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Potenzial

Produktionseinrichtungen

Etwa 20 bis 30 % der in Produktionseinrichtungen insgesamt eingesetzten Strom- und Brennstoffenergie kann erfahrungsgemäß im Durchschnitt durch Abwärmenutzung wieder zurück gewonnen werden. Allerdings unterscheiden sich die Potenziale branchenspezifisch mitunter stark.

Biogasanlagen

Mit der derzeit üblichen Verstromung von Biogas in Blockheizkraftwerken (BHKW) können derzeit etwa 42 % der eingesetzten Energie in Strom umgewandelt werden. Ein Großteil der Energie fällt als Abwärme an, von der meist nur ein kleiner Anteil von etwa 10 % für die Fermenterbeheizung und für die Beheizung des landwirtschaftlichen Anwesens genutzt wird. Die Energie ist in der Motorabwärme, Motorkühlung und vor allem im heißen Abgas der BHKWs enthalten.

Besonders bei kleinen Biogas-BHKW (Leistungsklasse bis 500 kWel) bleibt das Abwärmepotenzial bisher oft ungenutzt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) und das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern) haben im Rahmen einer Studie zur Abwärmenutzung beachtliche Abwärmepotenziale bei kleinen landwirtschaftlichen Biogasanlagen ermittelt. Hier wird Abwärme häufig nur für die Gebäudeheizung eingesetzt - etwa 70 % der erzeugten Abwärme bleiben ungenutzt.

Wie Biogasanlagen erzeugen auch Biomasseheizkraftwerke Abwärme und bieten dabei ebenfalls zum Teil beachtliche Potenziale.

Knackpunkte

Durch Abwärmenutzung können Betriebe oftmals ein großes energetisches Einsparpotenzial realisieren. Aus der Sicht eines Betriebes ist es notwendig, eine mögliche Nutzung von Abwärme im Vorfeld ganzheitlich zu betrachten und zu bilanzieren. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden und in die Entscheidungsfindung mit einfließen:

1. Besser als jede Abwärmenutzung ist es, Abwärme zu vermeiden, z. B. durch Dämmung wärmeführender Anlagen oder Wirkungsgradverbesserungen.

2. Für eine wirtschaftliche Nutzung von Abwärme muss diese effizient erschlossen und transportiert werden können.

3. Ökologisch betrachtet ist die betriebsinterne Abwärmenutzung der außerbetrieblichen Abwärmenutzung in der Regel vorzuziehen, da sie prinzipiell folgende Vorteile bietet:

  • Geringere Energieverluste aufgrund kürzerer Transportwege.
  • Geringerer zusätzlicher Energiebedarf, da weniger Pumpenergie für den Wärmetransport aufgewendet werden muss.
  • Kein externer, kostenintensiver Leitungsbau notwendig.

Wann sich die Abwärmenutzung lohnt und welche Form der Abwärmenutzung angewendet wird, muss im Einzelfall entschieden werden - letztendlich kommt es immer auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort an.

Links und Downloads

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Abwärmenutzung im Betrieb"
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) und Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern):
Wärmenutzung bei kleinen landwirtschaftlichen Biogasanlagen
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff- Marketing- und Energie-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Trocknung von Energieholz und Getreide mit Biogas-Wärme"
Stadt Wien – Magistratsabteilung 27, EU-Strategie- und Wirtschaftsentwicklung:
Nutzung von Abwärmepotenzialen in Wien