Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Richtig lüften, Wohlbefinden steigern!

Unsere Häuser und Wohnungen werden immer moderner und effizienter: Sie sind relativ luftdicht und haben somit einen geringeren Wärmebedarf. Dennoch ist der Luftaustausch enorm wichtig – für unsere Gesundheit und, um Schimmel zu vermeiden.

Vier Personen geben täglich bis zu 14 Liter Wasser an die Raumluft ab! Zuviel Luftfeuchtigkeit in Räumen ist jedoch schädlich: Schon bei einer Luftfeuchtigkeit über 40 % können bei schlecht gedämmten Gebäuden die Außenecken feucht werden und es entsteht Schimmel. Um die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten, sollte man mindestens fünf Mal am Tag lüften. Damit in der kalten Jahreszeit nicht zu viel Wärme verloren geht, ist Stoßlüften für etwa fünf Minuten optimal. Wer in Sachen Frischluft und Schimmelvermeidung auf Nummer sicher gehen und einen gewissen Komfort genießen möchte, kann eine moderne Lüftungsanlage einbauen.

Detaillierte Informationen zu Lüftungsanlagen finden Sie auch in folgenden Broschüren:
Faltblatt "Lüftungsanlagen – frische und saubere Luft für Ihr Zuhause"
Broschüre "Richtig lüften mit Komfortlüftungsanlagen"

Luft – unser wichtigstes Lebensmittel!

Atemluft, die kostbare unsichtbare Substanz, hält uns am Leben: Sauerstoff wird für die Aktivität des Stoffwechsels gebraucht, und ohne Stoffwechsel kein Leben. Da wir etwa 90 Prozent unseres Lebens in Innenräumen verbringen, ist gesunde Raumluft sehr wichtig für unser Wohlbefinden. Wir empfinden Raumluft als angenehm, wenn sie warm, nicht zu trocken und nicht zu feucht ist, keine Luftschadstoffe und genug "Frischluft" enthält, also viel Sauerstoff und wenig CO2. Sitzen wir lange in geschlossenen Räumen, sinkt die Konzentration, und die Schleimhäute trocknen aus. Richtwerte für eine gesunde Raumluft sind 20-24 Grad Celsius, eine Luftfeuchtigkeit von 40 - 60 Prozent (in unrenovierten Altbauten kleiner 40 Prozent) und ein CO2-Wert unter 1.000 ppm.

Lüftungsanlagen – Vorteile, Typen und häufige Fragen

Um die die Luftfeuchtigkeit dauerhaft niedrig zu halten, muss man regelmäßig am Tag intensiv lüften. Eine moderne Lüftungsanlage bietet hier viele Vorteile und großen Komfort:

  • Sie versorgt Räume mit Frischluft und führt verbrauchte Luft ab; der Wohnkomfort steigt.
  • Allergene, Feinstaub und Luftschadstoffe werden gefiltert.
  • Feuchtigkeit wird kontinuierlich aus den Innenräumen nach draußen abgezogen und Schimmel vermieden.
  • Mit Wärmerückgewinnung lassen sich bis zu 90 Prozent der Wärme sparen, die beim herkömmlichen Lüften verloren geht.
  • Die Lüftung arbeitet automatisch, auch in Abwesenheit der Bewohner. Außer um die Wartung muss man sich um nichts mehr kümmern.
  • Sicherheit: Bei geschlossenen Fenstern haben Einbrecher kein leichtes Spiel!
Welche Lüftungsanlagen gibt es?
Unterschieden werden Abluftanlagen und Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Abluftanlagen
Eine Abluftanlage wird in Bad, Küche oder Toilette installiert. Frische Luft strömt über installierte Wandöffnungen, z. B. Fensterschlitze, in Wohn- und Schlafräume nach.
Vorteil: Vielfach einfach nachzurüsten
Nachteile: Keine Temperierung der Zuluft; kalte Zugluft möglich; meist keine Wärmerückgewinnung; keine Staub- und Pollenfilter.

Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung
Bei Zu- und Abluftanlagen führen Ventilatoren Frischluft zu und saugen verbrauchte Luft ab. Diese gibt es als Zentral- oder Einzelraumanlagen.
Vorteile: Gewärmte Zuluft auch im Winter; bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft können zurückgewonnen werden; Filter reinigen die Zuluft von Allergenen, Feinstaub und anderen Luftschadstoffen.
Zentral oder dezentral?
Zentrale Anlagen lüften mit einem umfangreichen Kanalsystem gesamte Häuser und Wohnungen. Sie sind sehr energieeffizient, aber eventuell teurer in der Anschaffung.

Dezentrale Anlagen be- und entlüften einzelne Räume. Die Geräte sind einfacher zu installieren und bei Sanierungen oft die erste Wahl, da hier nur eine Bohrung durch die Außenwand erforderlich ist. Allerdings kann es zu Anlagengeräuschen im Wohnraum kommen.

Ein Sonderfall sind dezentrale Push- und Pull-Anlagen. Hier ist abwechselnd ein Gerät für die Be- und ein weiteres für die Entlüftung zuständig. Problematisch sind dabei jedoch die mögliche Lärmbelästigung und die Verbreitung von Koch- und Toilettengerüchen in anderen Zimmern.
Häufige Fragen und Irrtümer rund um Lüftungsanlagen
Fenster öffnen verboten?
Mit einer Lüftungsanlage ist immer frisch gelüftet, auch wenn Sie nicht da sind oder es draußen sehr kalt ist. Natürlich können Sie die Fenster öffnen, aber Sie müssen es nicht. Werden die Fenster geöffnet, lässt sich mit einer Lüftungsanlage weniger Energie sparen, da die Wärme verloren geht.

Leben im Windkanal?
Sind Anlage und Luftauslässe richtig ausgelegt, spüren Sie keinen Luftzug.

Zu laut um zu schlafen?
Gute Geräte erreichen Werte von 20 bis 25 Dezibel, das entspricht Flüster- oder Atemgeräuschen. Achten Sie auf einen leisen Ventilator. Zentrale Geräte werden außerhalb der Wohnräume aufgestellt und so dringen keine Geräusche in die Räume.

Links und Downloads

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Wer früher dämmt, hat's länger warm – Fakten zu Wärmedämmung, Schimmel & Co."
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Richtig lüften mit Komfortlüftungsanlagen"
Faltblatt "Lüftungsanlagen – frische und saubere Luft für Ihr Zuhause"
Energieagentur NRW:
Infoportal Lüftung