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Energiepaten Barbing - Klimaschutz beginnt in unseren Köpfen

Ausbildung von Bürgern zu sog. Energie- und Klimaschutzpaten als Ansprechpartner für Energieeffizienz und Klimaschutz.

Projektträger: Gemeinde Barbing

Projektstandort

Barbing

Barbing_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Barbing
Johann Thiel
1. Bürgermeister
Kirchstr. 1
93092 Barbing
Tel: (09401) 9229-0
gemeinde[at]barbing.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Energiepaten werden gut "nachgefragt"
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Aktive Bürger/innen waren sehr motiviert

Kosten: Gesamtkosten: 50.000 Euro

Förderung: Zuschuss: xx (noch nicht abgeschlossen) Euro
  Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Beschreibung

Auslöser
Die Gemeinde Barbing und ihre Bürgerschaft haben 2012 damit begonnen, das Thema Klimaschutz und Energiewende in der öffentlichen Diskussion und im kommunalen Leben zu platzieren. Neben der Errichtung von Solartankstellen an öffentlichen Einrichtungen und kommunalen Anlaufpunkten trägt seit 2012 auch eine größere PV-Anlage zur regenerativen Energieerzeugung bei. In Barbing soll darüber hinaus die Nutzung von Geothermietechniken verbessert werden, da diese Form der Energiegewinnung aufgrund der geografischen Lage der Gemeinde vor allem im Privatsektor nachhaltige Effekte bringt.

Allerdings möchten die Verantwortlichen nicht nur den Ausbau der regenerativen Energietechnik forcieren, sondern in erster Linie auch einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung für nachhaltigen Energieverbrauch und Klimaschutz einleiten.
Den Start für diese Initiative bildete eine gemeindeweite Bürgerbefragung in Kooperation mit den Agenda21-Gruppen, an der sich ca. 33 % der Haushalte in Barbing beteiligt haben. In dieser Befragung wurde deutlich, dass viele Haushalte einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung ihrer privaten Energiebilanz im Bereich der Energieeinsparung und der Verbesserung der Energieeffizienz in den Privathaushalten sehen. Allerdings wurde auch deutlich, dass eine hohe Unsicherheit und viele Informationsdefizite in Bezug auf die Nutzung nachhaltiger Energien bestehen.

In der Befragung wurde aber auch offensichtlich, dass sich einige Menschen in Barbing bereits mit den Thema der Energiewende auseinandergesetzt haben. Diese wurden im Rahmen des Projekts als Multipilkatoren gewonnen und als Ansprechpartner für Fragen der Energieeffizienz im privaten Bereich qualifiziert und etabliert.
Durchführung
Das Projekt verfolgt folgende Ziele:
- Verbesserung der Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung und bei den Wirtschaftsbetrieben durch erhöhte Bürgerbeteiligung und einem konsequenten bottom-up Ansatz, vor allem vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und den Möglichkeiten von Energiesparmaßnahmen.
- Sensibilisierung der Verbraucher für die vorhandenen Möglichkeiten zur Nutzung von regenerativen Energien (v. a. derjenigen für die in Barbing noch Potenzial vorhanden ist, z. B. Geothermie), um die regenerative Energiebilanz zu optimieren und im Rahmen der Möglichkeiten der Kommune einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.
- Sensibilisierung der Bevölkerung durch verschiedenen Aktionen zur Bewusstseinsbildung. Das Thema Energiewende und Klimaschutz soll in der Gemeinde Barbing eine breite Schicht der Bevölkerung umfassend über die Möglichkeiten der Energieeinsparung und der Steigerung der Energieeffizienz informieren.
- Durch Einbindung aller für das Thema Energieeffizienz und Energiewende relevanten Akteure aus der Gemeinde (ortsansässige Betriebe, Dienstleister, Banken, staatliche Entwicklungsinitiativen wie Städtebauförderung und Dorferneuerung, Bevölkerung etc.) sollen nicht nur regionale Wirtschaftskreisläufe aktiviert, sondern mit Hilfe von Multiplikatoren ein Bewusstseinswandel für die Thematik Energiewende und Klimaschutz eingeleitet werden.

Ein langfristiger Bewusstseinswandel beim Thema Energieeinsparen kann nur dann erreicht werden, wenn die Maßnahmen nicht „von oben verordnet“, sondern von der Bürgerschaft selbst initiiert werden. Ein besonderes Merkmal dieses Projekt ist daher, dass die Aktivitäten von Seiten der Bürger (Agendagruppen) angestoßen und ggf. auch von diesen in den Ortschaften umgesetzt werden. Auf diese Weise werden Projekte der Energiewende und des Klimaschutzes weniger ein Thema der Akzeptanz, sondern eine Teil des demokratischen Beteiligungsprozesses auf kommunaler Ebene.
Eine zentrale Rolle in diesem Prozess werden die sog. Energiepaten in den Ortschaften spielen. Diesen obliegt es, Projekte auf den Weg zu bringen und als Ansprechpartner in und für die Ortsbewohner zu agieren und damit das Thema "Energiewende und Klimaschutz" und die Notwendigkeit eines jeden Bürgers seine Möglichkeiten auf diesem Gebiet auszuschöpfen präsent zu halten .

Im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:
- Ausbildung und Qualifizierung von 17 kommunalen Energiepaten (= Ansprechpartner für das Thema Energiewende und Klimaschutz für die Bürger, Vermittlungsinstanz zu professionellen Akteuren) in allen Ortschaften der Gemeinde Barbing. Zum Energiepaten konnten sich Bürger weiterbilden lassen, die sich für die Thematik Energiewende und Klimaschutz ehrenamtlich engagieren möchten. Die Wirtschftsbetriebe waren in die Ausbildung mit eingebunden (Verbesserung der regionalen Wirtschaftskreisläufe).
- Qualifizierung, Vernetzung und Einbindung der bestehenden Agendagruppen mit den oben genannten Themen, um so den ständigen bottom-up Ansatz zu gewährleisten (besonderer Vorteil: es kann auf vorhandene, etablierte Strukturen zurückgegriffen werden).
- Aufklärung über die in Barbing noch zu wenig genutzten Möglichkeiten der Geothermie.
- "Tag des Klimaschutzes" und Projektwochen an den Schulen der Kommune.

Alle genannten Maßnahmen obliegen dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das heiß, erst wenn sich auf Seiten der Bevölkerung ausreichend Akteure einem Projekt angenommen haben, werden die politischen und administrativen Akteure in Barbing das Projekt in ideeller und finanzieller Weise unterstützen. Auf diese Weise wird die gesellschaftliche und soziale Nachhaltigkeit des Projektes sichergestellt.
Tipps
  • Zusammenspiel zwischen bottom-up und top-down muss stimmen.
  • In die Ausbildung sollten kommunale Betriebe integriert werden, die keine Produkte verkaufen sondern über Techniken informieren wollen.
Stolpersteine
  • Mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit
Auszeichnungen
  • 04/2014: Urkunde "Klimaschutzpate"
    verliehen von: Bayerisches Umweltministerium

Beispiel gemeldet:06/2014 

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