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Daten und Fakten

In Bayern erzeugen über 4.000 Biomasseanlagen Strom, Wärme und Kraftstoffe. Hinzu kommen Biomethan- und Kläranlagen sowie die Nutzung biogener Abfälle. Bioenergie ist wetterunabhängig verfügbar, kann transportiert und gespeichert werden.

Wie hoch war der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung oder der Wärmebereitstellung? Wie groß ist die Fläche, die dafür benötigt wird? Wird zukünftig mehr Biomasse energetisch genutzt werden? Die Antworten und weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Seite.

Zahlen 2020

2020 wurden mittels Strom und Wärme aus Biomasse 10,1 % des Primärenergieverbrauchs Bayerns gedeckt. Der Primärenergieverbrauch beinhaltet die für die Wärme- und Stromerzeugung eingesetzten Energieträger in ursprünglicher Form, also noch vor jeder Umwandlung. Zahlen zu den einzelnen Sektoren finden Sie unter Wärme, Strom und Kraftstoffe.

Beitrag der Biomasse zur Energieversorgung in Bayern Energie aus Biomasse (absolut) Anteil an allen erneuerbaren Energieträgern Anteil an allen Energieträgern
Primärenergieverbrauch (vorläufig) 34.593 TJ Strom
141.541 TJ Wärme
46,0 % 10,1 %
Bruttostromerzeugung1) 10.116 Mio. kWh 25,6 % 13,4 %
Wärmebereitstellung (vorläufig)1) 39.317 Mio. kWh 83,4 % 19,7 %
Kraftstoffbereitstellung
(vorläufig)2)
6.803 Mio. kWh 100 % 6,2 %

Quellen: StMWi (2021): Energiedaten.Bayern - Schätzbilanz. Daten bis zum Jahr 2020, LfStat (2021): Stromerzeugung und -verbrauch, Berechnungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt
1) umfasst biogene Fest- und Flüssigbrennstoffe, Bio-, Klär-, Deponiegas, biogenen Anteil des Abfalls
2) umfasst Biodiesel, Pflanzenöl, Bioethanol

Flächenbedarf

In Bayern wurden 2018 auf etwa 13 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche nachwachsende Rohstoffe zur energetischen Nutzung angebaut.

Energieholz wird in unterschiedlichen Sortimenten bereitgestellt. Kleinfeuerungsanlagen setzen überwiegend Scheitholz ein. Brennstoff für die mittleren und großen Feuerungen stammt aus Waldrestholz, Gebrauchtholz, Sägenebenprodukten, Industrierestholz und Altholz. Es handelt sich hier also z. T. um eine mit der stofflichen Nutzung gekoppelten energetischen Nutzung oder um eine Kaskaden-Nutzung. Der Flächenbedarf der Holzerzeugung kann daher nur zum Teil der energetischen Biomassenutzung angerechnet werden.


Konkrete Zahlen zum Flächenbedarf erneuerbarer Energien in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Landkreis, können Sie sich in unserem Mischpult "Energiemix Bayern vor Ort" anzeigen lassen.

Entwicklung

Die Erzeugung von Bioenergie ist von 2010 bis 2020 um rund 18.000 GWh angestiegen auf knapp 56.000 GWh. Der Zuwachs fand vor allem bei der Strom- und Wärmeerzeugung statt, die erzeugte Kraftstoffmenge ist in diesem Zeitraum etwa gleichgeblieben.


Zukunft

Laut Ergebnisbericht zum Bayerischen Energiegipfel 2018/2019 wird Ausbaupotenzial bis 2030 vor allem in der Erzeugung von Wärme und Kraftstoffen gesehen – konkrete Ziele wurden dazu nicht festgelegt.

Im Monitoringbericht 2020 des Bayerischen Wirtschaftsministeriums wurde festgehalten, dass bis 2025 etwa 14-16 % Anteil an der Bruttostromerzeugung aus Bioenergie kommen sollen – 2020 waren es 13,4 %.

Um den Anteil an Bioenergie zu erhöhen gibt es u.a. eine Förderung zur Investition in Biomasseheizwerke (BioKlima) und die Programme „Erneuerbare Energien - Standard bzw. Premium“ der KfW beispielsweise für den Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung. Das BAFA fördert zudem über die „Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude“ (BEG) Biomasseanlagen und über die „Bundesförderung energieeffiziente Wärmenetze“ (BEW) innovative Wärmenetzsysteme.