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Wärmeverbund Ingolstadt - Bayerns grösstes Projekt zur ausserbetrieblichen Nutzung von Abwärme

Erfolgreiche Kooperation zwischen kommunalem Energieversorger und lokalen Unternehmen.

Projektträger: Stadtwerke Ingolstadt

Projektstandort

Ingolstadt

Ingolstadt_georeferenzierung

Kontakt

Stadtwerke Ingolstadt-Netze GmbH (Projektkoordinator)
Gerhard Meier
Geschäftsführer
Am Mailinger Bach 141
85055 Ingolstadt
Tel: (0841) 378-4820
gerhard.meier[at]mva.ingolstadt.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Reduzierung von Primärenergieverbrauch und CO2-Ausstoß

Einsparungen: CO2-Einsparung: über 35.000 t CO2
  Energieeinsparung: 16.304.000 cbm Erdgas

Nutzen: Situation vorher schlecht beurteilbar, da FW-Netz ausgebaut und optimiert wird. "Einsparung" ist in diesem Fall die Zunahme der Fernwärme und damit der Ersatz von Primärenergieträgern (z. B. Erdgas).

Kosten: Gesamtkosten: 23.400.000 Euro
Fotos
  • Spatenstich für Bayerns größtes Abwärme-Projekt
  • Anlieferung der Wärmetauscher
  • Anlieferung der Wärmetauscher
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(insgesamt 8 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
  • 2002: Vorstudie Bayerisches Landesamt für Umwelt (beteiligt: AUDI, Esso, MVA, EON, Bayernoil, Stadtwerke Ingolstadt)
  • Ende 2005: Weiterführung des Projekts mit Detailstudie
  • Mitte 2006: Realisierungsstudie durch Projektpartner AUDI, Petroplus (vormals Esso), Bayernoil, MVA und Stadtwerke Ingolstadt


Die Studien untersuchten, ob und ggf. wie Abwärmeströme von Produktionsbetrieben im Raum Ingolstadt ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zur Deckung des Wärmebedarfs anderer Wärmeverbraucher (Industrie, Gebäude im Raum Ingolstadt) genutzt werden können. Vorgesehen war die Einbindung von bisher nicht genutzter Abwärme aus Betrieben in ein bestehendes und noch auszubauendes Fernwärmenetz mit dem Ziel, den Einsatz von Primärenergie und die CO2-Belastung erheblich zu verringern.

Letztendlich blieben als Projektbeteiligte die Stadtwerke Ingolstadt (Netzbetreiber und zuständig für den Ausbau des FW-Netzes), Audi (als größter Abnehmer), Petroplus-Raffinerie (neuer FW-Lieferant ca.110 MW, 130GWh / Jahr) und die Müllverbrennungsanlage MVA Ingolstadt (FW-Lieferant, 35 MW, 150 - 180 GWh / Jahr (Endausbaustufe) übrig.
Durchführung
Seit Juli 2011 ist Bayerns größtes Abwärmeprojekt in Betrieb. Der Beitrag der Stadtwerke Ingolstadt hierzu ist beträchtlich: der städtische Versorger, der derzeit 412 Kunden mit Fernwärme versorgt, investiert in den notwendige Ausbau seines Netzes und der Anlagen rund 23 Millionen Euro.

Anfang 2010 haben die Stadtwerke mit dem Bau einer 5.300 Meter langen Fernwärmeleitung begonnen, die von Petroplus zum bestehenden Heißwassernetz führt. Parallel dazu baut Petroplus Anlagen zur Auskoppelung von Fernwärme. Im Rahmen der TÜV-Revision im ersten Quartal 2011 wurden in den Prozessanlagen der Raffinerie Wärmetauscher installiert, um bisher nicht nutzbare Abwärme den Stadtwerken zur Verfügung zu stellen.

Insgesamt hat das Audi-Werk einen Bedarf von 410.000 MWh Wärme im Jahr und will langfristig rund zwei Drittel davon über Fernwärme beziehen. Zusammen werden Petroplus und MVA Ingolstadt langfristig 310.000 MWh ins Fernwärmenetz einspeisen. Denn die geschlossenen Verträge schaffen die Grundlage dafür, dass im Jahr zusätzlich 120.000 MWh Fernwärme zur Verfügung gestellt werden können. Am Ende sollen durch die Nutzung der Abwärme 67.000 t CO2 eingespart werden - davon allein bei Audi 26.000 t.

Anfangs speist Petroplus pro Jahr rund 130 GWh Abwärme in das Fernwärmenetz ein. Damit könnte man rund 6.500 Einfamilenhäuser beheizen und mit Warmwasser versorgen. Zudem bauen die Stadtwerke auch ihre Blockheizkraftwerke, sowie ein Pumpwerk um und installieren einen neuen Reservekessel. Die MVA Ingolstadt erhöht zeitgleich ihre Wärmeproduktion allein durch Optimierung der Prozesssteuerung um rund 20 Prozent.

Bei der Auftragsvergabe erhielten vorrangig regionale Betriebe den Zuschlag. Hubert Stockmeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt Netze GmbH, betont, dass das Unternehmen eng mit der Stadt und ihren Menschen verbunden ist. Als regionaler Energieversorger fühlen sich die Stadtwerke deshalb nicht nur für die sichere und umweltschonende Versorgung mit Energie verantwortlich, sondern sehen auch ihre Mitverantwortung für die lokale Wirtschaft.
Zitate
"Dieser Vertrag ist ein eindrucksvolles Beispiel für den sinnvollen und kreativen Einsatz von Ressourcen!" (Dr. Alfred Lehmann, Oberbürgermeister)
Tipps
  • Rechtzeitig auf alle (!) Beteiligten zugehen
  • Die Kommunalpolitik und Bürger frühzeitig mit einbinden
  • Städteplanung mit einbinden (FW-Leitungen, Ausweis von Bau- und Gewerbegebieten, Förderung von Gewerbe und Industrieansiedlung)
  • Stadtmarketing saubere Energie.
Stolpersteine
  • Kommunikationsstruktur und Entscheidungsprozesse der Beteiligten verbessern.

Beispiel gemeldet:02/2011 

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