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Logistik

Unter Logistik versteht man die Planung, Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und Warenflusses. Durch gezielte Gestaltung der Arbeitsabläufe und ein durchdachtes Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement können auch in kleineren Unternehmen Energie- und Kosteneinsparungen erzielt werden.

Energie-3-Sprung – was tun?
Auf dem Weg vom Lieferanten über die eigene betriebliche Wertschöpfungskette bis hin zur Auslieferung der Produkte beim Kunden können zahlreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt werden. So verfügt fast jeder Betrieb über eine mehr oder weniger große Flotte von Betriebsfahrzeugen. Oft ist daher der Fuhrpark ein lohnender Anknüpfungspunkt. Und ein Fuhrparkmanagement zahlt sich häufig auch schon für kleine Unternehmen aus.

Sie können den Energiebedarf in Ihrem Unternehmen senken und das Klima schützen, wenn Sie z. B.
die Touren Ihrer Fahrzeuge so aufeinander abstimmen, dass möglichst wenige Leerfahrten nötig sind,
Fahrten auf die Bahn verlegen,
Ihre Produktion – etwa im Rahmen von Um- und Neubaumaßnahmen – so gestalten, dass innerbetriebliche Transportwege minimiert werden (z. B. Transport zwischen Prozessschritten vermeiden),
für die innerbetriebliche Kommunikation elektronische Medien (E-Mail, Intranet) nutzen,
Dienstreisen reduzieren und sich den Reisestress ersparen, indem Sie Telefon- und Videokonferenzen einsetzen,
öffentliche Verkehrsmittel für Dienstreisen nutzen,
Dienstfahrräder oder Elektrofahrräder für kurze Strecken anschaffen,
Ihren Mitarbeitern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern, indem Sie z. B. die Arbeitszeiten oder Besprechungstermine mit den Fahrplänen abstimmen oder Jobtickets anbieten,
Ihre Mitarbeiter z. B. durch gezielte Aktionen motivieren, auch mal das Fahrrad für den Arbeitsweg zu nehmen,
überdachte und sichere Stellplätze, Umkleideräume sowie Duschen für Radfahrer einrichten,
Fahrgemeinschaften von Mitarbeitern unterstützen (z. B. durch Vermittlung über das Intranet oder das Schwarze Brett, Stellplatzprivilegien auf dem Firmengelände),
für Betriebsausflug und Weiterbildungen öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Reisebus nutzen,
bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge den Bedarf berücksichtigen,
die Fahrzeuge regelmäßig warten (z. B. Reifendruck prüfen),
Dienstfahrzeuge beim nächsten Reifenwechsel mit Leichtlaufreifen (Blauer Engel) ausstatten,
Fahrtrainings anbieten, besonders für die Beschäftigten, die regelmäßig mit Dienstfahrzeugen unterwegs sind.
Vorteile / Nutzen – was bringt es?
Durch gezielte Gestaltung der Arbeitsabläufe und ein durchdachtes Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement können Sie nicht nur Energie- und Kosteneinsparungen erzielen. Positive Effekte ergeben sich sowohl innerhalb des Betriebs, als auch im privaten Bereich und allgemein für Umwelt und Klima. Zusätzliche Vorteile sind z. B.:
Zeitersparnis durch optimierte Arbeitsabläufe
Aufdecken von Schwachstellen und Verbesserungspotenzialen über den Bereich Produktion hinaus
Anregungen für den privaten Bereich der Mitarbeiter
Gesteigerte Mitarbeitermotivation durch gezielte Aktionen (z. B. Preisverleihung für die Mitarbeiter, die in einem bestimmten Zeitraum die meisten autofreien Tage gezählt oder autofreien Kilometer gesammelt haben)
Verringerung der Luftbelastung, z. B. durch Feinstaub, Benzol und Stickstoffoxide sowie der Lärmbelastung
weniger Bedarf für den Neubau zusätzlicher Verkehrswege mit deren Folgen für den Flächen- und Landschaftsverbrauch
Daten / Fakten – wo stehen wir?
Das Einsparpotenzial durch Fuhrparkmanagement liegt bei ca. 20 % der Energiekosten. Die Durchführung wird auch von externen Dienstleistern angeboten.
Eine Spritspar-Schulung des BMU im Jahr 2000 ergab, dass ein umweltbewusster Fahrstil im Vergleich zur gewohnten Fahrweise den Spritverbrauch um durchschnittlich 24 %, in einzelnen Fällen sogar um mehr als 30 %, senken kann.
Der Verkehr gehört zu den größten Verursachern des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2). Etwa ein Fünftel des Personenverkehrs entfällt auf Fahrten zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Am häufigsten fährt dabei eine einzelne Person in einem Pkw oder auf einem Motorrad zur Arbeit. Lediglich 5 % der Deutschen kommen als Mitfahrer an ihr Ziel, 11 % nutzen den öffentlichen Nahverkehr, weitere 9 % fahren mit dem Rad und 8 % gehen zu Fuß. Insgesamt entfallen rund zwei Drittel des Personenverkehrs von und zum Arbeitsplatz auf den motorisierten Individualverkehr.
Bei über der Hälfte aller zurückgelegten Wege ist der Fahrradfahrer schneller am Ziel als der Autofahrer, da Zeitfresser wie Parkplatzsuche, Staus oder der Fußweg zum Parkplatz wegfallen.
Wer regelmäßig läuft oder Rad fährt, senkt das Risiko moderner Zivilisationskrankheiten – für die eigene Gesundheit wie auch für den Arbeitgeber ein erfreulicher Nebenaspekt.
Öffentliche Verkehrsmittel haben schon bei durchschnittlicher Auslastung eine deutlich günstigere Energiebilanz als Pkws.
Effizienzlandkarte
  • Die Effizienzlandkarte zeigt die bis 2030 realisierbaren Effizienzpotenziale in Deutschland gegenüber einem Szenario mit eingefrorener Effizienzentwicklung (Quelle: Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg).
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Links und Downloads

Allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Leitfaden für effiziente Energienutzung in Industrie und Gewerbe
Praxisbeispiel "Kooperative Logistik“
Praxisbeispiel "Klimaschutz durch Öko-Fahrtraining“
Fachwissen "Leise und kraftstoffsparende Kfz-Reifen“
Deutsche Energie-Agentur (dena):
Pkw-Label im Fuhrpark
EnergieAgentur.NRW:
Das virtuelle Energieeffizienzunternehmen
(Bereich “Fuhrparkmanagement“)
Schweizerische Bundesbahnen SBB, Swisscom AG, BKW FMB Energie AG, Öbu, EnergieSchweiz:
mobitool.ch – Nachhaltige Mobilität für Unternehmen
Umweltbundesamt (UBA):
Broschüre "Sprit sparen und mobil sein“

Elektromobilität
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB):
Erneuerbar mobil/ Marktfähige Lösungen für eine klimafreundliche Elektromobilität
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI):
Handlungsleitfaden "Elektromobilität in Flotten"
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi):
Internetseite "Rahmenbedingungen und Anreize für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur"
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):
Förderung von Elektroautos: Umweltbonus Elektromobilität