20 Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage wie im "Fall b" eine Marktprämie ausgezahlt. Ebenso müssen Sie Ihren Strom selbst vermarkten. Weitere Informationen zum Ablauf einer EEG-Ausschreibung finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.
Bundenetzagentur (BNetzA):
Internetseite "Ausschreibungen zur Er­mitt­lung der fi­nan­zi­el­len För­de­rung von So­lar­an­la­gen"
Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einem Wassertümpel im Vordergrund. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete

Informationen zur Förderung von PV-Projekten in diesen Gebieten finden Sie hier:
mehr




Für Anlagen, die vor In-Kraft-Treten des aktuellen EEG zum 01.01.2017 bereits in Betrieb genommen wurden, gelten die bei Inbetriebnahme gewährten Vergütungssätze fort, es besteht Bestandsschutz.

Erste Anlaufstelle

Die Kolleginnen und Kollegen von C.A.R.M.E.N. informieren Sie über Fördermöglichkeiten in Ihrem konkreten Fall:

C.A.R.M.E.N. e.V. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk e.V.)
E-Mail: contact(at)carmen-ev.de
Telefon: 09421 / 960-300

Internetseite "Förderprogramme für Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcenverwendung"

Links und Downloads

Allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Förderfibel Umweltschutz und Energie
(aktuelle Förderprogramme unter dem Schlagwort "Sonnenenergie")
Broschüre "Sonnenenergie"
Bayerische Energieagenturen e.V.:
Förderkompass Energie
BINE-Informationsdienst:
Fördermittel-Suche in der BINE-Förderdatenbank
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi):
Förderdatenbank des Bundes(Suchbegriff: “Photovoltaik“)

Vergütung und Netzintegration
Bundesnetzagentur:
EEG-Vergütungssätze für PV-Anlagen
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz:
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Ausschreibungen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen
Bundesnetzagentur:
Ausschreibungen zur Ermittlung der finanziellen Förderung von PV-Anlagen ab 750 kWp