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FAQ

In den nachfolgenden FAQs finden Sie Fragen, die zur energetischen Nutzung von Biomasse immer wieder gestellt werden. Die aufgeführten Antworten legen die Fakten dar und versachlichen somit die Diskussionen rund um die Energiewende.

Wie heize ich mit Holz möglichst umweltfreundlich?
Holz liefert Energie, die immer wieder neu zur Verfügung steht, wenn die Bäume aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. In Bayern ist Holz der bedeutendste Bioenergie-Träger: Sein Anteil beträgt 52 %. Steigende Energiepreise und staatliche Förderprogramme werden die Bedeutung von Holz als Energieträger weiter vergrößern.
Ein Holzfeuer im Kaminofen sorgt für gemütliche Wärme. Werden Kaminöfen jedoch falsch betrieben, erzeugen sie gleichzeitig auch beißenden Rauch. Qualmt der Schornstein zu häufig, beeinträchtigt dies die Nachbarschaft. Besonders im Winter steigt in Städten und Dörfern der Schadstoffgehalt der Luft. Einen großen Anteil daran haben Kaminöfen – zum einen wegen ihrer weiten Verbreitung, zum anderen aber auch wegen technischer Mängel und fehlerhafter Bedienung. Dies zeigt eine neue Studie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).

Um der Luftverschmutzung vorzubeugen, hat das LfU die Broschüre „Heizen mit Holz in Kaminöfen. Tipps zur umweltfreundlichen Bedienung – für eine entspannte Nachbarschaft“ herausgegeben. Ziel ist es, den Leser zu animieren, seinen Ofen verantwortungsbewusst zu betreiben. Die Broschüre informiert über den richtigen Umgang mit dem Brennstoff „Holz“, über das Anheizen und das richtige Nachlegen. In Bayern händigen Kaminkehrer sie den Ofenbetreibern beim Beratungsgespräch aus, die Broschüre kann aber auch kostenlos im Internet abgerufen oder bestellt werden:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre „Heizen mit Holz in Kaminöfen"
Muss man mit Geruchsbelästigungen durch Biogasanlagen rechnen?
Beim ordnungsgemäßen und dem Stand der Technik entsprechenden Betrieb von Biogasanlagen treten in der Regel keine relevanten Geruchsemissionen auf. Den Stand der Technik bei Biogasanlagen beschreibt das Biogashandbuch Bayern. Hier sind insbesondere auch diejenigen Maßnahmen beschrieben, die zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen beitragen.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Biogashandbuch Bayern
Welche Möglichkeiten der Wärmenutzung gibt es bei Biogasanlagen in der Landwirtschaft?
Ein Großteil der im Biogas steckenden Energie fällt als Abwärme an, von der jedoch meist nur ein kleiner Anteil von etwa 10 % z. B. für die Fermenterbeheizung und für die Beheizung des landwirtschaftlichen Anwesens genutzt wird. Besonders bei kleineren Biogas-Motoranlagen bleibt das Abwärmepotenzial bisher zum größten Teil noch ungenutzt.
Eine Nutzung dieses Abwärmepotenzials würde nicht nur die Energieeffizienz der Anlagen verbessern. Sie könnte für landwirtschaftliche Betriebe in strukturarmen ländlichen Räumen auch weitere Entwicklungs- und Einkommensmöglichkeiten schaffen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden praxistaugliche Möglichkeiten zur Wärmenutzung bei kleinen landwirtschaftlichen Biogasanlagen untersucht.
Es zeigte sich, dass die Holzhackschnitzeltrocknung als Wärmenutzungsmöglichkeit vor allem für kleinere Anlagen besonders geeignet ist und dass mit einem befahrbaren Flachlager eine effektivere Trocknung der Hackschnitzel ermöglicht wird.

Der Projektbericht steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
"Projektsteckbrief Wärmenutzung bei kleinen landwirtschaftlichen Biogasanlagen"

Mit Fortschreibung des EEG 2012 ist für die meisten Neuanlagen die Vergütung an eine Mindestwärmenutzung gebunden. Der Anlagenbetreiber muss nachweisen, dass mehr als 60 Prozent des Stroms in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt werden.
Welche Auswirkungen hat der verstärkte Einsatz von Biomasse als Energiequelle auf Natur und Landschaft?
Grundsätzlich ist kein gravierender Unterschied zum konventionellen Nahrungs- und Futtermittelanbau zu erwarten. Die Hauptprobleme liegen also nicht im Anbau von Energiepflanzen selbst, sondern in den Auswirkungen, die aus der Intensivierung der Flächennutzung ergeben (z. B. Betriebsmitteleinsatz, Verengung der Fruchtfolge, Erhöhung der Nutzungshäufigkeit des Grünlandes, Nutzung bis an die Gemarkungsgrenzen, Wiederinkulturnahme von Stilllegungsflächen und Grünlandumbruch).

Damit der verstärkte Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in Zukunft nicht zu Lasten der Umwelt geht, haben die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und das Bayerische Landesamt für Umwelt im Auftrag des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums gemeinsam Anbau- und Nutzungsempfehlungen für Energiepflanzen erarbeitet, die den nachgeordneten Behörden als Grundlage für die Beratung dienen.

Die starke Zunahme des Anbaus und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe birgt Chancen und Risiken für Natur und Landschaft. Aus naturschutzfachlicher Sicht können folgende positive Auswirkungen auftreten:
CO2-neutrale energetische Nutzung: Die CO2-Emission bei der energetischen Nutzung entspricht grundsätzlich dem Anteil an CO2, den die Pflanze während ihres Wachstums aufgenommen hat. (Allerdings ist die energetische Nutzung von Biomasse nicht vollständig klimaneutral, da auch bei der Produktion und Weiterverarbeitung energiebedingte CO2-Emissionen entstehen.)
Reduzierung des Einsatzes von mineralischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln
Sinnvolle energetische Verwertung von Material (wie Grünlandaufwuchs, Heckenschnitt) aus der Landschafts- und Biotoppflege
Erhöhung der Vielfalt bei den Fruchtfolgen und Flächennutzungen (z. B. durch Anbau alter Kultursorten, wie Flachs, Lein; Erhalt artenreichen Grünlandes, Anbau von Mischkulturen wie Sonnenblumen und Mais)

Mögliche nachteilige Auswirkungen des Anbaus nachwachsender Rohstoffe können sein:
Erhöhung des Risikos von Bodenstrukturschäden, Bodenabtrag, negative Humusbilanz, Nährstoffeintrag in Gewässer, Reduzierung der Biodiversität und der Vielfalt der Kulturlandschaft durch die Ausdehnung der Anbauflächen, insbesondere von Mais sowie eine weitere Intensivierung der Nutzung
Rückgang der Artenvielfalt durch die Intensivierung von Flächen, z. B. durch Umwidmung von Stilllegungsflächen, Grünlandumbruch und den Verlust von Kleinstrukturen in der landwirtschaftlichen Flur
Beanspruchung naturschutzfachlich bedeutsamer Lebensräume z. B. durch den Energiepflanzenanbau
Monotonisierung des Landschaftsbildes durch große Flächen mit Nawaros, z. B. Mais
Überprägung von traditionellen Kulturlandschaften
Beeinträchtigung der Erholungsfunktion der Landschaft
Was ist eine Kurzumtriebsplantage?
Als Kurzumtriebsplantage (kurz KUP, auch Kurzumtriebskultur, Energiewald oder Agrarholz genannt) bezeichnet man den Anbau schnellwachsender, wiederausschlagfähiger Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen. Aufgrund des sehr schnellen Jugendwachstums der verwendeten Baumarten können KUP in kurzen Rotationsperioden bewirtschaftet werden. Nach der Ernte schlagen die Bäume aus dem Stock wieder aus, es gilt das Prinzip "einmal pflanzen, mehrmals ernten". Die zuwachsende Biomasse wird in der Regel als Energie-Hackschnitzel verwertet, stoffliche Verwendungen sind ebenfalls möglich.

KUP leisten jedes Jahr hohe Zuwächse von 10 bis 13 Tonnen Trockenmaterial pro Hektar, das entspricht dem Energieinhalt von circa 5.000 - 6.000 Litern Heizöl.

Rechtliche Vorgaben für Bayern
Nach dem Bundeswaldgesetz sind KUP kein Wald, sondern landwirtschaftliche Flächen. Trotzdem benötigt man in Bayern eine waldrechtliche Genehmigung, die am zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beantragt werden muss. Laut Bundeswaldgesetz muss eine KUP nach spätestens 20 Jahren einmal beerntet werden. Der Anbau von KUP ist für den Landwirt förderunschädlich, d. h. er kann für die betreffende Fläche die betriebsindividuelle Prämie beantragen.

Weitere Informationen:
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF):
Neue Formen der Biomassenutzung
Projekt KUP-Scout – Ein Pappel-Ertragsmodell für Bayern
Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP):
Informationen zu Energiewäldern, geeigneten Baumarten und Sorten
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Energiewälder – Holz von schnellwachsenden Baumarten"