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Reparieren macht Schule – die Schüler-Reparaturwerkstatt

Das Projekt ist ein Dauerangebot der Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing und richtet sich an SchülerInnen der Klassen 5 bis 11. Sie reparieren kostenlos defekte Gegenstände von Kunden und lernen dadurch nachhaltiges Handeln.

Projektstandort

München

München_georeferenzierung

Kontakt

Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing
Walter Kraus
Physik- und Mathematiklehrer
Leopoldstraße 17
80802 München
Tel: (089) 38014025
walter.kraus[at]waldorfschule-schwabing.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche und bewirkt so, dass die junge Generation nachhaltiges Handeln durch praktisches Tun lernt. Durch das Reparieren werden nicht nur Ressourcen geschont und Energie eingespart (Weiterverwendung statt Wegwerfen und Neukauf), sondern die jungen Leute entwickeln auch ein kritisches Konsumentenbewusstsein.

Kosten: Gesamtkosten: 1.000 Euro
  Weitere Angaben: Mit 1.000 Euro kann man sich ganz gut eine Erstausstattung für die zur Reparatur benötigten Werkzeuge anschaffen.

Förderung: Fördergeber: Rudolf-Steiner Schulverein
Fotos
  • Zwei Schülerinnen arbeiten in der Reparaturwerkstatt. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
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(insgesamt 1 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Initiiert wurde das Projekt durch den Physik- und Mathematiklehrer Walter Kraus, engagierter Umweltschützer. Nach Lektüre des Buchs "Die Kultur der Reparatur" von Wolfgang M. Heckl, Direktor des Deutschen Museums, wurden mit Hilfe von Spenden Reparatur-Arbeitsplätze für 12 SchülerInnen eingerichtet. Herr Kraus hat im Anschluss das pädagogische Konzept des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Arbeitens und Lernens vor Ort entwickelt und die wissenschaftliche Begleitung organisiert.
Durchführung
Das Projekt startete im Frühjahr 2016. Seither wurden weit mehr als 300 Reparaturen (v. a. Elektro- und Elektronikgeräte) erfolgreich durchgeführt. Externe Kunden bringen defekte Gegenstände in die Schüler-Reparaturwerkstatt. Sie werden von den SchülerInnen dazu befragt und die Ergebnisse auf einem Laufzettel eingetragen. Dann machen sich die SchülerInnen eigenständig auf die Fehlersuche. Sie nutzen dazu ihre Sinne und ihre Vorerfahrungen, auch holen sie sich im Internet Tipps. Kommen sie allein nicht weiter, stehen eine Lehrkraft und ehrenamtliche Reparatur-AnleiterInnen zur Unterstützung bereit. Gemeinsam werden Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Sofern Ersatzteile benötigt werden, bestellen die SchülerInnen diese nach Rücksprache mit den Kunden oder stellen sie mit Hilfe eines 3D-Druckers selbst her. Das Thema Sicherheit hat einen hohen Stellenwert; es wird mit pädagogischen und technischen Maßnahmen gewährleistet.

Was unterscheidet die Schüler-Reparaturwerkstatt von ähnlichen Ansätzen?

Sie ist kein zeitlich begrenztes Projekt, sondern eine Dauereinrichtung für die Klassen 5 bis 11, u. a. im Rahmen der Ganztagsschule. Das schafft Kontinuität und Verbundenheit mit der Reparaturidee und nachhaltigem Handeln.

Die Schüler-Reparaturwerkstatt ist kein herkömmlicher Unterricht, sondern setzt auf reale Arbeit für reale Kunden.

Zum pädagogischen Konzept gehört die besondere Methodik des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Arbeitens und Lernens. Dies fördert bei den SchülerInnen die Fähigkeit, selbstständig Lösungen zu finden. Dadurch bauen sie Selbstvertrauen und technisches Knowhow auf und erwerben eine Vielzahl an Kompetenzen. Sie erkennen die praktische Anwendung schulischer Inhalte (v. a. Physik, Mathematik, Deutsch). Dies erhöht Lernmotivation und Sinnerleben. Die SchülerInnen erwerben viele weitere Kompetenzen für ihr ganzes Leben.

Die Reparaturarbeit ist für die Kunden kostenlos, um den SchülerInnen die Erfahrung der Befriedigung durch Arbeit für Andere zu ermöglichen.

Die generationenübergreifende Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Reparatur-AnleiterInnen fördert gegenseitiges Verständnis und Teamgeist.

Die von Anfang an integrierte wissenschaftliche Begleitung dient der kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Zitate
"Das braucht man einfach fürs Leben!“ (Schülerin, 10. Klasse)
"Meine Tochter traut sich jetzt an Sachen heran, wo Papa eher zögert und dreimal die Bedienungsanleitung liest!“ (Vater einer Zehntklässlerin)
"Die Schüler-Reparaturwerkstatt ist der beste Weg, Kinder und Jugendliche zu umweltbewusstem Leben zu motivieren. In der Schüler-Reparaturwerkstatt wird ihnen nachvollziehbar, wie wichtig es ist, das, was wir schon haben, nutzbar zu erhalten. Damit setzen sich die SchülerInnen auch mit der Frage auseinander, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen.“ (Kundin)
Tipps
  • Wir haben einen Praxisleitfaden für Nachahmer entwickelt, der über unsere Internetseite erhältlich ist.
Auszeichnungen
  • 05/2018: Werte-Botschafter-Preis für Umweltschutz und Ökologische Nachhaltigkeit
    verliehen von: Sparda-Bank
  • 05/2018: Energiesparmeister 2018 für das Bundesland Bayern
    verliehen von: Bundesumweltministerium und co2online gGmbH
  • 02/2018: Preisträger im Upcycling-Wettbewerb "Besser machen!“
    verliehen von: Lizzynet gGmbH
  • 09/2017: Finalistin beim StartGreen School Award 2017 für nachhaltige Schülerfirmen
    verliehen von: Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH
  • 12/2017: Bildungswettbewerb "Zukunft, fertig, los!“
    verliehen von: Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • 05/2018: Eine der drei FinalistInnen von "Deutschlands beste Aktionen zur Abfallvermeidung“
    verliehen von: Europäische Woche der Abfallvermeidung / Let´s Clean Up Europe

Beispiel gemeldet:09/2018 

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