Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Energieflussdiagramm

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher Bayern seine Energie bekommt? Nur etwa ein Fünftel der Primärenergie wird in Bayern gewonnen, der Rest wird zugekauft. Was mit dieser Energie passiert, können Sie im Energieflussdiagramm nachverfolgen.

Bayern bezieht einen Großteil seiner Energie von außerhalb seiner Landesgrenzen, insbesondere Mineralöle und Erdgas. Bei der Umwandlung (z. B. in Raffinerien und Kraftwerken) geht mehr als ein Viertel der eingesetzten Energie als Abwärme verloren oder wird im Prozess verbraucht. Nur etwa drei Viertel der Primärenergie stehen letztendlich als Endenergie zur Verfügung.

Energieflussdiagramm Bayern 2018

  • In einem Energieflussdiagramm werden Energieströme bildlich dargestellt.
  • Das Diagramm zeigt z. B. die Verluste bei der Umwandlung der Primärenergieträger oder die Aufteilung des Endenergieverbrauchs (u. a. Verkehr, Industrie, Haushalte).


Energieströme in Bayern 2018

Im Folgenden wird erklärt, was die im Diagramm verwendeten Begriffe bedeuten und was mit der Energie passiert (Pfeile). Die Daten stammen aus der Veröffentlichung "Aktuelle Zahlen zur Energieversorgung in Bayern – Prognose bis zum Jahr 2018" des StMWi, Stand 2019.

  • Gewinnung im Inland: Ein Teil der Energierohstoffe ist im Inland (hier: Bayern) vorhanden (z. B. Wasserkraft, Sonnenenergie) oder entsteht hier (z. B. Abfälle).
  • Importe (Bezüge): Die meisten Energierohstoffe müssen aber von außerhalb Bayerns importiert werden (z. B. Erdöl, Erdgas, Uran).
  • Lieferungen: Etwas von der in Bayern gewonnenen oder vorhandenen Energie wird nach außerhalb geliefert (z. B. Benzin oder Flüssiggas).
  • Primärenergieverbrauch: Diese Energie wird tatsächlich in Bayern verbraucht, 2018 waren dies laut Prognose 1.824 Petajoule, das sind mehr als 500 Milliarden Kilowattstunden.
  • Nicht-energetischer Verbrauch: Ein Teil der Energierohstoffe wird als Rohstoff genutzt, z. B. Mineralölprodukte als Grundlage für Kunststoffe (stoffliche Nutzung).
  • Umwandlungsverluste: Wenn die Energierohstoffe in nutzbare Energie (z. B. Strom) umgewandelt werden, wird v.a. viel Abwärme frei, die nicht genutzt wird. Auch die für die Umwandlung eingesetzte Energie sowie Übertragungsverluste stehen nicht als Endenergie zur Verfügung. Die gesamten Umwandlungsverluste betragen insgesamt fast ein Viertel der eingesetzten Primärenergie.
  • Endenergieverbrauch: Die nun gewonnene Endenergie kann in verschiedenen Bereichen genutzt werden. 2018 waren dies laut Prognose 1.380 Petajoule, das sind rund 380 Milliarden Kilowattstunden.
  • Industrie und verarbeitendes Gewerbe: Hier wird v. a. Erdgas (37 %) und Strom (39 %) genutzt, zum Beispiel zur Bereitstellung von Prozesswärme oder zum Antrieb von Maschinen.
  • Verkehr: Im Verkehr werden hauptsächlich Kraftstoffe auf Mineralölbasis eingesetzt (52 % Diesel, 25 % Benzin, 16 % Kerosin, 2 % Strom).
  • Haushalte: In den Haushalten wird die Energie hauptsächlich zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Es werden Erdgas (30 %), Heizöl und Flüssiggas (20 %) und erneuerbare Energien (25 %) genutzt, sowie Fernwärme (5 %). 20 % der Endenergie werden als Strom genutzt.
  • Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher: Hier dominieren Mineralölprodukte (32 %) und Strom (32 %) vor Erdgas (23 %) für die unterschiedlichsten Nutzungen.