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Gasisolierte Rohrleiter (GIL)

Ein Gasisolierter Leiter (GIL) besteht aus einem Aluminium-Leiterrohr und einem Aluminium-Mantelrohr. Es ähnelt einer Pipeline mit Innenleiter, die mit einem Gasgemisch (80% Stickstoff und 20% Schwefelhexafluorid (SF6), 7 bar Druck) als Isoliermedium gefüllt ist.
Die verwendeten Gase sind ungiftig; allerdings ist SF6 ein hochwirksames Treibhausgas, sodass höchste Anforderungen an die Gasdichtigkeit gestellt werden.
Die folgende Übersicht zeigt verschiedene Vor- und Nachteile von gasisolierten Rohrleitern für den Hoch- und Höchstspannungsbereich. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Vorteile:

  • nur geringe elektrische und magnetische Felder durch abschirmende Stahlkapselung (kein elektrisches Feld außerhalb der GIL; das magnetische Feld ist unter Volllast etwa um den Faktor 15 bis 20 geringer als bei Kabeln)
  • geringe Übertragungsverluste
  • große Übertragungskapazitäten
  • können besser mit Freileitungsabschnitten kombiniert werden als Erdkabel, da sie eine deutlich höhere Überlastbarkeit aufweisen
  • geringerer spezifischer Flächenbedarf als Erdkabel

Nachteile:

  • sehr hohe Investitionskosten (Faktor 6 bis 12 gegenüber Freileitungen)
  • Klimaschädlichkeit des Isoliergases (nur bei Austritt)