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Gebäude

Rund 40 % des deutschen Endenergiebedarfs und etwa ein Drittel der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen entfallen auf den Gebäudebereich, weshalb dieser häufig als Schlüssel zu mehr Energieeffizienz bezeichnet wird. Wenn von großen Einsparpotenzialen bei Gebäuden gesprochen wird, sollten jedoch nicht nur Wohngebäude im Fokus stehen. Denn auch gewerblich genutzte Gebäude, wie z. B. Büro- und Gewerbegebäude, bieten enorme Potenziale, Energie einzusparen. Das nutzt nicht nur dem Klima, sondern senkt auch die Betriebskosten, an denen die Energiekosten einen großen Anteil haben.

Energie-3-Sprung – was tun?
Unternehmen haben die Möglichkeit, den Energiebedarf bei bestehenden Gebäuden zu verringern sowie bei neu zu errichtenden Gebäuden von vornherein gering zu halten. Durch den Einsatz neuester Materialien und Techniken kann der Energiebedarf gegenüber herkömmlichen Gebäuden um über 80 % reduziert werden. Im Falle eines Neubaus liegen die Mehrkosten eines energieoptimierten Gebäudes in der Regel zwischen 5 und 15 %. Bei sehr guter Planung – was vom Know-how des Planers abhängt – ist sogar eine Ausführung ohne wesentliche Mehrkosten möglich.

Gebäude mit einer positiven Energiebilanz (d. h. es wird mehr Energie erzeugt als verbraucht) bezeichnet man als Plusenergiegebäude. Inzwischen gibt es auch erste Plusenergie-Fabrikhallen.

Sowohl von der primärenergetischen Seite als auch von der Seite der Kosten dominiert bei Nichtwohngebäuden häufig der Strombedarf die Energiebilanz. Neben der Minimierung des Heizenergiebedarfs sollte vor allem eine Optimierung hinsichtlich der inneren Wärmelasten (Kühlung/ Klimatisierung) und des Strombedarfs angestrebt werden.

Sie können in Ihrem Unternehmen die Energiekosten im Gebäudebereich senken, wenn Sie
ein Energie-Monitoring und eine energetische Betriebsoptimierung für ihr Gebäude einführen,
energieeffiziente Techniken einsetzen für Lüftung, Beleuchtung, Büro- und andere Elektrogeräte,
sich für ein integrales Konzept zur Minimierung des Gesamtenergiebedarfs entscheiden,
sofern möglich und vorhanden eigene Produktionsabwärme zur Heizung und Warmwassererzeugung nutzen und
die Mitarbeiter zu einem energiesparenden Verhalten motivieren.

Zusätzlich sollten Sie beim Neubau auf folgende Punkte achten:
kompakte Bauweise und einen sehr guten baulichen Wärmeschutz,
entsprechend angepasste Glasflächen und energetisch hochwertige Verglasungsqualitäten,
integrale Lüftungsplanung,
Minimierung innerer und äußerer Wärmelasten (z. B. durch Optimierungen im Bereich "Arbeitshilfen/ Bürogeräte" oder einen außenliegenden Sonnenschutz),
Nutzung von Tageslicht durch angepassten architektonischen Entwurf,
energiesparende künstliche Beleuchtung,
Wärme- und Kälteerzeugung mit minimalen Primärenergiekennwerten,
Einsatz erneuerbarer Energien (z. B. Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen, Hackschnitzel- oder Pelletheizung).
Vorteile / Nutzen – was bringt es?
Vom Neubau energieeffizienter Gebäude oder von einer entsprechenden Sanierung profitieren nicht nur die Unternehmen, die sich hierfür entschieden haben. Auch Handwerk und Industrie, die mit der Planung und dem Bau solcher Gebäude beauftragt sind, erhalten hierdurch neuen Schwung. Das sichert den Wirtschaftsstandort Bayern und bietet zudem die Möglichkeit, national und international eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Unternehmen mit energieeffizienten Gebäuden verbessern ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit und profitieren dabei z. B. von folgenden Vorteilen:
Reduzierung des Strom- und Wärmebedarfs und damit geringere Energiekosten,
angenehmes Raumklima und dadurch hoher Nutzerkomfort für die Mitarbeiter (Erhöhung der Motivation und Produktivität),
bessere Anpassung an Anforderungen durch den Klimawandel (z. B. positive Wirkung angepasster Glasflächen und intelligenter Verschattung bei mehr Hitzetagen im Sommer),
in der Regel hohe Gebäudequalität,
positive Auswirkung auf das Firmen-Image.
Daten / Fakten – wo stehen wir?
Zahlreiche Unternehmensgebäude können heute als "energetische Altbauten" bezeichnet werden. Zudem werden gewerbliche Neubauten – und hier vor allem Bürogebäude – leider immer noch energetisch nachteilig geplant, häufig zu erkennen z. B. an überdimensionierten Glasflächen. So finden sich sowohl in der Sanierung als auch beim Neubau große Potenziale für Energieeinsparungen. Nachfolgend finden Sie einige Daten und Fakten hierzu:

Kennzahlen
Für energieeffiziente Bürogebäude gelten folgende Kennzahlen als realistisch erreichbar:
Primärenergiekennwert von 100 kWh/(m2a) – zum Heizen, Lüften, Kühlen und Beleuchten.
Heizenergiekennwert von maximal 40 kWh/(m2a) – als Stand der Technik für Neubauten ist heute der Passivhaus-Standard von maximal 15 kWh/(m2a) anzusehen.
Spezifischer Strombedarf von 25 - 50 kWh/(m2a) – im Bereich von Büro- und Dienstleistungsgebäuden.

Einsparpotenziale
Durch ein Energie-Monitoring und die Betriebsoptimierung lassen sich bei einem Gebäude Einsparpotenziale zwischen 5 % und 30 % erschließen. Das Monitoring kann auch dabei helfen, Abwärmepotenziale und Möglichkeiten für deren Nutzung zu erkennen.
Über 80 % des Einsparpotenzials durch Nutzerverhalten im Strombereich lassen sich durch den bewussten Umgang mit der Beleuchtung ohne Komfortverlust erzielen.
Bürogeräte sind für bis zu 60 % der erzeugten Wärme verantwortlich.
Nicht regelbare Ventilatoren brauchen über 50 % mehr Strom als notwendig.
Auf die Kühlung von Gebäuden entfallen rund 4 % des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Laut Umweltbundesamt (UBA) ist hier eine Einsparung um 38 % bis zum Jahr 2030 möglich.

Sanierung
Grundsätzlich können bei einem Betriebsgebäude einzelne Sanierungsmaßnahmen bereits bei einem 15 bis 20 Jahre alten Gebäude notwendig sein.
Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 auch die bestehenden Gebäude soweit saniert werden, dass sie weitgehend CO2-neutral sind. Im Wesentlichen ist dieses Ziel durch eine massive Reduzierung des Heizwärmebedarfs zu erreichen. Das bedeutet, dass die Sanierungsrate für Gebäude von derzeit jährlich weniger als 1 % des gesamten Gebäudebestands mehr als verdoppelt werden muss. Bis 2020 soll eine Reduzierung des Wärmebedarfs um 20 % erreicht werden.

Weitere Informationen zur energetischen Gebäudesanierung finden Sie hier:
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Wer früher dämmt, hat's länger warm – Fakten zu Wärmedämmung, Schimmel & Co."

Für viele Maßnahmen zum Energie-3-Sprung gibt es sogar Geld vom Staat. Schauen Sie doch in unser Kapitel "Förderung", vielleicht ist da auch etwas für Sie dabei!
Effizienzlandkarte
  • Die Effizienzlandkarte zeigt die bis 2030 realisierbaren Effizienzpotenziale in Deutschland gegenüber einem Szenario mit eingefrorener Effizienzentwicklung (Quelle: Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg).
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(insgesamt 1 Bilder)

Links und Downloads

Allgemein
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Wer früher dämmt, hat's länger warm – Fakten zu Wärmedämmung, Schimmel & Co."
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Planungsleitfaden – Effiziente Energienutzung in Bürogebäuden
Fachwissen "Energie/ Klima"
(Informationen zu den Themen: Effiziente Energienutzung bei Büro- und Verwaltungsgebäuden, Kühlung und Klimatisierung von Büro- und Verwaltungsgebäuden, Effiziente Ventilatoren, Green-IT etc.)
Leitfaden für effiziente Energienutzung in Industrie und Gewerbe
(Kühlung und Klimatisierung von Bürogebäuden, Wärmeverteilung in Betriebsgebäuden, Abwärmenutzung)
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (OBB):
Internetseite "Gebäude + Energie“
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB):
Informationsportal "Nachhaltiges Bauen"
Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU):
Excel-Werkzeug zur energetischen Grobanalyse komplexer Bestandsgebäude
Deutsche Energie-Agentur (dena):
Dämmung industrietechnischer Anlagen
Internetportal "Zukunft Haus"
Broschüre "Energieeffizienz im Einzelhandel – Analyse des Gebäudebestands und seiner energetischen Situation"
Broschüre "Energiemanagement im Handel – Energieeffizienzpotenziale in den Gebäuden des deutschen Einzelhandels."
EnergieAgentur.NRW:
Das virtuelle Energieeffizienzunternehmen
(Bereiche "Beleuchtung", "Klimatisierung“ etc.)
BHKW-Rechner
Energieregion GmbH/ EnergieAgentur Mittelfranken e. V./ Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken:
Broschüre "Energiekosten sparen – in die Zukunft investieren durch energieeffiziente Bauweise bei Büro-, Dienstleistungs-, Labor- und Industriegebäuden“
Umweltbundesamt (UBA):
Klimaschutz durch Reduzierung des Energiebedarfs für Gebäudekühlung
Studie "Klimaneutraler Gebäudebestand 2050"

Expertensuche
Energie-Atlas Bayern:
Wie und wo finde ich fachlich kompetente Energieberater
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena):
Expertensuche für Förderprogramme des Bundes
Deutsches Energieberater-Netzwerk e. V:
Internetseite "Energieberatung, Planung und Überwachung"

Informationen zur Förderung
Energie-Atlas Bayern:
Überblick über Förderprogramme