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Niedertemperaturnetz Meitingen

Abwärme beheizt Neubaugebiet mit rund 125 Wohneinheiten.

Projektträger: SGL Carbon GmbH und Markt Meitingen

Projektstandort

Meitingen

 Meitingen_georeferenzierung

Kontakt

SGL Carbon GmbH
Dr. Friedrich Rebelein
Spezielle Energieprojekte
Werner von Siemens Str. 18
86405 Markt Meitingen
Tel: (08271) 831446
friedrich.rebelein[at]sglgroup.com

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Bisher zu vernichtende Abwärme wird wieder genutzt und substituiert Primärenergie. Der CO2-Ausstoß wird reduziert.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 200 t / a
  Energieeinsparung: ca. 900.000 kWh / a
  Kosteneinsparung: 100 % Primärenergieeinsparung

Kosten: Weitere Angaben: Kostenträger ist Markt Meitingen, weitere Informationen werden zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt.
Fotos
  • Luftbild vom SGL-Werk in westliche Richtung. Das Neubaugebiet ist modellhaft angedeutet. (Quelle: SGL Carbon GmbH, Meitingen, 2017)
  • Glühende Elektrodenkörper. (Quelle: SGL Carbon GmbH, Meitingen, 2017)
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(insgesamt 2 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Innerhalb des Werks Meitingen der SGL Group kann die Abwärme auf dem Temperaturniveau von ca. 30 °C nicht mehr weiter genutzt werden. Sie muss durch Kühltürme / Brunnenwasserkühlung ungenutzt abgeführt werden. Unmittelbar neben dem Werk entsteht aktuell eine Neubausiedlung mit entsprechendem Wärmebedarf. Dieser kann aus der Energie der Abwärme gedeckt werden.
Durchführung
Die Abwärme wird über eine Rohrleitung zum Neubaugebiet geleitet. Dort wird die Wärme mittels Wärmepumpen auf das erforderliche Temperaturniveau angehoben. Die Wärmepumpen arbeiten aufgrund des ganzjährig hohen Temperaturniveaus der Abwärme sehr effektiv. Durch kleine Pufferspeicher nach der Wärmepumpe können die Wärmepumpen stromnetzflexibel betrieben werden. Regenerativer Strom zum Betrieb der Wärmepumpen kann dann genutzt werden, wenn dieser zur Verfügung steht. Die neu entstehenden Wohneinheiten werden somit zu einem wettbewerbsfähigen Preis mit Wärme versorgt, die keine zusätzlichen CO2-Emissionen verursacht.

Clou des Projektes:
1. Der Industriebetrieb gibt die für ihn wertlos gewordene Abwärme kostenlos und langfristig (20 Jahre) ab. Dadurch entsteht erhebliche Planungssicherheit.

2. Der Industriebetrieb liefert die Wärme nur nach Können und Vermögen, die Besicherung der Wärmeversorgung erfolgt durch den Betreiber des Wärmenetzes (Wohnbaugesellschaft Meitingen) mit einem Erdgaskessel in der Wärmeübergabestation.

3. Der Industriebetrieb garantiert eine Belieferung über 20 Jahre und verpflichtet sich, bei einem Abbruch der Belieferung anteilige Mehrkosten zu übernehmen.

4. Das Neubaugebiet garantiert die Abnahme der Abwärme und installiert außerhalb der Wärmeübergabestation keine Gasversorgung.
Tipps
  • Extrem frühzeitige Kommunikation zwischen Abwärmeanbieter und Wärmebedarfsträger
  • Erfahrene Partner rechtzeitig einbinden, hier z. B. Bifa Augsburg und Ratioplan Dollnstein
  • Ausgiebige Kommunikation mit allen Beteiligten
Stolpersteine
  • Der Kostenanfall ist nicht über die Nutzungszeit verteilt, sondern leider auf den Anfang der Nutzungszeit konzentriert.
  • Die Abwärmenutzung ist kein Geschäft oder sogar Kerngeschäft des Abwärmeanbieters. Ein Dritter (z. B. Wohnbaugesellschaft, Genossenschaft, Energiedienstleister) ist erforderlich, um ein solches System einzurichten und zu betreiben.
Auszeichnungen
  • 12/2017: KUMAS Leitprojekt 2017
    verliehen von: KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e. V., Augsburg

Beispiel gemeldet:11/2017 

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