Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Kriterien für die Auswahl eines Energieberaters, Kosten und Förderung

Der Begriff "Energieberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Bei seriösen Energieberatern handelt es sich i. d. R. um Fachleute unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung, die sich für einen effizienten Energieeinsatz in ihrem Tätigkeitsbereich (Gebäude, industrielle Anlagen und Prozesse etc.) engagieren und dafür weitergebildet haben (z. B. Ingenieure, Architekten, Techniker, Handwerker, Kaminkehrer).

Achten Sie bei der Suche nach einem fachlich kompetenten Energieberater auf die folgenden Punkte:

1. Qualifikation des Energieberaters
Fragen Sie den Energieberater, welche Qualifikationen er nachweisen kann. So erkennen Sie eine qualifizierte Zusatzausbildung zum Energieberater – z. B. bei der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Bayerischen Architektenkammer oder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau – an den Bezeichnungen Energieberater (HWK), EnergieManager (IHK), Energieberater (ByAK) oder Energieberater (BayIK). Sie können sich auch nach seinen Referenzen erkundigen: fragen Sie dabei auch nach den konkreten Ergebnissen z. B. in Form von Einsparungen, die erzielt wurden.
2. Zulassung durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) (für die Vor-Ort-Energieberatung bei Wohngebäuden)
Hat der Berater eine BAFA-Zulassung, so bedeutet dies, dass er über die notwendigen Fachkenntnisse verfügt und kein wirtschaftliches Eigeninteresse an Investitionsentscheidungen des Beratenen hat, also neutral berät. Vom BAFA zugelassene Energieberater sind ausschließlich qualifizierte Ingenieure, von den Handwerkskammern geprüfte Gebäudeenergieberater (HWK) oder Absolventen anderer – vom BAFA anerkannter – Fortbildungsmaßnahmen. Nur sie sind im Rahmen des BAFA-Förderprogramms zur Vor-Ort-Energieberatung (bei Wohngebäuden) antragsberechtigt.

Das BAFA bietet eine als Download verfügbare Liste an, in der alle Aus- und Fortbildungsmaßnahmen (d. h. Lehrgänge, Studiengänge, Programme) enthalten sind, die vom BAFA hinsichtlich der Durchführung einer Vor-Ort-Beratung anerkannt werden. Bei dieser Liste handelt es sich jedoch nicht um eine vollständige Auflistung aller möglicherweise geeigneten Aus-/ Weiterbildungen.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):
Liste der anerkannten Weiterbildungsmaßnahmen für die Vor-Ort-Beratung
3. Persönliche Empfehlungen
Gute Erfahrungen von Bekannten, Verwandten, Nachbarn etc. können einen zusätzlichen Hinweis auf die Qualität eines Energieberaters geben.
4. Atmosphäre zwischen Auftraggeber und Berater
Neben allen Qualifikationen und Empfehlungen ist es für beide Seiten gewinnbringend, wenn die Atmosphäre zwischen Auftraggeber und Berater stimmt. Achten Sie schon bei der telefonischen Kontaktaufnahme darauf.
5. Kosten und Förderung
Bürger:
Die Erst- oder Initialberatung ist meist kostenlos oder erfordert nur eine geringe Gebühr.

Für die Kosten einer Vor-Ort-Beratung können die durchschnittlichen Stundensätze für Architekten und Ingenieure (ca. 75-120 €/ Stunde brutto) zu Grunde gelegt werden. Sie kann bei Inanspruchnahme eines durch das BAFA zugelassenen Energieberaters mit einem Zuschuss in Höhe von max. 50 % bzw. derzeit max. 300 € für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. 360 € für Wohngebäude mit mindestens drei Wohneinheiten durch das BAFA gefördert werden.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Förderfibel Umweltschutz: Vor-Ort-Beratung (Energiesparberatung)

Werden Sie von der Verbraucherzentrale zu einer einzelnen Maßnahme vor Ort beraten ("Fallmanagement vor Ort“), leistet der Bund einen Zuschuss von 188 €, der Eigenanteil für die Beratungskosten liegt bei 45 €.

Für eine ingenieurmäßige Beratung mit genauer Bestimmung des Ist-Zustandes, Berechnung von Sanierungsvarianten, Empfehlungen, umfassendem Bericht und ausführlichem Beratungsgespräch kann man mit etwa 500 - 600 € brutto für ein Ein- oder Zweifamilienhaus rechnen (je nach Gebäude und zur Verfügung stehenden Unterlagen).

Bei den hier aufgeführten Beratungskosten handelt es sich um Orientierungspreise.

Unternehmen:
Über das Zuschussprogramm "Energieberatung Mittelstand" (früher KfW-Sonderfond Energieeffizienz) erhalten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu 80% der Kosten für eine Energieberatung erstattet. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Programms sind jährliche Energiekosten von mindestens 5000 €. Gegenüber dem KfW-Sonderfond Energieeffizienz verfügt das neue Instrument über inhaltliche Änderungen sowie Vereinfachungen in der Abwicklung.

Für die Initialberatung erhalten die Unternehmen einen Zuschuss in Höhe von 80% der förderfähigen Beratungskosten (Netto-Beratungshonorar). Der Höchstzuschuss beträgt 1.280 €. Bei der Detailberatung beläuft sich der Zuschuss auf 60% der förderfähigen Beratungskosten (Netto-Beratungshonorar). Der Höchstzuschuss beträgt hier 4.800 €.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Förderfibel Umweltschutz: Zuschussprogramm “Energieberatung Mittelstand“