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Fernwärme – ein Erfolgsrezept

CO2-neutrale Wärme aus Abfallheizkraftwerk und Biogasanlagen versorgt das Gemeindegebiet.

Projektträger: Gemeinde Bergkirchen

Projektstandort

Bergkirchen

Bergkirchen_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Bergkirchen
Siegfried Ketterl
Geschäftsstellenleiter und Vorstand EWG Kommunalunternehmen
Johann-Michael-Fischer-Straße 1
85232 Bergkirchen
Tel: (08131) 5697-11
siegfried.ketterl[at]bergkirchen.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Wärme aus dem Abfallheizkraftwerk und den Biogasanlagen bliebe ohne das Wärmenetz ungenutzt. Feinstaub-, CO2- und weitere heizungsbedingte Emissionen fallen bei dieser umweltschonenden Wärmeversorgung nicht an.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 7.800 t / a

Kosten: Gesamtkosten: 14 Mio. € Euro

Förderung: Kredit: 5,3 Mio € Euro
  Zuschuss: 2 Mio € Euro
  Fördergeber: BAFA – KWK-Zuwendungen

Beschreibung

Auslöser
Auslöser des Projekts war die Neuerrichtung eines Gewerbegebiets (GADA) an der Autobahn A8. Das Gewerbegebiet sollte energetisch sinnvoll betrieben werden. Da in unmittelbarer Nähe eine Müllverbrennungsanlage liegt und dessen Energie bis 2007 ungenutzt war, war die passende Energiequelle schnell gefunden. Die Verteilung der Fernwärme und vor allem Produktionswärme für die GADA war so erfolgreich, dass 2010 beschlossen wurde, die Fernwärmeverteilung auf drei Gemeindeteile auszuweiten.
Durchführung
2007 wurde das Unternehmen "Fernwärme Bergkirchen GmbH" (FWB) von drei Gesellschaftern gegründet: der Gemeinde Bergkirchen (51 %), dem gemeinsamen Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck (GfA) (24,5 %) und den Stadtwerken Fürstenfeldbruck GmbH (24,5 %).

Seit 2007 beliefert die FWB das Gewerbegebiet GADA A8 mit CO2-neutraler Fernwärme. Diese stammt aus der Abwärme des nahegelegenen Abfallheizkraftwerkes Geiselbullach, das von der GfA betrieben wird. In dem Heizkraftwerk werden die Restabfälle der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck klimaschonend entsorgt und energetisch verwertet. Durch Verstromung mit integrierter Wärmeauskopplung leistet das Heizwerk einen wertvollen Beitrag zur Schonung von Primärenergieressourcen und zum Klimaschutz.

Die Fernwärme eignet sich nicht nur zur Beheizung und Warmwasserversorgung von Gebäuden, sondern auch zur Klimatisierung sowie zur Versorgung von Produktionsprozessen in Industrie und Gewerbe. Ein Absicherungskessel sowie ein Notstromdiesel sorgen für eine hohe Versorgungssicherheit.
Selbst nach dem erfolgreichen Anschluss des 60 Hektar großen Gewerbegebietes stand noch genügend Energie für eine Erweiterung der Fernwärmversorgung zur Verfügung. Daher gründete die Gemeinde 2010 das Kommunalunternehmen EWG-Bergkirchen, durch welches in enger Zusammenarbeit mit der FWG weitere Gebiete erschlossen wurden. Dazu zählen neben dem Gemeindezentrum auch die Ortsteile Feldgeding und Günding.

Der weitere Ausbau der Fernwärmeversorgung schreitet stetig voran. Im Sommer 2016 war das Leitungsnetz bereits rund 25 km lang und versorgte 250 Anschlussnehmer. Mit weiteren 400 Gebäudebesitzern bestehen Verträge für den zukünftigen Anschluss – beispielsweise sobald die hauseigene Heizung veraltet ist. Um die starke Nachfrage zu decken, wurde im Spätsommer 2016 mit dem Bau einer Verstärkungsleitung begonnen.

Im Herbst 2015 wurde zusätzlich eine ortsansässige Biogasanlage in die Wärmeversorgung einbezogen. Eine weitere kommt im Herbst 2016 hinzu. Die in den beiden Anlagen ohnehin anfallende Abwärme erwärmt den Rücklauf des Fernwärmenetzes, sodass dessen Leistung insgesamt erhöht wird.
Stolpersteine
  • Im Vergleich zu konventionellen Heizarten ist ein solches Fernwärmeprojekt erst auf sehr lange Sicht wirtschaftlich. Die öffentliche Hand sollte mehr Zuwendungen gewähren, um die Finanzierung zu erleichtern.
Auszeichnungen
  • 10/2012: Energiepreis
    verliehen von: Landkreis Dachau

Beispiel gemeldet:08/2016 

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