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Arten der Nutzung

Biomasse kann in drei Gruppen von Bioenergieträgern eingeteilt werden:

  • Bioenergieträger Holz
  • Agrarische Bioenergieträger
  • Reststoffe und Abfälle biogenen Ursprungs

Bioenergieträger Holz

Holz ist in Bayern der bedeutendste Bioenergieträger. Mit einem Anteil von 23 % ist Energieholz (d. h. Holz, das ausschließlich zur Energiegewinnung durch Verbrennung genutzt wird) das zweitwichtigste forstliche Erzeugnis im Freistaat. Der weitaus größere Teil des hier eingeschlagenen Holzes, das sogenannte Stammholz, wird aber immer noch stofflich als Bau-, Werkstoff oder Papierholz eingesetzt, bevor er am Ende seiner Nutzungsphase über Altholzfeuerungsanlagen oder Müllheizkraftwerke energetisch verwertet wird.

Energieholz wird größtenteils zur Wärmeerzeugung und nur zu einem kleinen Teil für die Stromerzeugung genutzt.

Die wichtigsten Bereitstellungsformen von Holz zur Energieerzeugung sind:

  • Scheitholz und Kaminholz
    Scheitholz bzw. Kaminholz ist die klassische Bereitstellungsform von Brennholz. Es stammt größtenteils aus dem Wald oder von Flurgehölzen.
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  • Holzpellets
    Holzpellets sind kleine, zylindrische Presslinge. Zur Herstellung werden derzeit hauptsächlich Sägemehl und Hobelspäne verwendet (Nebenprodukte aus der holzverarbeitenden Industrie).
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  • Hackschnitzel
    Hackschnitzel sind maschinell zerkleinerte Holzstücke. Sie werden aus Waldholz, Sägenebenprodukten, Industrierestholz, Flur- und Schwemmholz sowie aus Holz von Kurzumtriebskulturen hergestellt.
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Nähere Informationen über Kurzumtriebsplantagen

Agrarische Bioenergieträger

Landwirtschaftliche Rohstoffe können neben den üblichen Verwendungsformen als Nahrungs- und Futtermittel oder als technischer Rohstoff (z. B. technische Stärke, technische Öle) auch als agrarischer Bioenergieträger verwendet werden. Ihre Energie wird in Form von Strom, Wärme oder Kraftstoff genutzt.

Die folgende Übersicht zeigt Einsatzbereiche verschiedener agrarischer Bioenergieträger:

Ölpflanzen,
z. B. Raps
- Erzeugung von Biodiesel und Pflanzenölkraftstoff
- in Bezug auf die Anbaufläche ist Raps der derzeit wichtigste landwirtschaftliche Bioenergieträger
Mais- Erzeugung von Biogas
- Der Anbau von Mais für Biogasanlagen in Bayern nimmt rund ein Siebtel der gesamten Maisanbaufläche bzw. rund 3 % der gesamten Ackerfläche ein.
Getreide- Erzeugung von Bioethanol und Biogas
- Nutzung z. B. von Energiegetreide (wie Triticale) oder Auswuchsgetreide (keine Verwendung von hochwertigem Nahrungsgetreide)
Zuckerrüben- Erzeugung von Bioethanol
- Zunehmende Bedeutung auch als Rohstoff für Biogasanlagen

Reststoffe und Abfälle biogenen Ursprungs

Reststoffe und Abfälle biogenen Ursprungs bieten ein großes energetisches Potenzial, das zum Teil noch unerschlossen ist. Je nach Eignung werden Sie zur Erzeugung von Strom, Wärme oder Kraftstoff eingesetzt. Zu dieser Gruppe von Bioenergieträgern zählen insbesondere:

  • Alt- und Gebrauchtholz: Herstellung von Hackschnitzeln z. B. für Altholzkraftwerke
  • Altfett: Erzeugung von Biodiesel
  • Bioabfälle, wie z. B. aus der Biotonne: Erzeugung von Biogas
  • Klärschlamm: Erzeugung von Klärgas
  • Gülle und Festmist: Erzeugung von Biogas
  • Stroh: Erzeugung von Biogas und mittelfristig (derzeit Versuchs- und Pilotanlagen) auch von innovativen Biokraftstoffen. Gewisses energetisches Potenzial. Aufgrund der Humusbildung kann höchstens ein Viertel des Aufkommens angesetzt werden (wichtiger Baustein für die Humusbilanzierung im Rahmen der Cross Compliance Vorgaben). Hohe Preise und hoher technischer Aufwand schränken die Nutzung derzeit ein.
  • Sonstige Ernterückstände: Erzeugung z. B. von Biogas und von Biokraftstoffen der 2. Generation (Biomass to Liquid (BtL))

In Bayern wurden im Jahr 2008 insgesamt ca. 1,8 Millionen Tonnen Bioabfälle (braune Tonne) und Grüngut erfasst und in über 330 Kompostier- und Vergärungsanlagen behandelt. Zudem sind ca. 50 % der rund 3 Millionen Tonnen Abfälle, die in Müllheizkraftwerken in Bayern in Strom und Wärme umgewandelt wurden, biogenen Ursprungs (z. B. Lebensmittelreste, Hygieneabfälle, Textilien, Holz, Pappe).

Die energetische Nutzung von biogenen Rest- und Abfallstoffen trägt dazu bei, mögliche Flächenkonkurrenzen für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln, Rohstoffen, Energiepflanzen sowie Naturschutzmaßnahmen oder Bioanbau zu vermeiden oder zu vermindern.

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Die zur Zeit am Bayerischen Landesamt für Umwelt erfassten Biomasseanlagen finden Sie im Energie-Atlas Bayern.

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Alternativ können Sie uns auch telefonisch oder per E-Mail erreichen: Kontakt

Links und Downloads

Biomasse allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Biogene Festbrennstoffe
Energetische Nutzung von Pflanzenölen
Technologie- und Förderzentrum (TFZ):
Rohstoffpflanzen
Festbrennstoffe
Biokraftstoffe
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF):
Holzenergie und Energieholz – Die nachhaltige Alternative
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Kleine Holzvergasungsanlagen – Handlungsempfehlungen für Investoren"
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR):
Bioenergie - kompakt erklärt

Biogas
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL):
Biogas in Zahlen
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Biogashandbuch Bayern - Materialienband
Internetseite “Biogas“
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Landwirtschaftliche Biogasanlagen"
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena):
Leitfaden Biomethan BHKW – direkt
Projekt "Biogaspartner" – Plattform zur Biogaseinspeisung
Biogasregister Deutschland
(Biogasregister: Plattform zur standardisierten und einfachen Dokumentation von Nachweisen über Biogasmengen und -qualitäten im Erdgasnetz; richtet sich an Produzenten, Händler und Verbraucher von Biogas)

Bürgerenergieanlagen
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR):
Wege zum Bioenergiedorf
Netzwerk Energiewende jetzt:
Übersicht der Energiegenossenschaften in Bayern