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Bürgerwindkraftwerk der ersten Stunde – Grundstein für Klimaschutzweg

1998 ging die Windkraftanlage in Regensburg in Betrieb. Ihr 20-jähriges Jubiläum gab den Anstoß für das Bildungsangebot "Klimaschutzweg Regensburg".

Projektträger: Stadt Regensburg, Windpower GmbH

Projektstandort

Regensburg

Regensburg

Kontakt

Windpower GmbH
Eva Brunner
Prüfeninger Straße 20
93049 Regensburg
Tel: (0941) 381775 44
kontakt[at]windpower-gmbh.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Nutzung der Windenergie ebnete den Weg für die Transformation des Energiesektors weg von den fossilen hin zu den erneuerbaren Energien, wie sie heute in vollem Gange ist.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 300 t / Jahr

Nutzen: Es werden im Jahr durchschnittlich 450 MWh erneuerbarer Strom erzeugt

Kosten: Weitere Angaben: Investitionsvolumen ca. 1,15 Mio. DM

Förderung: Zuschuss: 57.000 Euro
  Fördergeber: Stadt Regensburg
Fotos
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Beschreibung

Auslöser
Die Windpower GmbH, ein Projektierungsbüro für Windenergie- und Photovoltaikanlagen, stellte die Idee für das Regensburger Windkraftwerk erstmalig im Juni 1995 an einem Stand beim Regensburger Bürgerfest der Öffentlichkeit vor.
Das Bürgerwindkraftwerk konnte dann mit der finanziellen Hilfe von über 80 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region und mit Fördermitteln der Stadt Regensburg errichtet werden.
Durchführung
Als Standort der Windenergieanlage wurde ein Grundstück der Stadt Regensburg auf dem Sallerner Mühlberg im Norden der Stadt gepachtet. Der Stadtrat unterstützte das Vorhaben per Beschluss mit einem Investitionszuschuss: Über das damalige Förderangebot der Stadt Regensburg wurde die Anlage in den Jahren 1998, 1999 und 2000 jeweils mit 34.000 DM mit städtischen Mitteln gefördert. Als Mitglied beim Klimabündnis der Europäischen Städte hat die Stadt Regensburg durch die Förderung der Windkraftanlage einen Beitrag zur Kohlendioxidverminderung geleistet.
Im Sommer 1998 erfolgte schließlich der Baubeginn, nur wenig später nahm die Anlage den Betrieb auf.


Große öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung aus der Bürgerschaft

Anlässlich der Inbetriebnahme feierte die Bevölkerung ein großes Windmühlenfest. Über ein ganzes Wochenende verteilt wanderten mehr als 5.000 neugierige Besucher auf den Mühlberg. Aufgrund des Vorbildcharakters und der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit entwickelte sich das Windkraftwerk zu einem beliebten Ausflugsziel. Regensburg war die erste bayerische Großstadt mit einer Windenergieanlage: Die Anlage – eine Enercon Typ E40 mit 500 kW Leistung – ist mit einer Turmhöhe von 65 m und einem Rotordurchmesser von 40 m ein motivierendes, langfristiges und weithin sichtbares Zeichen für den Aufbruch in ein neues, sauberes Energiezeitalter.


Themenweg als "Geschenk“ an eine der ältesten bayerischen Bürgerwindgesellschaften

Das 20-jährige Jubiläum der Betreibergesellschaft der Regensburger Anlage gab den Anstoß zum Klimaschutzweg Regensburg, einem Themenweg zu Erneuerbaren Energien, Klimawandel und Klimaschutz im Norden der Stadt Regensburg. Die Windpower GmbH, die das Bildungsprojekt initiiert hatte, stellte das Projekt im Herbst 2016 auf der 20. Gesellschafterversammlung der "Windkraftwerk Regensburg KG“ erstmalig der Öffentlichkeit vor.

Ein breiter Unterstützerkreis aus Politik, Bürgerschaft, Bildungseinrichtungen und Unternehmen machte die Umsetzung möglich. So konnte der Klimaschutzweg am 25.10.2017 unter dem Motto „Schritt für Schritt für den Klimaschutz. Geh mit!“ digital eröffnet werden. Im April 2018 fand dann vor Ort die feierliche Eröffnung unter der Schirmherrschaft von Landrätin Tanja Schweiger (Landkreis Regensburg) und Bürgermeister Jürgen Huber (Stadt Regensburg) statt.

Der Klimaschutzweg soll als außerschulischer Lernort einen Einstieg in die Themen Klimaanpassung und regenerative Energien bieten. Er ist ein langfristig angelegtes Umweltbildungsangebot und soll dazu motivieren, eigene Entscheidungen für eine lebenswerte Zukunft zu treffen.


Bilanzielle Windstromernte nach 20 Jahren Betriebszeit – Stadt verlängert Nutzungsvertrag

Von 1998 bis 2018 erzeugte die Windenergieanlage (WEA) Regensburg rund 8,5 Mio. kWh Strom. Im Jahr des 20-jährigen Betriebsjubiläums der Anlage kamen die Betreiber durch ein umfangreiches Gutachten zu dem Ergebnis, dass der Betrieb der WEA aus technischer Sicht um rund weitere 30 Jahre möglich ist. Die Stadt Regensburg hat den Nutzungsvertrag für das Grundstück der WEA bereits bis Ende 2035 verlängert. Die „alte Dame“, wie die Anlage von den Betreibern respektvoll genannt wird, kann somit auch in Zukunft ihren Anteil zum Klimaschutz leisten.

Das Regensburger Pilotprojekt war und ist damit weit über die Stadtgrenzen hinaus Referenz- und Vorzeigeobjekt und geht damit als ein wesentliches Kapitel in die Erfolgsgeschichte der bayerischen Windenergie ein.




Zitate
Die Regensburger Windkraftanlage zeigt: Die Technologien der erneuerbare Energien funktionieren langfristig stabil. (Hans Lenz, Geschäftsführer der Firmengruppe Windpower)
Die theoretische Weiterbetriebsdauer ist bis 2050 möglich. Unsere, wie wir sie liebevoll nennen, "alte Dame“ ist also noch sehr fit! Ihr Zustand wird in wiederkehrenden Prüfungen von Fundament, Turm, Maschine und Rotorblättern fortlaufend kontrolliert. (Clemens Reichel, technischer Leiter der Windpower GmbH)

Beispiel gemeldet:10/2010
zuletzt aktualisiert:07/2020

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