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Lüftung

Unsere Häuser und Wohnungen werden immer moderner und effizienter: Sie sind relativ luftdicht und haben somit einen geringeren Wärmebedarf. Dennoch ist der Luftaustausch wichtig – für unsere Gesundheit und um Schimmel zu vermeiden.

Vier Personen geben täglich bis zu 14 Liter Wasser an die Raumluft ab. Zuviel Luftfeuchtigkeit in Räumen ist jedoch schädlich: Schon bei einer Luftfeuchtigkeit über 40 % können bei schlecht gedämmten Gebäuden die Außenecken feucht werden und es entsteht Schimmel. Um die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten, sollte man mindestens fünf Mal am Tag lüften. Damit in der kalten Jahreszeit nicht zu viel Wärme verloren geht, ist Stoßlüften für etwa fünf Minuten optimal. Wer in Sachen Frischluft und Schimmelvermeidung auf Nummer sicher gehen und einen gewissen Komfort genießen möchte, kann eine moderne Lüftungsanlage einbauen.

Gesunde Raumluft

Da wir etwa 90 % unseres Lebens in Innenräumen verbringen, ist gesunde Raumluft wichtig für unser Wohlbefinden. Wir empfinden Raumluft als angenehm, wenn sie warm, nicht zu trocken und nicht zu feucht ist, keine Luftschadstoffe und genug "Frischluft" enthält, also viel Sauerstoff und wenig CO2. Sitzen wir lange in ungelüfteten Räumen, sinkt die Konzentration und wir fühlen uns unwohl. Richtwerte für eine gesunde Raumluft sind 20-24 Grad Celsius, eine Luftfeuchtigkeit von 40 - 60 % (in unrenovierten Altbauten kleiner 40 %) und ein CO2-Wert unter 1.000 ppm.

Lüftungsanlagen – Vorteile, Typen und häufige Fragen

Um die die Luftfeuchtigkeit dauerhaft niedrig zu halten, muss man regelmäßig am Tag intensiv lüften. Eine moderne Lüftungsanlage bietet hier viele Vorteile und großen Komfort:

  • Sie versorgt Räume mit Frischluft und führt verbrauchte Luft ab; der Wohnkomfort steigt.
  • Pollen und Feinstaub werden gefiltert, Luftschadstoffe fortgelüftet.
  • Feuchtigkeit wird kontinuierlich aus den Innenräumen nach draußen abgezogen und Schimmel vermieden.
  • Eine Wärmerückgewinnung spart Heizkosten. Sie gewinnt bis zu 90 % der Wärme zurück, die beim Fensterlüften verloren geht.
  • Die Lüftung arbeitet automatisch, auch in Abwesenheit der Bewohner/innen. Außer um die Wartung muss man sich um nichts mehr kümmern.
  • Sicherheit: Bei geschlossenen Fenstern haben Einbrecher kein leichtes Spiel.
Welche Lüftungsanlagen gibt es?
Unterschieden werden Abluftanlagen und Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Abluftanlagen
Eine Abluftanlage wird in Bad, Küche oder Toilette installiert. Frische Luft strömt über Wandöffnungen, z. B. Fensterschlitze, in Wohn- und Schlafräume nach.
Vorteil: Vielfach einfach nachzurüsten
Nachteile: Keine Temperierung der Zuluft; kalte Zugluft möglich; meist keine Wärmerückgewinnung; keine Staub- und Pollenfilter.

Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung
Bei Zu- und Abluftanlagen führen Ventilatoren Frischluft zu und saugen verbrauchte Luft ab. Diese gibt es als Zentral- oder Einzelraumanlagen.
Vorteile: Gewärmte Zuluft auch im Winter; bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft können zurückgewonnen werden; Filter reinigen die Zuluft von Pollen und Feinstaub.
Zentral oder dezentral?
Zentrale Anlagen lüften mit einem Kanalsystem gesamte Häuser und Wohnungen. Sie sind sehr energieeffizient, aber eventuell teurer in der Anschaffung als dezentrale Anlagen.

Dezentrale Anlagen be- und entlüften einzelne Räume. Die Geräte sind einfacher zu installieren und bei Sanierungen oft die erste Wahl, da hier nur eine Bohrung durch die Außenwand erforderlich ist. Allerdings kann es zu Anlagengeräuschen im Wohnraum kommen. Hier kann es sinnvoll sein, Schlafzimmer durch einen Zweitraumanschluss vom Nebenraum zu belüften.

Ein Sonderfall sind dezentrale Pendellüfter (auch Push- und Pull-Anlagen). Hier ist abwechselnd ein Gerät für die Be- und ein weiteres für die Entlüftung zuständig. Problematisch sind dabei jedoch die mögliche Lärmbelästigung und die Verbreitung von Koch- und Toilettengerüchen in anderen Zimmern.
Häufige Fragen und Irrtümer rund um Lüftungsanlagen
Fenster öffnen verboten?
Nein. Mit einer Lüftungsanlage ist immer frisch gelüftet, auch wenn Sie nicht da sind oder es draußen sehr kalt ist. Natürlich können Sie die Fenster öffnen, aber Sie müssen es nicht. Werden die Fenster geöffnet, lässt sich mit einer Lüftungsanlage weniger Energie sparen, da die Wärme verloren geht.

Leben im Windkanal?
Sind Anlage und Luftauslässe richtig ausgelegt, spüren Sie keinen Luftzug.

Zu laut um zu schlafen?
Gute Geräte erreichen Werte von 20 bis 25 Dezibel, das entspricht Flüster- oder Atemgeräuschen. Achten Sie auf einen leisen Ventilator. Zentrale Geräte werden außerhalb der Wohnräume aufgestellt und so dringen keine Geräusche in die Räume.

Trockene Luft im Winter?
Ist der Luftwechsel auf die Anzahl der Bewohner eingestellt, dann ist nicht mit trockenerer Luft zu rechnen als durch eine ordentliche Fensterlüftung. Wohnen nur wenige Personen in großen Häusern, dann hilft: Luftwechsel reduzieren. Oder in der Planung eine Lüftungsanlage mit Feuchterückgewinnung einsetzen.