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Kostengünstige Sanierung eines Mehrfamilienhauses zum 3-Liter-Haus

Das Gebäude aus den 1930er Jahren war im Jahr 2002 das erste Mehrfamilienhaus in der Bundesrepublik, das kostengünstig mit Passivhauskomponenten saniert wurde.

Projektträger: WBG Nürnberg

Projektstandort

Nürnberg

 Nürnberg_georeferenzierung

Kontakt

WBG Nürnberg
Harald Behmer
Glogauer Str. 70
90473 Nürnberg
Tel: (0911) 80040
schulze-darup[at]schulze-darup.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Gebäude mit sehr hoher Energieeffizienz.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Die Mehrinvestitionen für die Passivhaus-Komponenten betrugen 100 €/m2 Wohnfläche, die Sanierungskosten 503 €/m2 Wohnfläche.

Nutzen: Reduktion des Heizwärmebedarfs um 87 % bzw. 178 kWh/(m2a) von 204 kWh/(m2a) auf 26 kWh/(m2a).

Kosten: Weitere Angaben: Sanierungskosten (Kostengruppe 300/400 nach DIN 276 inkl. MWSt.): 503 €/m2 Wohnfläche. Die Mehrinvestitionen für die Passivhaustechnik gegenüber dem Referenzstandard EnEV-Neubau belaufen sich auf 100 €/m2

Förderung: Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie

Beschreibung

Auslöser
Hocheffiziente Gebäudekonzepte wurden bis dahin nur für Neubauten umgesetzt. Das Projekt war nach dem ersten Modellvorhaben der LOWOGE in Ludwigshafen das zweite Projekt dieser Art, allerdings mit dem Ziel hoher Kosteneffizienz.
Durchführung
Die wbg Nürnberg GmbH sanierte das Mehrfamilienhaus mit 895 m2 Wohnfläche im Jahr 2002 zum 3-Liter-Haus, einem Haus das 3 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr für die Heizung verbraucht. Das Energiekonzept basiert auf den Standards eines Passivhauses mit einer hochwertigen Gebäudehülle und geringen Wärmeverlusten über die Außenwand. Weitere Modernisierungen durch eine moderne Heiztechnik, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und die Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarenergie runden die energetische Sanierung ab. Der Heizwärmebedarf kann so von 204 kWh/(m2 a) auf 24 bis 26 kWh/(m2 a) – also um ein Faktor von 10 – reduziert werden.

Die Sanierung umfasst zunächst Änderungen an allen wesentlichen Außenbauteilen, um eine umlaufend geschlossene Wärmedämmung zu gewährleisten. Dabei wird die Ziegelmauer mit 20 cm Polystyrol-Wärmedämmverbundsystem energetisch optimiert. Gleichzeitig werden die alten Kastenfenster durch moderne Passivhausfenster ausgetauscht. Die Kellerdecke und die oberste Geschossdecke werden mit einer großzügigen Dämmschicht versehen.

Die Bauherren setzen auf energieeffiziente Heiztechnik. So werden nicht nur fossile Brennstoffe vermieden, sondern auch Nebenkosten eingespart. Eine neue Gasbrennwerttherme im Dachgeschoss ersetzt die alten Etagenheizungen. Ein Feld mit 16 m2 solarthermischen Kollektoren sammelt im Sommer Energie für die Warmwasseraufbereitung, die den Bewohnern in einem 1.000 l Speicher zur zeitnahen Verwendung zur Verfügung steht.

Das moderne Konzept wird durch wohnungszentrale Lüftungsanlagen ergänzt, die jederzeit eine optimale Luftqualität sicherstellen. Durch die Wärmerückgewinnung können etwa 85 % der Wärme in die Wohnräume zurückgeführt werden. In diesem 3-Liter-Haus wird die Anlage im Abstellraum aufgestellt, worin sich die Wärmetauscher befinden.

Das Projekt wurde durch das Bayerische Wirtschaftsministerium gefördert und durch das Passivhaus-Institut Darmstadt (FIW München und AnBUS Fürth) begleitend wissenschaftlich erforscht.

Gebäudedaten:
beheizte Fläche: 895 m2
Baujahr: 1930 / Sanierung 2002
Baukosten (Kostengruppe 300/400 nach DIN 276 inkl. MWSt.): 503 EUR/m2 Wohnfläche

Projektbeteiligte:
Bauherr: wbg Nürnberg GmbH, Glogauer Straße 70, Nürnberg
Architekt: Dr. Burkhard Schulze Darup, Nürnberg
Tipps
  • Rechnen Sie vor der Sanierung die Investition in unterschiedlichen Energiestandards und den eingesparten Wartungs- und Instandhaltungskosten durch. Ein erfahrener Planer kann die Sanierung zu einem hocheffizienten Gebäude mit geringen Mehrkosten durchführen.
  • Berücksichtigen Sie in der Planung auch die Wartung möglichst einfach und eventuell ohne Zutritt zu den Wohnungen vorzusehen. Lüftungsgeräte können beispielsweise über das Treppenhaus zugänglich sein, oder in einer Gebäudezentrale untergebracht werden.
Stolpersteine
  • Eine unzureichende Planung der Gebäudetechnik kann zu teuren und überflüssigen Investitionen führen. Hier konnten Wartungsaufwand und -kosten durch die Zentralisierung der Heizung eingespart werden.

Beispiel gemeldet:04/2018 

Links und Downloads

Internetseite zum Projekt

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