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Ein Dorf nimmt seine Zukunft in die Hand mit Biomasse

Das Dorf Engelsberg versorgt sich sicher und nachhaltig mit regionalen Hackschnitzeln aus den eigenen Wäldern.

Projektträger: Markt Lauterhofen

Projektstandort

Engelsberg

Engelsberg_georeferenzierung

Kontakt

Markt Lauterhofen
Ludwig Lang
1. Bürgermeister
Marktplatz 11
92283 Lauterhofen
Tel: (09186) 9310 - 0
info[at]lauterhofen.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Durch die Hackschnitzelanlage (Holz) wurde vorher "in der Luft befindliches" CO2 mittels Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 287 t / Jahr

Nutzen: Die zukunftsfähige Anlage in Engelsberg, ersetzt insgesamt rund 80.000 Liter Heizöl und liefert eine Strommenge, die etwa den Bedarf von zwei Dörfern der Größe von Engelsberg entspricht. Ca. 86.000 € verbleiben pro Jahr in Engelsberg (incl. Stromeinnahmen). Nachwachsender Rohstoff und geringe Transportwege machen unabhängiger.

Kosten: Gesamtkosten: 400.000 Euro
  Weitere Angaben: Etwa 40 % entfallen auf das Gebäude mit der Anlage, der Rest gliedert sich auf in Versorgungsleitungen, Anschlüsse und Planung.

Förderung: Zuschuss: 180.000 Euro
  Fördergeber: Öffentliche Fördermittel, unter anderem DLE

Beschreibung

Auslöser
Mit Beginn der Dorferneuerung 2003 entstand die Idee einer dezentralen Energieversorgung für Engelsberg.
Durchführung
Nach 7 Dorfversammlungen mit Bürgerbeteiligung wurde beschlossen, ein Biomasseheizwerk mit Nahwärmenetz für den kompletten Ort zu installieren. Ziel war es, das ganze Dorf mit Bioenergie zu versorgen. Die Arbeiten zogen sich von der Vision bis zur Inbetriebnahme über einen Zeitraum von drei Jahren, wobei die Planung und Förderanträge bereits zweieinhalb Jahre betrugen. Am 1.11.2006 ging die Anlage in Betrieb.
Das 1.500 m lange Leitungsnetz wurde mit flexiblen Rohrsystemen verlegt, die sich zu 99 % auf Privatgrund befinden. Das Holzhackschnitzelwerk wurde an das Feuerwehrhaus angegliedert, das in mehr als 5.000 Arbeitsstunden Eigenleistung errichtet wurde. Angeschlossen wurden 25 der 30 bestehenden Anwesen, was einer Anschlussquote von 83 % entspricht.
Das Heizwerk besitzt eine Nennleistung von 320 kW und produziert 250.000 kWh pro Jahr. Dafür werden 700 Schüttraummeter gebraucht. Ein ölbetriebener Spitzenlastkessel mit 150 kW, der für den Notbetrieb vorgesehen ist, ergänzt das Kraftwerk.

Im August 2011 entschieden die Bürger bei einer Dorfversammlung die Erweiterung der Anlage mit Holzvergasung und einem BHKW, um die Betriebszeiten zu optimieren. Die Maßnahme wurde sogleich umgesetzt.
Der Verbrauch beträgt aktuell 1.300 Schüttraummeter pro Jahr. Die überschüssige Wärme (z. B. aus dem BHKW-Raum) wird zur Trocknung der Hackschnitzel verwendet. Dadurch beläuft sich der Feuchteanteil unserer Schnitzel auf unter 10 %.
Tipps
  • Nicht nur monetäre Aspekte beachten. Durch dieses Vorhaben wurde die Dorfgemeinschaft erheblich gestärkt und zwei Familien bauten in Engelsberg ihre Häuser.
Auszeichnungen
  • 08/2005: E.ON Umweltpreis
    verliehen von: E.ON
  • 08/2005: Dorfvital
    verliehen von: Amt für ländliche Entwicklung

Beispiel gemeldet:08/2015 

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