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Mobilität

Veränderte Verkehrskonzepte können nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch die Attraktivität der Zentren erhöhen und das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger verbessern.

Durch den Pkw-Verkehr entstehen für die Kommunen hohe Kosten, z. B. für die Schaffung von Parkraum, den Bau und die Reparatur von Straßen, für den Winterdienst, um Schäden durch Autounfälle zu beseitigen, die Feinstaubbelastung gering zu halten und den Lärm zu verringern.

Im Jahr 2018 war der Verkehrssektor für mehr als 19 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs sind zwischen 1995 und 2018 um 3,7 % angestiegen (Quelle: Umweltbundesamt; https://www.umweltbundesamt.de).

Handlungsfelder für eine nachhaltige Mobilität

Fußgängerinnen und Fußgänger
Wie können Kommunen mehr Fußgängerinnen und Fußgänger in die Zentren locken?
attraktives, engmaschiges Fußwegenetz schaffen
Fußgängerinnen und Fußgänger nicht durch andere Verkehrsteilnehmer (auch Radfahrer) beeinträchtigen
das Zuparken von Fußwegen durch Autos unterbinden
Fußwege gut mit dem Öffentlichen Personennahverkehr vernetzen
Ampelschaltungen auf Fußgänger abstimmen, so dass auch langsame Personen gefahrlos die Straße passieren können
auf gute Qualität der Fußwege achten (Senioren, Rollstuhlfahrer und Eltern an der Planung beteiligen)
Ruhebänke aufstellen
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Weltweit wurde in vielen Städten kostenfreier ÖPNV eingerichtet. Diese Maßnahme hat – bei richtiger Planung – einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Beispiel Tallinn: In Estlands Hauptstadt Tallinn sind Busse und Straßenbahnen seit dem 01.01.13 für die Einwohner kostenfrei.
Autospuren wurden zu Busspuren umgewidmet.
Seitdem sind Busse und Straßenbahnen zu 10 % mehr ausgelastet.
In der Folge meldeten viele ihren Hauptwohnsitz in Tallinn an, so dass die Steuereinnahmen stiegen.
Der CO2-Ausstoß sank um 45.000 Tonnen jährlich.
Im Zentrum verringerte sich der Autoverkehr um 15 %.
Es wurden Parkplätze rückgebaut.
Die Kosten für das Asphaltieren einer Straße oder den Neubau von Parkbuchten wurden öffentlich diskutiert. Ebenso, welche Langzeitschäden Lärm und Abgase in Ballungszentren mit sich bringen.
Radverkehr
Wie können Kommunen den Radverkehr fördern?
Abstimmung der Planung zwischen mehreren Kommunen zur Vernetzung der Radwege
Radschnellwege mit Anbindung an Bahnhöfe und Bushaltestellen schaffen
überdachte und bewachte Radstation am Bahnhof
Endhaltestellen des ÖPNV mit Fahrradverleihstationen ausstatten
Serviceinfrastruktur (Pannenhilfe, Rastplatz) schaffen
Radwege sicherer gestalten, z. B. Rollsplit regelmäßig entfernen
Radwege in den Abendstunden beleuchten
fahrradfreundliche Schaltung von Ampeln
Geschwindigkeit auf Straßen mit hohem Radverkehrsanteil begrenzen
Öffnung Einbahnstraßen für Radverkehr in beide Richtungen
bei Umleitungen wegen Straßenbau-Arbeiten auch Umleitungen für Radverkehr vorsehen
CarSharing und Mitfahrbörsen
Wie können Kommunen das CarSharing fördern?
Berücksichtigen Sie CarSharing in den entsprechenden kommunalen Fachplanungen (siehe Car-Sharing fact sheet Nr. 7 des Bundesverband CarSharing).
Stellen Sie CarSharing-Stellplätze an geeigneten Orten in Kundennähe bereit (siehe Car-Sharing fact sheet Nr. 6 des Bundesverband CarSharing).
Die örtlichen oder regionalen Verkehrsunternehmen können mit CarSharing-Anbietern zusammenarbeiten (Win-Win-Situation). Denkbar sind z. B. ermäßigte CarSharing-Tarife für Stammkunden der ÖPNV-Unternehmen, gemeinsame Werbekampagnen der Partner und CarSharing-Stellplätze auf Betriebsflächen der Verkehrsunternehmen (siehe Car-Sharing fact sheet Nr. 1 des Bundesverband CarSharing).
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Nutzen Sie CarSharing für den städtischen Fuhrpark. Anstelle eines oder mehrerer wenig ausgelasteter betriebseigener Fahrzeuge werden CarSharing-Fahrzeuge genutzt. Dies ist meistens kostengünstiger als eigene Fahrzeuge zu betreiben. Außerdem entfällt der personelle Aufwand zur Pflege der Fahrzeuge (siehe Car-Sharing fact sheet Nr. 4 des Bundesverband CarSharing).
Stellen Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern Informationen über aktuelle Mitfahrgelegenheiten von und zu Ihrer Kommune zur Verfügung (siehe z. B. Beispiel: Mitfahrgelegenheiten von und nach Freising).
Elektromobilität
Der Elektromobilität gehört die Zukunft, denn die Antriebsenergie kann aus erneuerbaren Energiequellen (z. B. Sonnen- oder Windenergie) gewonnen werden. Eine Verbreitung von Elektrofahrzeugen bietet die Chance, Städte zu verändern, indem die vom Straßenverkehr ausgehenden Lärm-, Umwelt- und Klimawirkungen reduziert werden.

Was können Sie tun?
Die Strategien zur Förderung der Elektromobilität, der Parkraumbewirtschaftung, des ÖPNV-Ausbaus und des Mobilitätsmanagements müssen eng aufeinander abgestimmt sein.
Stellen Sie kostenlose Parkplätze für Elektroautos in der Innenstadt zur Verfügung.
Richten Sie öffentliche Ladestationen an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen, Park&Ride-Stationen oder an CarSharing-Standorten ein.
Optimieren Sie die Sichtbarkeit und Beschilderung der Ladestationen und die Gestaltung der zugehörigen Parkraumbewirtschaftung.
Statten Sie die städtischen Fuhrparks mit Elektromobilen aus.
Mobilität der Zukunft
  • Vergleich des CO2-Ausstoßes verschiedender Verkehrsmittel (Quelle: TREMOD Version 6.14; Umweltbundesamt, 11/2020)
  • Die Abbildung zeigt die unterscheidlichen Distanzen, die man abhängig vom Verkehrsträger zurücklegen kann, bis man 1 Tonne CO2 verursacht hat. (berechnet nach Umweltbundesamt, Daten zum Verkehr 2012, TREMOD Version 5.25 (2011); Grafik: EAB)
  • Vergleich CO2-Ausstoß und Zeitaufwand im Berufsverkehr (Quelle: Umweltbundesamt, Daten zum Verkehr 2009, Grundlage UmweltMobilCheck der Deutschen Bahn – TREMOD-basiert)
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(insgesamt 3 Bilder)

Links und Downloads

Allgemein
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB):
"Radverkehr"
"Öffentlicher Verkehr auf der Straße"

Von anderen Kommunen, Städten und Bundesländern lernen
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu):
Praxisbeispiele "Wie fördern andere Kommunen, Regionen und Bundesländer den Fahrradverkehr?"
Holding Graz - Kommunale Dienstleistungen GmbH:
"Mit der Altstadtbim gratis durch die Innenstadt"

Radverkehr
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB):
Radverkehrshandbuch Radlland Bayern
CIVITAS-Initiative:
Broschüre "Fußgänger, Radfahrer und Staus – 15 Kurzinfos für Städte"

CarSharing
Bundesverband CarSharing:
"Bundesverband CarSharing"
Leitfaden zur Gründung neuer CarSharing-Angebote

Elektromobilität
Bayern Innovativ, Bayerische Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH:
Kompetenzatlas Elektromobilität Bayern