Innovative Abwärmenutzung lässt tropische Früchte in Franken wachsen

Tropenhaus Klein-Eden schont das Klima und eröffnet neue Marktpotenziale.
Projektträger: Klein-Eden Tropenhaus am Rennsteig GmbH

Beschreibung

Auslöser

Das Projekt „KLEIN-EDEN Das Tropenhaus am Rennsteig“ entstand aus der Idee, Abwärme im Niedertemperaturbereich zu nutzen. Die Quelle dieser Abwärme ist die Glashütte der Firma Heinz Glas GmbH. Dies ist ein Traditionsunternehmen, welches seit 1622 als Unternehmen existiert und seit 1661 in Kleintettau niedergelassen ist. Bei der Glasproduktion entsteht Abwärme, die üblicherweise einfach in die Umwelt abgegeben wird und energetisch nicht weiter verwendbar wurde (energetisches Abfallprodukt).

Ab 2008 erfolgten die Planungen und Ende 2011 begann der Bau des Projektes ´KLEIN-EDEN‘. Im Jahr 2014 war die Gewächshaus-Anlage samt Verwaltungsgebäude fertig gestellt. Beide haben eine Gesamtfläche von 3.500 m².

Durchführung

Nachhaltiges Anbausystem durch Polykultur

Der Anbau in 'Klein-Eden' ist durch ein Polykultursystem nachhaltig gestaltet. Aufgrund der großen Niederschlagsmengen (Jahresniederschlag 781 mm) wird das Regenwasser in Regenwasserauffangbecken gesammelt und versorgt das Tropenhaus mit Wasser.

Der Anbau im Tropenhaus erfolgt durch ein sogenanntes Polykultursystem, ein intelligentes Kreislaufsystem (siehe grafische Darstellung oben). Wie oben dargestellt wird durch die Abwärme sowohl das Gewächshaus als auch das Wasser für die Aquakultur der Fische geheizt. Das erwärmte Wasser wird in den Mastbecken durch die Exkrete der Fische und Futterrückstände mit Nährstoffen angereichert. Dieses mit natürlichen Düngerstoffen angereicherte Wasser wird als Gießwasser weiterverwendet und die Pflanzen werden mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Durch die Mehrfachnutzung von Ressourcen ermöglicht das System der Polykultur die nachhaltige Produktion von tropischen Früchten und Speisefischen.

Wert und Ziele des Projekts für die Region und die Forschung

Das Projekt „Klein-Eden - das Tropenhaus am Rennsteig“ dient als Referenzprojekt für Umweltschutz und Energieeffizienz unter anderem in der gartenbaulichen Nahrungsmittelproduktion.
Sowohl das Beheizen des Gewächshauskomplexes durch die bereits vorhandene industrielle Abwärme (Restwärme) als auch die Einsparung der langen Transportwege für tropische Früchte bewirken eine Verringerung des CO₂-Ausstoßes (verminderter CO₂-Fußabdruck). Sie leisten daher einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Mit unserem Projekt möchten wir die Mitmenschen zu energieeffizientem und ressourcenschonendem Wirtschaften motivieren.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf soll zukünftig erforscht werden, welche tropischen Pflanzen sich für den Anbau unter Glas in Mitteleuropa mit einem solchen Abwärme-Systems und der Digitalisierung des Anbaus (Beheizung, Bewässerung und Klimasteuerung) unter Glas eignen.

Zitate

  • "Das oberfränkische Tropenhaus ist ein innovatives Vorzeigeprojekt für den Klimaschutz. Aus Abwärme wird tropisches Obst mitten in Oberfranken. Das spart Transportwege und ist gut für das Klima. Das Projekt zeigt: Die Zukunft wird von Visionären gestaltet. Wir brauchen mehr kreative Ideen, um den Klimaschutz weiter voranzubringen". (Thorsten Glauber, bayerischer Umweltminister)

Beispiel gemeldet: 02/2018

zuletzt aktualisiert: 07/2022