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Innovatives Nahwärmenetz sorgt für regenerative Wärmeversorgung

Seit 2014 versorgt die Marktgemeinde rund 150 Haushalte mit regenerativer Wärme und kombiniert dabei bewährte mit innovativer Technik.

Projektträger: NATURSTROM AG

Projektstandort

Lupburg

Lupburg

Kontakt

Gemeinde Lupburg
Manfred Hauser
Bürgermeister
Burgstr. 14
92331 Lupburg
Tel: (09492) 600 14-0
manfred.hauser[at]lupburg.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Heizzentrale liefert derzeit jährlich rund 2.750.000 kWh Wärme aus regenerativen Quellen und produziert etwa 1.600.000 kWh Strom. Dadurch werden jährlich ungefähr 302.500 Liter Heizöl eingespart.
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Durch das hohe Engagement der Lupburger Bürgerinnen und Bürger konnten die Pläne für eine regenerative Nahwärmeversorgung innerhalb von nur 9 Monaten umgesetzt werden.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 1.925 t CO2 / a

Kosten: Gesamtkosten: ca. 3 Mio. Euro

Förderung: Fördergeber: Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Fotos
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Beschreibung

Auslöser
Die Initiative für die kommunale Wärmewende ging 2013 vom Bürgermeisteramt aus. Für die Idee, eine Alternative zur Wärmeversorgung aus fossilen Quellen zu finden, haben wir schnell eine Gruppe begeisterter Aktive gefunden. Der Anlass für das Projekt war die Planung eines neuen Wohngebietes, in dem mittlerweile acht Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser stehen. Bei der Prüfung bzgl klimafreundlicher Wärmeversorgung entschieden sich die Initiatoren für das sehr effiziente Nahwärmenetz.
Durchführung
Die bayerische Gemeinde Markt Lupburg zeigt vorbildlich wie eine regenerative Wärmeversorgung auf kommunaler Ebene gelingt: Mit 2.300 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer Ortsfläche von circa 30 km2 ist Lupburg eine eher kleine Gemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Eine nachhaltige Wärmeversorgung ist bedeutend für ländliche Kommunen wie Lupburg, da hier Dezentralität, Regionalität und die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger eine bedeutende Rolle bei der Realisierung von Nahwärmenetzen spielen. Die Firma NATURSTROM beteiligte die Bürgerinnen und Bürger aktiv und entwickelte ein Konzept, welches sich an die ortsspezifischen Gegebenheiten besonders gut anpasst.

Im Zentrum des Nahwärmenetzes steht die Heizzentrale
Diese beherbergt ein Holzvergaser-BHKW (270 kWth und 180 kWel). drei Biomassekessel mit 155 kW, zwei Pelletkessel mit 360 kW, drei Pelletkessel mit 155 kW sowie zwei große Pufferspeicher mit einem Volumen von jeweils 20.000 Litern. Im Holzvergaser der Firma Burkhardt aus Mühlhausen werden täglich 2,5 Tonnen Pellets aus der Region auf 800 °C erhitzt, um Holzgas zu gewinnen. Dabei wird bereits ein Teil der für das Nahwärmenetz genutzten Wärme frei. Der größte Teil entsteht jedoch beim Verbrennen des Holzgases im sechszylindrigen MAN-Gasmotor des BHKW. Bei höherem Wärmebedarf speisen zudem die mit Hackschnitzeln oder Holzpellets befeuerten Heizkessel der Firma Gilles in das Nahwärmenetz ein. Auf dem Dach der Heizzentrale ist zudem eine Photovoltaik-Anlage mit 30 kWp installiert, deren Strom vorrangig im Heizhaus direkt verbraucht wird.

Bewährte und innovative Technik intelligent vernetzt
Eine Besonderheit des Wärmenetzes ist die Power-to-Heat-Anlage mit 183 kW Leistung. Diese wandelt den vom BHKW erzeugten Strom bei Bedarf in Wärme um und erhöht somit zusätzlich den Wirkungsgrad des Systems. Die Anlage kann dann zum Einsatz kommen, wenn bereits sehr viel Solar- und Windstrom ins Netz eingespeist wird. Ist dies der Fall, kann das Blockheizkraftwerk vom Stromnetz getrennt werden, aber weiter Wärme für das Nahwärmenetz erzeugen. Der gleichzeitig erzeugte Strom wird von der Power-to-Heat-Anlage zu Wärme umgewandelt und im Pufferspeicher vorgehalten.

Mit Power-to-Heat die Marktintegration der Erneuerbaren vorantreiben
Da Power-to-Heat-Anlagen für eine kurzfristige Betriebsweise und häufige Schaltungen gut geeignet sind, ist es möglich, damit am Regelenergiemarkt teilzunehmen und die Marktintegration der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Regionaler Beitrag zum Klimaschutz mit Profit für die Region
Das Nahwärmenetz garantiert langfristig kalkulierbare Heizkosten und leistet durch die jährlich eingesparten 302.500 Liter Heizöl einen wichtigen regionalen Beitrag zum Klimaschutz. Auch die Region profitiert vom örtlichen Nahwärmenetz: Die Gewerbesteuereinnahmen steigen und der Bau sowie die Wartung durch Firmen aus der Umgebung bewahren Arbeitsplätze. Der CO2-Ausstoß wird deutlich gesenkt.
Zitate
"Die Bürger hat überzeugt, dass Erneuerbare Wärme unabhängig von fossilen Rohstoffen macht und die lokale Wertschöpfung stärkt." (Manfred Hauser, 1. Bürgermeister Markt Lupburg)
Tipps
  • Ganz im Sinne der dezentralen Energieversorgung sind individuelle Konzepte, die an ortsspezifischen Gegebenheiten angepasst werden, besonders wichtig. Mit der Einbindung von Kommunen in die Planungs- und Umsetzungsprozesse haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, aktiv an der Energiewende teilzuhaben.
  • Die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig informieren und in den weiteren Prozess mit einbinden.
Stolpersteine
  • Nahwärmeprojekte werden umso effizienter und kostengünstiger, je mehr Haushalte sich entscheiden, sich an die Nahwärmeversorgung anzuschließen. Eine ausreichende Anzahl an Interessenten zu motivieren, ist daher essentiell für das Gelingen einer nachhaltigen Wärmeversorgung.
Auszeichnungen
  • 12/2016: Energie-Kommune des Monats
    verliehen von: Agentur für Erneuerbare Energien e.V.

Beispiel gemeldet:02/2017
zuletzt aktualisiert:05/2022

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