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Energieflussdiagramm

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher Bayern seine Energie bekommt? Nur etwa ein Fünftel der Primärenergie wird in Bayern gewonnen, der Rest wird zugekauft. Was mit dieser Energie passiert, können Sie im Energieflussdiagramm nachverfolgen.

Bayern bezieht einen Großteil seiner Energie von außerhalb seiner Landesgrenzen, insbesondere Mineralöle und Erdgas. Bei der Umwandlung (z. B. in Raffinerien und Kraftwerken) geht etwa ein Viertel der dort eingesetzten Energie als Abwärme verloren oder wird im Prozess verbraucht. Nur knapp 80 Prozent der Primärenergie stehen als Endenergie zur Verfügung.

Energieflussdiagramm Bayern 2019

  • In einem Energieflussdiagramm werden Energieströme bildlich dargestellt.
  • Das Diagramm zeigt z. B. die Verluste bei der Umwandlung der Primärenergieträger oder die Aufteilung des Endenergieverbrauchs (u. a. Verkehr, Industrie, Haushalte).


Energieströme in Bayern 2019

Im Folgenden wird erklärt, was die im Diagramm verwendeten Begriffe bedeuten und was mit der Energie passiert (Pfeile). Die Daten stammen aus der Veröffentlichung "Energiedaten.Bayern – Schätzbilanz, Daten bis zum Jahr 2019" des StMWi, Stand 2020.

  • Gewinnung im Inland: Ein Teil der Energierohstoffe ist im Inland (hier: Bayern) vorhanden (z. B. Wasserkraft, Sonnenenergie) oder entsteht hier (z. B. Abfälle). Für 2019 werden diese auf 410 Petajoule geschätzt.
  • Importe (Bezüge): Die meisten Energierohstoffe müssen aber von außerhalb Bayerns importiert werden (z. B. Erdöl, Erdgas, Uran), 2019 geschätzt 1.586 Petajoule.
  • Lieferungen: Etwas von der in Bayern gewonnenen oder vorhandenen Energie wird nach außerhalb geliefert (z. B. Benzin oder Flüssiggas), geschätzt 95 Petajoule im Jahr 2019.
  • Primärenergieverbrauch: Diese Energie wird tatsächlich in Bayern verbraucht, 2019 waren dies laut Schätzbilanz 1.904 Petajoule, das sind mehr als 500 Milliarden Kilowattstunden.
  • Nicht-energetischer Verbrauch: Ein Teil der Energierohstoffe wird als Rohstoff genutzt, z. B. Mineralölprodukte als Grundlage für Kunststoffe (stoffliche Nutzung).
  • Umwandlungsverluste: Wenn die Energierohstoffe in nutzbare Energie (z. B. Strom) umgewandelt werden, wird v.a. viel Abwärme frei, die nicht genutzt wird. Auch die für die Umwandlung eingesetzte Energie sowie Übertragungsverluste stehen nicht als Endenergie zur Verfügung.
  • Endenergieverbrauch: Einige Primärenergieträger (z. B. feste Biomasse, Erdgas, Solarthermie) können ohne Umwandlung genutzt werden, v.a. zur Wärmeerzeugung. Zusammen mit den durch Umwandlung gewonnenen Sekundärenergieträgern (z.B. Strom, Kraftstoffe, Fernwärme) können sie als Endenergie in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. 2019 betrug der Endenergieverbrauch in Bayern laut Schätzbilanz 1.501 Petajoule, das sind rund 420 Milliarden Kilowattstunden.
  • Industrie und verarbeitendes Gewerbe: Hier wird v. a. Erdgas (34 %) und Strom (37 %) genutzt, zum Beispiel zur Bereitstellung von Prozesswärme oder zum Antrieb von Maschinen.
  • Verkehr: Im Verkehr werden hauptsächlich Kraftstoffe auf Mineralölbasis eingesetzt (52 % Diesel, 26 % Benzin, 16 % Kerosin).
  • Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher: In diesem Bereich wird die Energie hauptsächlich zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Es werden Erdgas (26 %), Heizöl und Flüssiggas (24 %) und erneuerbare Energien (19 %) genutzt, sowie Fernwärme (6 %). 22 % der Endenergie werden in Form von Strom verbraucht.