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"Landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete" und "PV-Freiflächen-Förderung"

In Bayern können Photovoltaik(PV)-Freiflächenanlagen in "landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten" eine Förderung erhalten. Wir erklären Ihnen, was das bedeutet und zeigen Ihnen, ob sich Ihre Fläche in einem solchen Gebiet befindet.

Gesetzliche Grundlage

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 sind PV-Freiflächenanlagen mit einer Nennleistung über 750 kWp und bis maximal 10 MWp auf Acker- und Grünlandflächen in sogenannten "landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten" förderfähig, aber nur, wenn die Bundesländer eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen. Bayern hat dies mit der Freiflächenverordnung getan und unterstützt somit den Ausbau bayerischer PV-Freiflächenanlagen.

Jährlich dürfen in Bayern maximal 30 dieser PV-Projekte gefördert werden. So wird ein zu starker Flächenverbrauch vermieden und eine Balance zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, naturschutzfachlichen Belangen auf diesen landwirtschaftlichen Nutzflächen und PV-Nutzung gewahrt.

Landwirtschaftlich benachteiligt oder nicht? – Auf einen Blick

Landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete werden von der EU definiert. Es sind Gebiete mit ungünstigen natürlichen Standortbedingungen (benachteiligte Agrarzonen, kleine Gebiete und Berggebiete), daraus resultierenden unterdurchschnittlichen Erträgen sowie einer geringen oder abnehmenden Bevölkerungsdichte, wobei die Bevölkerung überwiegend auf die Landwirtschaft angewiesen ist.

Große Flächen Bayerns und Deutschlands sind von der EU als benachteiligte Gebiete ausgewiesen. Welche dies sind, zeigt Ihnen der Kartenteil des Energie-Atlas Bayern.

Nutzungsmöglichkeiten in benachteiligten Gebieten

Als Landwirt stehen Sie in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten vor folgender Wahl:

  • Bei landwirtschaftlicher Nutzung Ihrer Flächen erhalten Sie zum Ausgleich eine staatliche Zulage in Form einer Flächenprämie, d. h. einen bestimmten Geldbetrag pro Hektar. Die Zahlungen sollen Ihnen helfen, die Landwirtschaft in diesen Gebieten fortzuführen, das Land nachhaltig zu bewirtschaften und die Landschaft zu erhalten.
  • Alternativ haben Sie die Möglichkeit, solche Flächen für PV-Anlagen zu nutzen und sich an den EEG-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur zu beteiligen, um sich für eine EEG-Förderung in Form einer Marktprämie für die nächsten 20 Jahre zu bewerben. Dies gilt für Anlagen mit einer Nennleistung größer 750 kWp und bis maximal 10 MWp. Informationen zum Ablauf einer EEG-Ausschreibung finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

    Bundenetzagentur (BNetzA):
    Internetseite "Ausschreibungen zur Ermittlung der finanziellen Förderung von Solaranlagen"

Links und Downloads

Bayerische Staatskanzlei (StK):
Verordnung über Gebote für PV-Freiflächenanlagen
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie (StMWi):
Pressemitteilung: Photovoltaik-Projekte auf Acker- und Grünlandflächen
RELAW GmbH – Gesellschaft für angewandtes Recht der Erneuerbaren Energien:
Clearingstelle EEG: Was sind "benachteiligte Gebiete" und wo finde ich eine Übersicht für Deutschland?