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Innovative Abwärmenutzung lässt tropische Früchte in Franken wachsen

Tropenhaus Klein-Eden schont das Klima und eröffnet neue Marktpotentiale.

Projektträger: Klein-Eden Tropenhaus am Rennsteig GmbH

Projektstandort

Tettau

Tettau_georeferenzierung

Kontakt

Klein-Eden Tropenhaus am Rennsteig GmbH
Wolfgang Feuerpfeil
Architekt und Bauleiter
Am Berg 2
96337 Ludwigstadt
Tel: (09263) 96-90
info[at]feuerpfeil-architekten.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt

Förderung: Zuschuss: 3.500.000 Euro
  Fördergeber: EU - Ziel 3 Programm; Bayer. StMUG

Beschreibung

Auslöser
Die botanische Lehrmeinung war immer davon ausgegangen, dass wegen der fehlenden Sonnenstunden ein quantitativ marktfähiger Anbau von Tropenfrüchten im Gewächshaus nicht möglich sei.

Daran wäre Klein Eden fast gescheitert. Denn unsere Intention ist es, so viele Früchte zu produzieren, dass man sie auch entsprechend verkaufen kann.

Bei der Besichtigung des Tropenhauses in Ruswil in der Schweiz schöpfte man Hoffnung. Dort wurde eine Theorie aus der Botanik in der Praxis widerlegt. Das Referenzprojekt für das Klein-Eden-Tropenhaus am Rennsteig nutzt die Abwärme der Gasverdichtungsstation einer Ferngasleitung.
Durchführung
Das Projekt zeigt, dass energieeffizientes Wirtschaften nicht nur zum Klimaschutz beiträgt, sondern auch neue Marktpotenziale im ländlichen Raum erschließen kann: Es sollen vor Ort tropische Früchte angebaut und Fische gezüchtet werden - in Bioqualität.

Dabei setzt das Tropenhaus Klein Eden auf hohe Qualität und Ökologie. Die Betreiber wollen mit ausgereiften, geschmacklich hochwertigen Früchten auch die Spitzengastronomie bedienen. Denn bislang lassen viele Gourmetköche ihrer Früchte einfliegen - mit entsprechend hohen Kosten.

Das Tropenhaus Klein-Eden wird die Abwärme eines traditionellen Glasindustriebetriebs als Energiequelle verwenden. Dabei testet man modellhaft, wie bislang nicht nutzbare industrielle Niedrigtemperatur-Abwärme sinnvoll verwendet werden kann.


Wie funktioniert das??!

Auf 3.500 Quadratmetern Fläche wird ein Tropenhaus mit nahezu geschlossenen Kreisläufen entstehen - angefangen von der Nutzung des Regenwassers bis hin zur Weiternutzung des für die Fischzucht verwendeten Wassers für Bewässerung und Düngung von Pflanzen.
Durch das nährstoffreiche Filterwasser der Fischzucht haben die tropischen Früchte immer "warme, feuchte Füße und Dünger". Die Pflanzen haben zwar nicht so viel Sonne wie in den Tropen, müsse aber keinen Stress durch Tropenstürme, Trockenperioden oder Regenzeiten überstehen. Vermutlich gleicht das die mindere Sonneneinstrahlung aus.

Das Ziel des Tropenhauses ist es, auch andere energieintensive Betriebe davon zu überzeugen, ihre Restwärme sinnvoll zu einzusetzen, um daraus auch noch wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Damit scheint das Kleintettauer Tropenhaus schon vor seiner Fertigstellung Erfolg zu haben: Auf der Suche nach weiteren Standorten in der Region, stieß man auf eine Glashütte in der Nähe von Pilsen, die dem Österreichischen Glaskonzern Stölzle Oberglas gehört. Die Resonanz dort war positiv - man habe Standorte in der ganzen Welt, und wolle ein solches Projekt folglich nicht nur in Pilsen anstoßen. Zunächst sollen aber erst einmal weitere Tropenhäuser in Europa entstehen.

Mit der Universität Bayreuth konnte ein regionaler Forschungs-Kooperationspartner gewonnen werden. Zudem entsteht ein deutsch-tschechisches Umweltbildungsangebot für Schulklassen. Ein grenzüberschreitender Projektbeirat aus Universitäten, Kommunen und Umweltbildungseinrichtungen und Glas verarbeitenden Firmen der Region soll aufzeigen, wie die Projektergebnisse auf weitere Unternehmen im Grenzraum übertragen werden können.
Zitate
"Klein-Eden ist ein ökologisches Leuchtturmprojekt, mit Strahlkraft weit über die Grenzen Oberfrankens hinaus: Klimaschutz, Energieeffizienz und die Stärkung des ländlichen Raums gehen Hand in Hand!" (Melanie Huml, Umweltstaatsekretärin)

Beispiel gemeldet:10/2011 

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