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Energetische Sanierung und Neubau

Bei der Sanierung kommunaler Gebäude lässt sich der Energiebedarf auf unter vier Liter Heizöl pro Quadratmeter senken. Neubauten sollten im Passivhausstandard errichtet werden.

Gesetzliche Vorgaben

Die Bundesregierung plant, die Grundpflicht zur Errichtung von Nie­drigstenergiegebäuden gesetzlich zu verankern (Entwurf eines 4. Gesetzes zur Ände­rung des Energieeinsparungsgesetzes (17/12619)). Bauherren werden demnach gesetzlich verpflichtet, alle Neubauten nach dem 31.12.2020 als Niedrigstenergiegebäude zu errichten. Für Neu­bauten, die von Behörden genutzt werden und im Eigentum von Behörden stehen, wird diese Verpflichtung bereits zum 31.12.2018 wirksam.

Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben bei Neubauten sollten folgende Aspekte bei Sanierung und Neubau bereits jetzt berücksichtigt werden:

Leitlinien für die Sanierung und den Neubau von Verwaltungsgebäuden

  • Ein Primärenergiekennwert zum Heizen, Lüften, Kühlen und Beleuchten von 100 kWh/(m²a) ist ein realistischer Zielwert. Voraussetzung ist die Erarbeitung eines integralen Energiekonzeptes - unter Einbeziehung aller relevanten Entscheidungsträger.
  • Ein Heizenergiekennwert von 40 kWh/(m²a) sollte nicht überschritten werden. Der Passivhaus-Standard mit weniger/gleich 15 kWh/(m²a) ist für Neubauten Stand der Technik.
  • Ganzglas- und Glasdoppelfassaden tragen maßgeblich zu Wärmeverlusten bei und bewirken hohe Kühllasten. Glasflächenanteile von 30 bis max. 50 % der raumbezogenen Fassadenfläche und selektive Sonnenschutzverglasung sichern eine ausreichende Tageslichtversorgung und hohen thermischen Komfort bei gleichzeitig geringem Klimatisierungsaufwand.
  • Große Querschnitte für die Luftführung verringern die Druckverluste und damit die notwendige Antriebsenergie für Ventilatoren.
  • Wesentliche Voraussetzung für einen niedrigen Energiebedarf bei guter Luftqualität sind hohe Rückwärmezahlen von Wärmetauschern und hocheffiziente Ventilatoren bei Abluftanlagen. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die Luftdichtheit der Gebäudehülle.
  • Ein effizientes Raumklimakonzept beinhaltet die Minimierung innerer und äußerer Wärmelasten, z. B. durch effektiven Sonnenschutz und effiziente Bürogeräte.
  • Bis zu 80 % der Energiekosten für Beleuchtung können mit effizienten Leuchtmitteln eingespart werden. Automatische Abschaltung bei Abwesenheit sowie tageslichtabhängiges Dimmen sorgen für weitere Einsparungen. Für den Außenbereich sind LEDs geeignet, da diese kälteunempfindlich sind.
  • Für die energieoptimierte Bewirtschaftung des Gebäudes im Sinne des Energiemanagements kommunaler Liegenschaften (KEM) ist die systematische Erfassung und Analyse der wesentlichen Energieflüsse und Raumklimadaten einzuplanen. Insbesondere die Automatisierung der Zähler und Fühler sowie eine geeignete Steuerungstechnik sichern den Vergleich der tatsächlichen mit den geplanten Energiekennzahlen und unterstützen die energetische Betriebsoptimierung der Gebäudetechnik.

Links und Downloads

Allgemein
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Wer früher dämmt, hat's länger warm – Fakten zu Wärmedämmung, Schimmel & Co."
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi):
48 Merkblätter zum Thema "Energie sparen rund ums Haus"
Gas- und Hybridwärmepumpen für den Gebäudebestand
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Internetseite "CO2-Minderung in Kommunen – energieoptimiertes Sanieren und Bauen"
Broschüre “Effiziente Energienutzung in Bürogebäuden“
Broschüre “Bauen und Sanieren für die Zukunft“
Broschüre "Energiesparlampe und LED: energieeffiziente Beleuchtung"
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (OBB):
Veröffentlichungen zum Thema "Sanierung staatlicher Gebäude"
Broschüre "Planungshilfe Energiesparendes Bauen"
Regierung von Oberbayern:
Infobrief "Modernisierung von Wohnraum"
Infobrief "Energetische Sanierung"
Broschüre "Energetische Modernisierung von Schulen, Kindertagesstätten und Verwaltungsgebäuden"
Bayerische Ingenieurekammer-Bau:
Die Energiebroschüre
Deutsche Energie-Agentur (dena):
Internetseite "Die größten kommunalen Energieverbraucher"

Energetische Bilanzierung von Nichtwohngebäuden
Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU):
Excel-Werkzeug zur energetischen Grobanalyse komplexer Bestandsgebäude

Expertensuche
Energie-Atlas Bayern:
Wie und wo finde ich fachlich kompetente Energieberater
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena):
Expertensuche für Förderprogramme des Bundes
Deutsches Energieberater-Netzwerk e. V:
Internetseite "Energieberatung, Planung und Überwachung"
Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e. V. (WTA):
Energieberatersuche für Baudenkmale

Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR):
Studie "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen – Vertiefende Modellprojekte der Umsetzung integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte"