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Energieautarkes Klärwerk

Eine Kläranlage, die ihre Energie selber produziert – so haben wir es gemacht.

Projektträger: Stadt Bamberg

Projektstandort

Bamberg

Bamberg_georeferenzierung

Kontakt

Entsorgungs- und Baubetrieb Stadt Bamberg
Hans-Joachim Wolff
Betriebsleiter
Rheinstraße 4
96052 Bamberg
Tel: (0951) 87-7270
Hans-Joachim.Wolff[at]stadt.bamberg.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die beiden Blockheizkraftwerke (BHKW) der Kläranlage Bamberg gewinnen in fünf Stunden Betrieb so viel Strom aus der Verbrennung von Faulgas, wie ein 4-Personen-Haushalt durchschnittlich im Jahr benötigt.

Einsparungen: Energieeinsparung: 4,162 Mio. kWh / Jahr

Beschreibung

Auslöser
1957 bis 1959 wurde die Kläranlage mit einer Ausbaugröße von 110.000 Einwohnerwerten (EW) gebaut. Bereits damals nutzte man das Klärgas zum Antrieb von zwei umgebauten Schiffsdieselmotoren zur Strom- und Wärmegewinnung. Diese Vorgehensweise war sehr innovativ und dem damals auf deutschen Kläranlagen vorherrschenden Stand der Technik weit voraus. Mit einer fast dreimal so hohen Stromerzeugung wie Bedarf, war die Anlage somit von Beginn an energieautark. Hier wurde bereits der Grundstein für den heute auf der Kläranlage Bamberg vorherrschenden nachhaltigen und schonenden Umgang mit Energie gelegt.
Durchführung
Nach einigen Erweiterungen in den Jahren 1973 bis 1990 wurde die Kläranlage auf ihr heutiges Volumen von 220.000 EW vergrößert. Durch verschiedenste Änderungen in der Verfahrensweise von Kläranlagen, musste man zur erneuten Erreichung der Energieautarkie neue Wege gehen. Der Strombedarf konnte ab 1998 bis heute immer weiter gesenkt werden, von 26,3 kWh/(EW x Jahr) auf 22,4 kWh/(EW x Jahr) und das obwohl durch Erweiterungen/Änderungen an der Kläranlage einen zusätzlichen Strombedarf von 500.000 kWh/Jahr verursacht wurde. Ebenso stieg die Stickstofffracht im Zulauf um 100 % an. Die Auslauffracht konnte jedoch durch verfahrenstechnische Verbesserungen um 25 % gesenkt werden.

Heute werden auf der Kläranlage Bamberg zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit jeweils rund 700 kW Leistung betrieben. Sie gewinnen in fünf Stunden Betrieb so viel Strom aus der Verbrennung von Faulgas, wie ein 4-Personen-Haushalt durchschnittlich im Jahr benötigt. Seit der Inbetriebnahme dieser BHKW konzentrierte sich die Betriebsleitung auf die Optimierung des Systems, das sich auch die Kraft-Wärme-Kopplung zu Nutze macht, das heißt, zusätzlich zu dem gewonnenen Strom auch die bei dessen Produktion entstehende Wärme nutzt. Durch diese ständigen und erfolgreichen Bestrebungen arbeitet die Bamberger Kläranlage nun wieder (rechnerisch) autark.

Im Mittel der letzten etwa zweieinhalb Jahre konnten bei einem Verbrauch von
4,162 Mio. kWh satte 4,254 Mio. kWh Strom gewonnen werden.

Besonderheit
Besonders bemerkenswert ist hier, dass die Bamberger Kläranlage dies ohne alternative Energiequellen, wie etwa Solarkollektoren oder Windräder schafft. Allein durch die sehr hohe Effizienz der beiden Gasmotoren, die 1,71 kWh Strom je EW und Monat produzieren (theoretisch möglich sind nur 2,1 kWh, der deutsche Durchschnitt liegt bei etwa 0,92 kWh), werden also 103 % des eigenen Strombedarfs selbst gewonnen. Diese beiden Gasmotoren lassen die Kläranlage Bamberg extrem stromautark, umweltschonend und nachhaltig arbeiten.

Im Jahr 2010 wurde die Blockheizkraftwerk-Anlage auf der Kläranlage Bamberg erneuert.
Tipps
  • Den ganzen Prozess der Abwasserreinigung mit Schlammbehandlung im Auge behalten. Optimierungen/Verbesserungen an einer Stelle können zu einer Verschlimmbesserung an einer anderen Stelle führen.
Stolpersteine
  • Es sollte immer bedacht werden: Eine Kläranlage wurde nicht gebaut um Strom zu sparen – die gute Abwasserreinigung ist das Ziel.

Beispiel gemeldet:10/2014 

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