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So geht’s... – Windenergie richtig nutzen!

Wir zeigen Ihnen den richtigen Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung – Schritt für Schritt!

Schritt 1: Immer im Hinterkopf: Der Energie-3-Sprung
Strom aus Windenergie - das gilt inzwischen bei vielen Kommunen als interessante Option für eine nachhal­tige Energieversorgung. Nicht zuletzt aufgrund der notwendigen Investitionen im Vorfeld der Projektierung einer Windenergieanlage sollte ein privater Investor oder eine Kommune bzw. die hier ansässigen Stadtwerke zunächst überlegen, wie und ob die Anlage in das Energiekonzept der Kommune passt.

Und natürlich gilt für das Energiekonzept der Energie-3-Sprung: je weiter der Energiebedarf durch Maßnah­men zum Energiesparen und zur Energieeffizienz gesenkt werden kann, umso leichter gelingt die komplette Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Der Energie-3-Sprung
Schritt 2: Auswahl des Standorts: Eine erste Abschätzung
Eine erste Abschätzung der Potenziale der Windenergienutzung ermöglicht der Blick auf die mittlere jährliche Windgeschwindigkeit am Aufstellungsort der Windenergieanlage. Im Kartenteil des Energie-Atlas finden Sie dazu Karten aus dem Bayerischen Windatlas. Damit können Sie Standorte grob miteinander vergleichen und eine erste Auswahl geeigneter Standorte treffen. Diese Daten können aber keinesfalls eine umfassende Standortanalyse inkl. Windgutachten (Erhebung von Windmessdaten über min. 12 Monate direkt am geplanten Standort) ersetzen, um einen Standort letztendlich als geeignet für die Windenergienutzung zu beurteilen.

Zu den Karten für die mittlere jährliche Windgeschwindigkeit in 130 Metern über Grund und den mittleren Energieerträgen in 130 Metern Höhe in Bayern gelangen Sie über die Boxen mit der Ortssuche nach dem letzten Schritt!

Über die mittlere jährliche Windgeschwindigkeit kann der mittlere jährliche Energieertrag an einem ausgewählten Standort ermittelt werden. Grundlage für die Berechnung des mittleren Jahresenergieertrages ist die so genannte Leistungskennlinie. Sie stellt die anlagenspezifische Leistung einer Windenergieanlage in Abhängigkeit von der mittleren Windgeschwindigkeit dar. Die Leistungskennlinien verschiedener Windenergieanlagen erhalten Sie auf Anfrage bei den Herstellern.

Eine Beurteilung des Standortes alleine über die mittlere Windgeschwindigkeit ist allerdings nur bedingt zweckmäßig. Entscheidender für die wirtschaftliche Rentabilität eines Standortes ist vielmehr die jahreszeitliche Verteilung der Windgeschwindigkeit. Diese kann mit Hilfe spezieller, auf dem Markt verfügbarer Berechnungsprogramme durch die Weibull-Verteilungsfunktion und deren Kenngrößen beschrieben werden. Eine Beispielrechnung hierzu finden Sie im Kapitel 5 des Bayerischen Windatlas.

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi):
Broschüre "Bayerischer Windatlas"
(Kapitel 5 "Energieertragskarten")

Solche Abschätzungen können aber keinesfalls eine umfassende Standortanalyse (siehe Schritt 4) ersetzen, bei der über einen Mindestzeitraum von 12 Monaten Windmessdaten erhoben und mit meteorologischen Langzeitdaten einer Wetterstation zu einem Windgutachten verknüpft werden.

Grundsätzlich sollten bei jeder Standortsuche diejenigen Standorte besonders kritisch beurteilt werden, die aus ökologischer Sicht problematisch sind, z. B. Naturschutzgebiete, Natura 2000 Gebiete, Nationalparke, Waldstandorte etc.

Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF):
Windenergie im Wald
Centrales Agrar-Rohstoff- Marketing- und Energie-Netzwerk e. V. (C.A.R.M.E.N. e. V.):
Broschüre "Windkraft im Wald – Potenziale, Anforderungen und Umsetzungsschritte"
Schreiben der Bayerischen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz, des Innern, für Bau und Verkehr und für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
Unwirtschaftlichkeit und umzingelnde Wirkung von Windenergieanlagen; Abstände

Eine Planungshilfe bietet die Gebietskulisse Windkraft, die Flächen ausweist, in denen Windenergienutzung - aus Sicht des Umwelt- und Immissionsschutzes - voraussichtlich möglich ist.

Wind – Gebietskulisse Windkraft

Sind die Ergebnisse Ihrer Abschätzung negativ, können Sie andere Standorte auf deren Windenergiepotenzial prüfen. Finden Sie keine geeigneten Standorte, gibt es vielleicht andere Möglichkeiten für die Nutzung erneuerbarer Energieträger. Der Energie-Atlas Bayern hilft Ihnen bei Auswahl und Recherche.
Schritt 3: Grundsätzliche Realisierbarkeit des Vorhabens: Die Vorklärung
Die erste Abschätzung des Windenergiepotenzials ist Bestandteil der sogenannten Vorklärung. Im Rahmen dieser wird die grundsätzliche Realisierbarkeit des Vorhabens unter den folgenden Ge­sichts­punkten geprüft:
Standort (Verfügbarkeit "Wind")
Nach einer positiven Einschätzung der Windverhältnisse am geplanten Standort sollten Sie ab­klären, inwieweit die grundlegenden Voraussetzungen für Ihr Windenergieprojekt auch in den Be­reichen "Tech­nik", "Recht" und "Finanzen" gegeben sind.
Technik (Verfügbarkeit "Stromnetz")
Bei der Planung von Windenergieanlagen wird die Standortwahl u. a. durch die Entfernung zum nächstgelegenen, geeigneten Netzverknüpfungspunkt beeinflusst. Die Bewertung des technisch/wirtschaftlich günstigsten Netzverknüpfungspunktes erfolgt projektspezifisch und wird von verschiedenen Kriterien wie z. B. der Leistungsklasse beeinflusst. Prinzipiell können für Windenergieanlagen Netzanschlüsse in der Hochspannung, in der Umspannung von der Hochspannung zur Mittelspannung oder in der Mittelspannung erforderlich sein. Das EEG beschreibt dies in Teil 2 "Anschluss, Abnahme, Übertragung und Verteilung".

Die Visualisierung der Hochspannungsnetze im Energie-Atlas Bayern ermöglicht die Berücksichtigung der Entfernung eines potenziellen Windparkstandorts von der nächstgelegenen Hochspannungsleitung (110 kV). Zur Bestimmung einer geeigneten Netzanschlussebene sowie eines geeigneten Netzverknüpfungspunktes sollten die betroffenen Stromnetzbetreiber frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.
Recht (Verfügbarkeit "Flächen", Genehmigungsfähigkeit, z. B. Turmhöhen)
Bei Windenergienutzung im Wald ist in den meisten Fällen das öffentliche Interesse an der Walderhaltung mit dem öffentlichen Interesse am Ausbau der Windenergie und den Belangen des Antragstellers abzuwägen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter:
Genehmigung – Windenergie im Wald

Nähere Informationen zu verfahrensrechtlichen Anforderungen bzw. zur Genehmigungspflichtigkeit und Angaben zu den Auskunft gebenden Stellen finden Sie hier:
Wind – Genehmigung

Bei negativen Ergebnissen ersparen Sie sich durch die Vorklärung die formalen und mit Kosten verbundenen Schritte der Standortanalyse (Schritt 4) und der ei­gentli­chen Planung (Schritt 5).
Finanzen (Verfügbarkeit "Kapital")
Die Wirtschaftlichkeit einer geplanten Anlage ist in engem Kontext mit der möglichen Turmhöhe und damit der Genehmigungsfähigkeit zu prüfen, da der Wind und damit der Stromertrag mit der Höhe über dem Erdboden stark zunehmen. Es ist daher auch von der Genehmigungsbehörde zu prüfen, ob man nicht eine geringfügig höhere optische Beeinträchtigung (Turmhöhe) zugunsten eines deutlichen höheren Energieertrages akzeptieren sollte.

Schreiben der Bayerischen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz, des Innern, für Bau und Verkehr und für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
Unwirtschaftlichkeit und umzingelnde Wirkung von Windkraftanlagen; Abstände
Schritt 4: Bedingungen unter der Lupe: Die Standortanalyse
Bei der Standortanalyse werden die lokalen Rahmenbedingungen am gewählten Standort genauer unter die Lupe genommen:
Infrastruktur (Erreichbarkeit über Straßen und Wege)
Schutzbereiche (gesetzliche Vorgaben und deren Beachtung): Beachten Sie hierzu den Windenergie-Erlass Bayern.
Eine Planungshilfe bietet die Gebietskulisse Windkraft, die aus umweltfachlicher Sicht Flächen ausweist, in denen Windenergienutzung vermutlich möglich ist.
Weitere relevante Planungsgrundlagen, in denen besondere Bestimmungen gelten - wie z. B. in militärischen Schutzbereichen -, können Sie im Kartenteil des Energie-Atlas zusätzlich einsehen.

Wind – Gebietskulisse Windkraft
Layer "Militärische Schutzbereiche" im Kartenteil
Ansprechpartner für Fragen zu militärischen Belangen bei der Windenergienutzung

Bayerische Staatsregierung:
Windenergie-Erlass Bayern 2016
Schreiben der Bayerischen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz, des Innern, für Bau und Verkehr und für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
Unwirtschaftlichkeit und umzingelnde Wirkung von Windkraftanlagen; Abstände
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Merkblatt "Trinkwasserschutz bei Planung und Errichtung von Windkraftanlagen"
Netzanbindung (bestehende Verteilungsnetzlinien und Netzanschlussmöglichkeiten)
Fundamentierung der Windenergieanlage(n) (Erstellung eines Bodengutachtens)
Erste Abschätzung der installierten Leistung (über Netz-, Flächen- und Zugangsverfügbarkeit)

Entscheidende Faktoren bei der Frage, wie viele Anlagen mit welcher Nennleistung zum Einsatz kommen sollen, sind die zur Verfügung stehende Fläche und vor allem der Netzzugang. Es sollte daher frühzeitig durch eine Anfrage beim lokalen Netzbetreiber die mögliche Netzverknüpfungs­leis­tung, die Entfernung zum nächst möglichen Einspeisepunkt und das Spannungsniveau für den Netzanschluss geklärt werden (siehe Schritt 3 "Technik").

Um detaillierte Erkenntnisse zu den Windverhältnissen am geplanten Aufstellungsort der Windenergieanlage(n) zu erhalten, muss ein standortspezifisches Windgutachten durchgeführt werden, in dem u. a. fol­gende Parameter untersucht werden:
Windgeschwindigkeiten
Häufigkeitsverteilung
Oberflächenrauheit
Hindernisse und Geländestrukturen in der näheren Umgebung
Standortspezifische Windgutachten erstellen z. B. Ingenieur- und Planungsbüros, Anlagenherstel­ler oder der Deut­sche Wetterdienst.

Grundsätzlich ist bei einem Windenergieprojekt zu beachten, dass ex­terne Beratung hinzugezogen werden muss. Insbesondere die Schritte 4 (Standortanalyse) und 5 (Planung) stellen hohe Anforderungen an Fachkenntnisse und Erfahrungs­werte, die nur von einem kompetenten Partner in das Vorhaben eingebracht werden können.
Qualifizierte Beratung und Tipps für Ihre Suche danach erhalten Sie hier:

Wind – Ansprechpartner
Wind – Praxisbeispiele (Ansprechpartner der aufgeführten Praxisbeispiele)
Schritt 5: Zentraler Punkt auf dem Weg zur Windenergie: Die eigentliche Planung
Für die Realisierung eines Windenergieprojektes ist die eigentliche Planung ebenso ein Knack­punkt wie die vorherige Standortanalyse. Die Planung umfasst dabei:
Information und Einbeziehung der Bevölkerung sowie Behörden, kommunalen Verbänden, und Vereinen (wichtig ist ein abgestimmtes Vorgehen mit den genannten Gruppierungen).
Die Akzeptanz von Vorhaben steigt, wenn die Bürger möglichst frühzeitig informiert und einbezogen werden. Die Beteiligung der Bürger ist an bestimmten Stellen in den Planungsprozessen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Möglichkeiten der Beteiligung gibt es durch Informationsveranstaltungen der Kommunen, Abstimmungsgespräche mit Betreibern oder Investoren, finanzielle Beteiligung, Einsichtnahme in Pläne vor der Verabschiedung und Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligungsverfahren oder von öffentlichen Sitzungen.
Wind – Bürgerwindrad
Werkzeugkasten – Akzeptanz
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff- Marketing- und Energie-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Akzeptanz für die Windenergie"
Vorgespräche mit Genehmigungsbehörden und Einleitung der Genehmigungsverfahren (Untersu­chung und Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen; Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte)
Vergleich und Auswahl der Windenergieanlagen (unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen, der Liefermöglichkeiten der Hersteller sowie der Energieerträge verschie­dener Anlagen)
Abschätzung der installierten Leistung (d. h. Größe und Anzahl der Windenergieanlagen) und des Energieertrages der verfügbaren Windenergieanlagen (über die lokalen Windverhältnisse).
Ermittlung der Gesamtkosten (Investitions- und Betriebskosten)
Klärung der Finanzierung des Projektes (Eigen- und Fremdkapital, Fördermittel etc.)
Entwurf des Windparklayouts bzw. Anordnung der Windenergieanlage

Windenergie-Erlass Bayern:
Der Windenergie-Erlass liefert Orientierungshilfen und Hinweise zur Sicherstellung eines einheitlichen Vollzugs, der Erleichterung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren sowie der Steuerung der vorgeschalteten Planungen.

Bayerische Staatsregierung:
Windenergie-Erlass Bayern 2016
Schreiben der Bayerischen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz, des Innern, für Bau und Verkehr und für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
Unwirtschaftlichkeit und umzingelnde Wirkung von Windkraftanlagen; Abstände
Schritt 6: Umsetzung der Planung: Die Realisierung
Nach Abschluss der Genehmigungsverfahren und Unterzeichnung der Vertragswerke durch die Pro­jektbeteiligten sind die wesentlichen Vorarbeiten für den Transport und Aufbau der Windenergieanlage(n) abgeschlossen.

Der Transport einer Windenergieanlage vom Werk zum Standort ist aufgrund der Ab­messungen und des Gewichts logistisch sehr anspruchsvoll. Im Anschluss an den Aufbau findet die Verka­belung und Netzanbindung der Anlage statt, bevor der Testbetrieb anlaufen kann.
Schritt 7: Strom durch Wind: Der Betrieb
Nach erfolgreichem Testbetrieb kann die Windenergieanlage bzw. der Windpark in Betrieb genommen werden. Damit beginnt die Einspeisung des mit der Windenergie erzeugten Stroms in das öffentliche Netz.
Weitere Informationen zur richtigen Vorgehensweise bei der Projektierung einer Windenergieanlage, zum Planungsprozess und zu den Genehmigungsverfahren finden Sie hier:

Vorgehensweise/ Planung
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) und Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL):
Windenergie in Bayern
Bundesverband Windenergie e. V. (BWE):
Planung eines Windparkprojektes
Kommunal Erneuerbar - Agentur für Erneuerbare Energien:
Wertschöpfungsrechner

Windgeschwindigkeit
in 130 m Höhe

kleines bayern

Hier erfahren Sie die mittlere jährliche Windgeschwindigkeit in einer Höhe von 130 m über Grund für einen ausgewählten Standort.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein.

Energieertrag
in 130 m Höhe

kleines bayern

Hier finden Sie die mittleren Energieerträge in einer Höhe von 130 m über Grund für einen ausgewählten Standort.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein.

Gebietskulisse und Regionalplanung

kleines bayern

Hier finden Sie Grundlagen für die Planung einer Windenergieanlage (u. a. Gebietskulisse und Vorranggebiete für Windenergie).

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein. Nach erfolgter Auswahl öffnet sich der Kartenteil automatisch. Wählen Sie im aufgeklappten Menü die von Ihnen gewünschte Planungsgrundlage aus.

Weitere Planungsgrundlagen

kleines bayern

Bei der Standortplanung von Windenergieanlagen sind weitere Planungsgrundlagen (z. B. Denkmäler und militärische Schutzbereiche) zu berücksichtigen.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein. Nach erfolgter Auswahl öffnet sich der Kartenteil automatisch. Wählen Sie im aufgeklappten Menü die von Ihnen gewünschten Planungsgrundlagen aus.