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So geht´s... – Solarthermie richtig nutzen!

Wir zeigen Ihnen den richtigen Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung – Schritt für Schritt!

Schritt 1: Immer im Hinterkopf: Der Energie-3-Sprung
Unendliche Sonnenenergie für heißes Wasser oder warme Heizkörper – das klingt verlockend. Nachhaltig ist eine Energieversorgung aber erst dann, wenn das Gesamtkonzept stimmt: Je geringer der Energiebedarf eines Gebäudes ist, umso einfacher und günstiger ist es, diesen durch erneuerbare Energien zu decken. Diesen Ansatz verfolgt derEnergie-3-Sprung! Reduzieren Sie den Energiebedarf zunächst durch die beiden Schritte "Energieverbrauch vermeiden" und "Energieeffizienz" – Beispiele hierfür sind:
Ein sparsamer Umgang mit Warm- oder Heißwasser
Geräte und Anlagen, die Energie und Wasser sparen
Gebäudedämmung und Energiesparfenster
Wichtig ist, dass Sie bei Ihrem Gesamtkonzept auf die richtige Reihenfolge achten. Denken Sie vor der Installation einer Solarthermieanlage daran, im Bedarfsfall zunächst das Dach zu dämmen. Im Falle der Dachdämmung zu einem späteren Zeitpunkt müssten Sie die Anlage extra wieder abmontieren.
Schritt 2: Die Knackpunkte: Verschattung, Genehmigung & Co.
Neben den Standortvoraussetzungen, die in den nachfolgenden Schritten abgeklärt werden, gibt es einige weitere entscheidende Knackpunkte für die thermische Sonnenergienutzung. Diese gilt es frühzeitig abzuklären, damit Sie nicht umsonst Zeit und Geld in Ihr Vorhaben stecken. Beachten Sie die folgenden Punkte und ergänzen diese entsprechend den konkreten Bedingungen bei Ihnen vor Ort:
Wird das Dach oder die Fassade teilweise oder ganz verschattet?
Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen aus (Genehmigung, Anzeige des Vorhabens)?
Eignet sich die Dachstatik für die Installation einer Solarthermieanlage?
Wie aufwändig ist die Einbindung der Anlage in das vorhandene Warmwasser- oder Heizungssystem?

In den meisten Fällen ist keine Genehmigung für die Installation einer Solarthermieanlage erforderlich. Sie sollten aber in jedem Fall die folgenden Schritte durchführen:
Beachten Sie die im Menüpunkt "Genehmigung" aufgeführten Regelungen
Erkundigen Sie sich beim Bauamt bzw. Gemeinde- oder Landratsamt wegen der Anzeige- oder Genehmigungspflicht
Solarthermie – Ansprechpartner
Schritt 3: Der schnelle Überblick: Solarer Deckungsbeitrag und Wirtschaftlichkeit
Vergleichen Sie die Gesamtkosten einer Solar-Kombi-Heizung mit denen einer konventionellen Heizung. Berücksichtigen Sie auch, dass eine Solaranlage dazu führt, dass die Heizung im Sommer komplett abgeschaltet werden kann und somit geschont wird. Kostenrechner für Alt- und Neubau, Modernisierungsratgeber und Rechenbeispiele erlauben eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit Ihres Vorhabens:
Energie-Atlas Bayern:
Heizungsvergleich – Welche Heizung kommt für mich in Frage?
Agentur für Erneuerbare Energien (AEE):
Onlinetool "Wärmekompass"

Beachten Sie
Detaillierte Berechnungen zum solaren Strahlungsangebot, zur Dimensionierung einer Solarthermieanlage und zur solaren Deckungsrate führen auch Handwerksbetriebe, Planer oder Energieberater unter Berücksichtigung der konkreten Bedingungen vor Ort durch (Ansprechpartner siehe Schritt 6).
Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten Ihres Projektes. Erste Informationen finden Sie hier: Rund um Energie – Förderung
Schritt 4: Zum Nachrechnen: Berechnung des nutzbaren Strahlungsangebots
Zur Ermittlung des nutzbaren Strahlungsangebots benötigen Sie folgende Hilfsmittel:
Den Bayerischen Solaratlas
Die Karten zur Globalstrahlung im Energie-Atlas Bayern

Vorgehen:
Schauen Sie sich den im Bayerischen Solaratlas (Kapitel 5.1) dargestellten Rechenweg zur Ermittlung des nutzbaren Strahlungsangebots an. Ein Rechenbeispiel für den Standort Würzburg verdeutlicht das Vorgehen.
Um die Berechnung für einen von Ihnen ausgewählten Standort durchzuführen, benötigen Sie die entsprechenden monatlichen Werte für die Globalstrahlung. Diese entnehmen Sie den Monatskarten für die Globalstrahlung im Energie-Atlas.
Berechnen Sie entsprechend dem Rechenbeispiel für Würzburg das nutzbare solare Strahlungsangebot für Ihren Standort. Gehen Sie danach zu Schritt 5.

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi):
Bayerischer Solaratlas
(Kapitel 5.1 "Anwendungsbeispiele/ Nutzbare Strahlung auf geneigte Flächen", S. 50 ff.)

Der Kartenteil des Energie-Atlas Bayern zeigt Ihnen die mittleren Jahreswerte für die Globalstrahlung bzw. Sonnenscheindauer.
Schritt 5: Zum Nachrechnen: Dimensionierung und solarer Deckungsbeitrag (Brauchwassererwärmung)
Nach der Ermittlung des nutzbaren Strahlungsangebots können Sie über die folgenden Schritte berechnen, wie Ihre Anlage zur Brauchwassererwärmung ausgelegt sein sollte und wie hoch der solare Deckungsbeitrag ist:

1. Berechnung der benötigten Kollektorfläche und des notwendigen Speichervolumens
2. Abschätzung des für die Brauchwassererwärmung benötigten Energiebedarfs
3. Ermittlung des jährlich nutzbaren Energieangebotes
4. Berechnung des solaren Deckungsbeitrages aus dem Vergleich von Energiebedarf und -angebot

Der Rechenweg der Schritte 1 bis 4 wird Ihnen anhand eines Rechenbeispiels für den Standort Würzburg im Bayerischen Solaratlas aufgezeigt.

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi):
Bayerischer Solaratlas
(Kapitel 5.2 "Anwendungsbeispiele/ Dimensionierung von thermischen Solaranlagen zur
Warmwassererzeugung mit Heizungsunterstützung", S. 53)

Beachten Sie
Das Rechenbeispiel bezieht sich auf eine Solarthermieanlage zur Brauchwassererwärmung mit Zusatzheizung, d. h. ein zusätzliches Heizgerät sichert die Versorgung bei unzureichender Sonneneinstrahlung ab. Die Berechnung von Solarthermieanlagen zur Heizungsunterstützung, also zur Bereitstellung von Heizwärme für das Gebäude, wird von vielen Faktoren (Gebäudegröße, Energiestandard) beeinflusst. Eine eigene Berechnung ist hier deutlich komplizierter. Sie wird daher in der Regel von Fachpersonen mittels Computersimulationen individuell für jedes Gebäude durchgeführt.
Schritt 6: Die konkrete Planung und Realisierung: Checklisten, Entscheidungshilfen & Fachberatung
Entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb einer Solarthermieanlage sind eine sorgfältige Planung und eine professionelle Installation:
Greifen Sie für die technische Planung und Realisierung Ihrer Solarthermieanlage auf kompetente Fachberatung zurück, z. B. qualifizierte Handwerksbetriebe, Planung und Energieberatung.

Qualifizierte Beratung und Tipps für Ihre Suche danach erhalten Sie hier:
Unter Praxisbeispiele bei den jeweiligen Kontaktpersonen, die erfolgreich Projekte im Bereich der Solarthermie realisiert haben
Unser Portal – Praxisbeispiele
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) und Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB):
Faltblatt "Energieberatung"

Checklisten, Planungs- und Entscheidungshilfen
Energie-Atlas Bayern:
Heizungsvergleich – Welche Heizung kommt für mich in Frage?
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) und Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi):
Broschüre "Solaranlagen gut gestalten"
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Sonnenenergie" (S. 8 ff.)
Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N. e.V.):
Broschüre "Solarthermie – Technik, Anwendung und Förderung"
Informationskampagne "Solar – so heizt man heute“:
Solaranlagen planen: Was Sie bei der Planung beachten sollten
Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR):
Checkliste: Planung einer Solarthermie-Anlage