Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Gasisolierte Rohrleiter (GIL)

Gasisolierte Rohrleiter sind Energieübertragungsleitungen für sehr hohe Spannungen und Ströme bei der Wechselfrequenz 50 Hz. Die GIL-Technik ist eine Weiterentwicklung der Rohrleitertechnik. Eine gasisolierte Höchstspannungsleitung, bestehend aus einem Aluminium-Leiterrohr und einem Aluminium-Mantelrohr, voneinander durch ein Gas (meist Schwefelhexafluorid (SF6) als Gemisch mit einem größeren Anteil an Stickstoff) isoliert, kann Leistungen bis zu 3000 MW übertragen. Die verwendeten Gase sind ungiftig; allerdings ist SF6 das stärkste bekannte Treibhausgas, sodass höchste Anforderungen an die Gasdichtigkeit gestellt werden. Es ist 22800 mal klimaschädlicher als CO2 (bezogen auf 100 Jahre). Zudem dauert der Abbau von SF6 in der Atmosphäre tausende Jahre.

Die GIL ist zur Anbindung von Lastzentren und Ballungsgebieten bei Übertragungslängen von wenigen Kilometer geeignet.

Die folgende Übersicht zeigt verschiedene Vor- und Nachteile von gasisolierten Rohrleitern für den Hoch- und Höchstspannungsbereich. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Vorteile:

  • nur geringe elektrische und magnetische Felder durch abschirmende Stahlkapselung (kein elektrisches Feld außerhalb der GIL; das magnetische Feld ist unter Volllast etwa um den Faktor 15 bis 20 geringer als bei Kabeln)
  • geringe Übertragungsverluste
  • große Übertragungskapazitäten
  • können besser mit Freileitungsabschnitten kombiniert werden als Erdkabel, da sie eine deutlich höhere Überlastbarkeit aufweisen
  • geringerer spezifischer Flächenbedarf als Erdkabel

Nachteile:

  • technisch sehr aufwändig
  • lange Bauzeit
  • sehr hohe Investitionskosten (Faktor 6 bis 12 gegenüber Freileitungen)
  • Klimaschädlichkeit des Isoliergases