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Bayerische Energiepolitik

Das Ziel der bayerischen Energiepolitik ist eine sichere, bezahlbare und umwelt-verträgliche Energieversorgung für Bürger, Kommunen und Unternehmen. Das "Aktionsprogramm Energie" (2019) ist die Grundlage.

Das Bayerische Aktionsprogramm Energie wurde im November 2019 veröffentlicht. Es baut auf dem Bayerischen Energieprogramm von 2015 und dem Bayerischen Energiekonzept von 2011 auf und beinhaltet Handlungsfelder, die für das Gelingen der Energiewende in Bayern besondere Chancen bieten. Es soll die energiepolitische Agenda der kommenden Jahre bestimmen.

Das Aktionsprogramm enthält Projekte, die vordringlich umgesetzt werden sollen. Parallel dazu werden – abhängig von der Energiepolitik des Bundes und den europäischen Vorgaben – weitere Maßnahmen umgesetzt und die energiepolitische Agenda in Bayern laufend nachgesteuert, um das beste Ergebnis zu erreichen. Das Programm gliedert sich in Handlungsfelder und Einzelmaßnahmen. Im Folgenden finden Sie beispielhaft einige Handlungsfelder und Ziele:

Solarenergie
Status Quo und Aussicht
2018 lag die PV-Leistung in Bayern insgesamt bei 12,5 Gigawattpeak (GWp) bzw. einem Anteil an der Bruttostromerzeugung von 15,9 Prozent. Mit dem geplanten Zubau um 3,2 GWp soll die Leistung im Sonnenland Bayern auf 15,7 GWp bis 2022 gesteigert werden.

Ziel
Geplant ist ein kraftvoller Zubau von Photovoltaik (PV) mit einer Zubauleistung in Höhe von 3.200 Megawattpeak (MWp) bis 2022. Das entspricht einem durchschnittlichen Zubau von 800 MWp pro Jahr.

PV auf benachteiligten Gebieten
Nach der bereits umgesetzten Ausweitung des Kontingents für PV-Freiflächen in benachteiligten Gebieten von 30 auf 70 Projekte in 2019 wird beabsichtigt, das Freiflächen-Kontingent weiter zu erhöhen.
Wasserkraft
Status Quo
Neben der Solarenergie ist die Wasserkraft einer der Spitzenreiter bei den regenerativen Energiequellen zur Stromerzeugung in Bayern. Rund 4.200 Laufwasser- und Speicherwasserkraftwerke versorgen rechnerisch durchschnittlich rund 3,5 Millionen Haushalte in Bayern. 2018 lag der Anteil der Wasserkraft an der Bruttostromerzeugung in Bayern bei 14,5 Prozent.

Ziel
Ziel ist es, den Stromertrag aus der Wasserkraft ausgehend vom langjährigen Mittel von 12,5 Terawattstunden (TWh) um eine zusätzliche TWh zu steigern. Mit einem Förderprogramm sollen Wasserkraftanlagen bei Ausbau und Modernisierung unterstützt werden.
Bioenergie
Status Quo
2018 lag der Anteil der Bioenergie an der Bruttostromerzeugung in Bayern bei 12,4 Prozent.

Ziel
Bis 2022 soll die Stromerzeugung aus Bioenergie in Bayern von rund 9,2 TWh in 2018 auf etwa 10 TWh gesteigert werden. Der Einsatz von Holz, Mais, Gülle und alternativen Energiepflanzen soll optimiert und es sollen bestmögliche Voraussetzungen für den Weiterbetrieb bestehender Biogasanlagen und den Bau neuer Biogasanlagen in Bayern geschaffen werden. Die Forschungsmittel werden auf rund vier Millionen Euro im Jahr verdoppelt.
Windenergie
Status Quo
2018 lag die Leistung bei 2,5 GW. Im diesem Zeitraum erreichte die Windenergie einen Anteil von 6,1 Prozent an der Bruttostromerzeugung in Bayern.

Ziel
Die Windenergie in Bayern soll unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ausgebaut werden. Ziel ist es, 300 neue Anlagen bis Ende 2022 auf den Weg zu bringen. Das entspricht etwa 1 GW neu installierter Leistung.
Versorgung und Netze
Versorgungssicherheit
Die Versorgungssicherheit ist in Bayern gemeinsam mit der Wirtschaftlichkeit und der Umweltverträglichkeit das wichtigste energiepolitische Ziel. Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit soll durch Gaskraftwerke garantiert werden. Die Vorteile von Pumpspeicherwerken - wie zum Beispiel in Riedl bei Passau - sollen stärker genutzt werden.

Netze
Beim Ausbau der Stromnetze darf die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht außer Acht gelassen werden. Daher wird das Ziel verfolgt: „So wenig Netzausbau wie möglich und nur so viel, wie unbedingt nötig.“ Wirtschaftsminister Aiwanger hat vom Bund die Zusicherung erhalten, dass die Stromtrasse P44 von Altenfeld in Thüringen nach Grafenrheinfeld in Unterfranken nicht weiterverfolgt wird. Der Ansatz des Ministeriums lautet: Es braucht digitale und innovative Konzepte für eine effizientere Verteilung des Stroms, um den Netzausbaubedarf zu senken.
Energieeffizienz in Gebäuden und bei Unternehmen
Gebäudebereich
Ziel ist es, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Bis 2030 soll fast ein Viertel der Endenergie eingespart werden. Bayern hat bereits eine Bundesratsinitiative gestartet, um die steuerliche Förderung der Gebäudemodernisierung zu verbessern. Im Freistaat werden Beratungs- und Förderangebote ausgebaut.

Die Ende 2019 gegründete Landesagentur für Energie und Klimaschutz soll lokale Initiativen vernetzen sowie die Beratung von Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern ausbauen.

Unternehmen

Bayerische Unternehmen haben bereits massiv in die Energieeffizienz investiert. Das Wirtschaftsministerium wird – auch über die neue Landesagentur – Innovationen und neue Investitionen anregen. Ziel ist es, Einsparpotenziale von ca. 30 Prozent in Gewerbe, Handel und bei Dienstleistungen sowie 18 Prozent in der Industrie zu erreichen.
KWK und Sektorenkopplung
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Geplant ist in Bayern, bis 2022 den Bau von 3000 neuen KWK-Anlagen anzustoßen. Damit soll ein Zubau von 500 MWel erreicht werden. KWK ist durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme besonders energieeffizient und stellt gesicherte Leistung zur Verfügung. Daher gilt sie als Stabilitätsanker der Energiewende und schafft Versorgungssicherheit in Bayern.

Flexibilität und Sektorenkopplung
Durch die effektive Verzahnung der Bereiche Strom, Wärmeversorgung und Mobilität sollen die Schwankungen erneuerbarer Energien besser ausgeglichen und somit grüner Strom besser nutzbar gemacht werden. Deshalb unterstützt das Wirtschaftsministerium die Forschung und Entwicklung neuer Ansätze wie innovativer Energiespeicher und Power-to-X-Technologien.

Neue Landesagentur für Klima und Energie (2020)

Im Dezember 2019 fiel der Startschuss für den Aufbau der Landesagentur für Energie und Klimaschutz. Die Landesagentur soll lokale Initiativen vernetzen sowie die Beratung von Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern ausbauen. Dazu gibt es ein offizielles Video des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.