Bürgerphotovoltaikanlage auf ehemaliger Hausmülldeponie

Betzenstein
Die Anlage versorgt ca. 150 Haushalte mit Strom

Kontakt

Betzensteinerenzierung Bürgersolaranlage Betzenstein (haftungsbeschränkt) & Co. K
Herr Dr. Brunner
Geschäftsführer
( 09122 ) 85988
info@buergerpv.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt

Auf einer sonst nicht nutzbaren Fläche wird umweltfreundlicher Solarstrom erzeugt


Einsparungen CO2   300 t / Jahr
  Energie   525 MWh / Jahr

Aufwand Gesamtkosten 1.300.000 €
Bemerkungen Die vorausbezahlte Pacht wurde von der Stadt zur Mitfinanzierung der Sicherung der Deponie verwendet
Fotos
  • Deponie vor der Sicherungsmaßnahme; © Brunner / Sauer
  • Herstellung des Planums für die Photovoltaikanlage; © Brunner / Sauer
  • Abdeckung mit Alblehm; © Brunner / Sauer
  • Auftragung von Schotter auf die Abdichtung; © Brunner / Sauer
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(insgesamt 6 Bilder)

Beschreibung

Auslöser

Ausgangspunkt des Projekts war der Entschluss der Stadt Betzenstein, die sanierte Altlastenfläche zur Nutzung durch eine Photovoltaikanlage anzubieten. Durch die günstige Lage der Fläche ohne störende Beschattung im Süden, ein günstiger Flächenzuschnitt und der vorhandene Sichtschutz bot sich die Fläche förmlich an.

Durchführung

Das Grundstück wurde bis 1977 als Hausmülldeponie genutzt. 1980 wurde die Deponie abgedeckt und rekultiviert. Bis 2009 wurde dann auf dem Gelände eine Bauschutt- und Erdaushubdeponie betrieben. Nach der endgültigen Stilllegung der Deponie im Jahr 2009 wurde eine orientierende Untersuchung auf Altlasten durchgeführt. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde die Deponie abgedeckt. Zusätzlich wurde eine Fassung und Ableitung für anfallendes Oberflächenwasser erforderlich.

Im Jahr 2011 wurde ein Konzept zur abschließenden Sicherung der Deponie erarbeitet. Diese Konzept wurde noch im selben Jahr umgesetzt und eine qualifizierte Abdeckung auf der Deponie aufgebracht. Für die Photovoltaikanlage wurde ein System der Aufständerung entwickelt, bei dem keine Verankerung in die nur gering mächtige Abdeckung erforderlich war.

Nach der Erkundung der ehemaligen Hausmüll- sowie Bauschutt- und Erdaushubdeponie und Durchführung von ersten Sicherungsmaßnahmen wurde durch den Bürgermeister der Stadt Betzenstein angeregt eine PV-Anlage auf dem Grundstück zu errichten. In einem ersten Schritt wurde zunächst das grundsätzliche Einverständnis der zuständigen Behörden eingeholt. Im Jahr 2010 wurde ein geeigneter Investor gesucht. Dies erwies sich aber auf Grund der relativ geringen zu erwarteten Leistung einer möglichen Photovoltaikanlage von ca. 600 kW und der daraus resultierenden, niedrigen Rendite als schwierig. Nachdem mehrere kommerzielle Anbieter aus verschiedenen Gründen sich nicht in der Lage sahen das Projekt umzusetzen, entschied sich die Stadt zum Bau einer Bürgersolaranlage.

Bei der Erstellung und Umsetzung des Sanierungskonzeptes für die Altablagerung im Jahr 2011 wurde bereits die geplante Photovoltaikanlage berücksichtig. Insbesondere wurde hier auf eine günstige Oberflächenneigung und ein tragfähiger Aufbau der Oberflächenabdeckung geachtet. Parallel dazu wurde ein Bebauungsplan für einen Solarpark erstellt.Die Photovoltaikanlage auf einer Fläche von 6.500 Quadratmetern besteht aus 2.288 Modulen. Die erzeugte Energie reicht aus, um etwa 150 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Die Bürgersolaranlage ist für die Stadt Betzenstein eine charmante Lösung, weil das Geld bei den Bürgerinnen und Bürgern in der Region bleibt und zusätzlich etwas für die Umwelt getan wird. (1. Bürgermeister der Stadt Betzenstein Claus Meyer)

Tipps

  • Möglichst frühzeitig die notwendigen Genehmigungsverfahren (Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, etc.) einleiten
  • Möglichst schnell und sicher Investoren finden
  • Da Altablagerungen oft weiter von geeigneten Einspeisepunkten ins Stromnetz entfernt liegen, ist die Rendite für kommerzielle Investoren häufig nicht attraktiv genug. Hier bietet sich der Bau und Betrieb durch Bürgersolaranlagen-Gesellschaften an, da hier nicht allein die maximale Rendite im Vordergrund steht
  • Sicherungskonzept für die Deponie gleich auf die geplante Nutzung abstimmen
  • Behörden so früh wie möglich einbinden

Stolpersteine

  • Investoren frühzeitig finden
  • Klären welche Behörden zu beteiligen sind
  • Genehmigungsverfahren rechtzeitig in die Wege leiten
  • Einspeisemöglichkeiten ins Stromnetz unmittelbar nach Entscheidung für Photovoltaiknutzung klären

Projektlaufzeit

12/2011 -
seit 12/2011: Errichtung und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage

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