Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Energienutzungsplan Fürstenfeldbruck (ENP FFB)

Potenziale und mögliche Energie-Infrastruktur im Stadtgebiet

Projektträger: Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck

Projektstandort

Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck_georeferenzierung

Kontakt

Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck
Anja Aschenbrenner
Klimaschutzbeauftragte
Hauptstraße 31
82256 Fürstenfeldbruck
Tel: (08141) 281-4117
Anja.Aschenbrenner[at]fuerstenfeldbruck.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Bietet Grundlage, um konkrete Klimaschutzmaßnahmen auf der Ebene von Stadtgebieten, Quartieren zu entwickeln

Nutzen: Der Nutzen eines Energienutzungsplans liegt darin, aufbauend auf den Ergebnissen konkrete Maßnahmen zur CO2-Emissionseinsparung und Energieeinsparung entwickeln zu können. Die räumlich hohe Auflösung der Ergebnisse auf der Ebene einer Siedlungseinheit bietet die Möglichkeit, für einzelne Stadtgebiete oder Quartiere Maßnahmen zu definieren.

Kosten: Gesamtkosten: 83.500 Euro
  Weitere Angaben: Forschungsprojekt, intensive Begleitung durch Stadt/Stadtwerke während Datenbeschaffung und Endphase notwendig, um Anwendungsbezug herzustellen.

Förderung: Zuschuss: 35.700 Euro
  Fördergeber: Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern

Beschreibung

Auslöser
Die Stadt und Stadtwerke Fürstenfeldbruck erstellten 2008 für die Jahre 1990 bis 2006 eine CO2-Emissionsbilanz für Fürstenfeldbruck. Die Bilanz zeigt den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen absolut für das gesamte Stadtgebiet sowie aufgeteilt nach Sektoren und pro Kopf.

Daran anschließend stellte sich die Frage, mit welchen konkreten Maßnahmen das Ziel der CO2-Emissionsminderung im Stadtgebiet zu erreichen ist. Um eine Planungsgrundlage zur Entwicklung konkreter Klimaschutzmaßnahmen zu erhalten, beauftragten die Stadt und Stadtwerke 2008 den Lehrstuhl für Bauklimatik der TU München (Prof. Dr.-Ing. Hausladen) einen Energienutzungsplan zu erstellen.Diesen stellte die TU München in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtwerken im März 2011 fertig.

Die Herausforderung bestand u. a. darin, für eine Stadt in der Größe Fürstenfeldbrucks mit ca. 35.000 Einwohnern den Wärmebedarf und das Sanierungspotenzial des Gebäudebestands räumlich möglichst hoch aufgelöst zu ermitteln und eine mögliche Wärmeversorgung in einzelnen Stadtgebieten zu entwickeln. Daher förderte die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern den ENP FFB.
Durchführung
Der Energienutzungsplan Fürstenfeldbruck zeigt auf Basis einer Bestands- und Potenzialanalyse

  • den Wärmebedarf 2009 (HEUTE) und 2030 (Sanierungsszenarien) absolut nach Sektoren, Baualtersklassen und Siedlungstypen für das gesamte Stadtgebiet aufgeteilt, sowie räumlich verteilt pro Siedlungseinheit und für 2009 für einzelne Stadtteile absolut aufgeteilt nach Sektoren
  • das Sanierungspotenzial absolut für das gesamte Stadtgebiet, nach Baualtersklassen und Siedlungstypen sowie räumlich verteilt im Stadtgebiet
  • den Strombedarf 2009 (HEUTE) absolut für das gesamte Stadtgebiet sowie aufgeteilt nach Sektoren
  • die Energieinfrastruktur 2009 (HEUTE) im Stadtgebiet (Fernwärme-, Erdgasnetz, Energieerzeugungsanlagen etc.)
  • das Potenzial erneuerbarer Energien, der Fernwärme sowie der Stromerzeugung aus der hocheffizienten Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Stadtgebiet zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs


Auf Basis dieser Ergebnisse wurde der Energienutzungsplan Fürstenfeldbruck mit einer möglichen zukünftigen Wärmeversorgung einzelner Stadtgebiete konzeptionell entwickelt. Somit stellt der Energienutzungsplan eine Planungsgrundlage für die Entwicklung konkreter Klimaschutzprojekte in den einzelnen Stadtgebieten dar. Im Anschluss an den Energienutzungsplan finden sich für die jeweilig mögliche Wärmeversorgung in den ausgewiesenen Gebieten Handlungsempfehlungen. Abschließend sind Handlungsmöglichkeiten der Bauherren und der Stadt zusammengestellt.

Der Sektor Verkehr ist kein Bestandteil des Energienutzungsplans. Grund hierfür ist, dass sich der dynamische und stadtübergreifende Sektor Verkehr nicht auf einen statischen Plan und auf das Stadtgebiet allein reduzieren lässt. Als eine der Haupt-CO2-Emissionsquellen und als ein komplexes Thema sind für den Sektor Verkehr eigene Strategien zur Minderung der CO2-Emissionen zu entwickeln.
Tipps
  • Im Vorfeld genau definieren, welche Analysen und welche räumliche und zeitliche Auflösung der Energienutzungsplan enthalten soll.
  • Konkrete Ziele mit dem Auftragsnehmer genau vereinbaren und Schwerpunkte festlegen (z. B. Entwicklung konkreter Umsetzungsmaßnahmen wie z. B. Nahwärmenetz, Konzentration auf ein bestimmtes Stadtgebiet o. a.).
  • Während der gesamten Entwicklung des ENP enge Abstimmung zw. Auftraggeber und Auftragnehmer, auch zusätzlich zu vereinbarten Zwischenberichten.
Stolpersteine
  • Bewusstsein schaffen, dass Forschungsprojekte mit Unsicherheiten verbunden sind und möglichweise länger als geplant dauern können.
  • Auch wenn es sich nicht um ein Forschungsprojekt handelt, ist es wichtig, Zielvereinbarungen konkret im Vorfeld gemeinsam zu definieren: was ist gewünscht, was ist möglich, welches Ergebnis (Produkt) soll am Ende stehen (z. B. Vorschlag für konkrete Umsetzung/Projekt in einem Stadtgebiet, -quartier), was möchte die Kommune mit dem Energienutzungsplan anfangen können.

Beispiel gemeldet:10/2011
zuletzt aktualisiert:11/2017

Zurück zu Übersicht